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Bist du auch ein Xennial?

Die Generation X spricht dich nicht an? Und die Millenials sind auch nicht deines? Dann bist du wohl ein Xennial – analoge Kindheit, digitale Jugend.

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Gruppe von Freunden in den 30ern
© istockphoto.com

Die Soziologie teilt die Menschen klassischerweise in große Gruppen – abhängig von ihrem Geburtsjahr – ein. Technologische Entwicklungen, weltpolitische Geschehnisse und gesellschaftliche Veränderungen prägen das Selbstverständnis dieser Generationen und damit ihren Blick auf die Welt. Auf die Generation der Babyboomer in den 1950ern und frühen 1960ern folgte die Generation X (auch Generation Golf, Geburtsjahrgänge etwa von 1965-1979). Sie wuchsen auf in einer Zeit sozialer Veränderungen, viele Mütter gingen bereits arbeiten, der Feminismus begann sich bemerkbar zu machen, andererseits sorgte der Kalte Krieg immer noch für politisch unsichere Verhältnisse.

Auf sie folgte die Generation Y (oder Millenials, Geburtsjahrgänge grob gesagt von 1980-1997). Sie sind bereits Digital Natives, gut ausgebildet, technikaffin, hinterfragen alles und legen großen Wert auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance.

Ich bin 1977 geboren. Klar, ich kann vieles aus der Generation X noch nachvollziehen. Aber irgendwie fühlen sich diese Werte für mich nicht ganz stimmig an. Aber die Millenials? Die ohne Smartphone nicht überleben können, beinahe schon Selfie-süchtig sind und permanent improvisieren? Das ist auch nicht wirklich meins. Doch jetzt gibt es einen Begriff für Menschen wie mich – die Xennials. Unsere prägenden Kindheitsjahre liegen genau in der Übergangsphase zwischen zwei großen Generationen, was sich manchmal nach einem ziemlichen Spagat anfühlt. Geboren zwischen 1977 und 1983, haben wir noch eine komplett analoge Kindheit gehabt. Die Jugend war aber bereits digital. Das macht uns zu einer eigenen Mikro-Generation, juhu!

Passend zu dieser Übergangs-Generation, die auch durch die Themen Feminismus, Gleichberechtigung und weibliches Selbstverständnis geprägt wurde, ist die Entstehungsgeschichte des Begriffs ein Streitthema. Eine Zeitlang wurde er dem australischen Soziologie-Professor Dan Woodman zugeschrieben. Dann erklärte jedoch die Autorin Sarah Stankorb, sie habe den Begriff als erste benutzt, und zwar bereits 2014 in einem Essay für das Magazin Good . Wie auch immer diese Diskussion ausgeht (und prinzipiell stehe ich hier auf der Seite der Frau ;-), ich finde es cool, dass es diese Generation gibt. Denn die bringt das mich prägende Selbstverständnis genau auf den Punkt.

Neun Zeichen, dass du auch ein Xennial bist:

1

Du schreibst immer noch gern mit der Hand, egal ob Tagebuch, To Do-Listen oder Geburtstagskarten. Aber Gott sei Dank kann man heute Banküberweisungen, Bewerbungen oder das Ausfüllen und Abgeben nerviger Formulare unkompliziert online erledigen. Das erleichtert das Leben wirklich sehr.

2

Shoppen tust du immer noch am liebsten im Geschäft. Denn die Dinge anzuprobieren, das Material zu fühlen, die Farben in echt zu sehen ist nicht ersetzbar. Und dieses ewige auf die Post rennen, um Pakete zurückzuschicken, ist so mühsam. Aber wenn du genau weißt, was du willst, dann ist Online-Shopping superpraktisch – und du liebst dieses Service.

3

Klar, du machst Selfies. Du postest auch Fotos von dir auf Facebook und Instagram. Aber bei jedem verdammten Event? Es geht um die Message, nicht um das Gesicht.

4

Du willst Menschen persönlich kennen lernen. Sicher, Online-Dating haben wir alle schon gemacht – da sind wir sogar die Pioniere und auch Tinder mögen wir. Aber digitale Bekanntschaften können das persönliche Gespräch nie ersetzen. Und am Ende des Tages ist ein gutes Face to Face-Gespräch wesentlich erfüllender als die Likes unter dem letzten Insta-Post.

5

Wenn du eine Reise planst, kaufst du dir einen Reiseführer. Das ist schließlich die schnellste und effizienteste Art und Weise, etwas über dein Reiseziel zu erfahren. Aber wenn es ans Flug und Unterkunft buchen geht, liebst du booking.com und Airbnb . Ein Reisebüro hast du schon ewig nicht mehr von innen gesehen.

6

Du hast in deiner Jugend Pacman , Super Mario Land oder Tetris gespielt und du hast es geliebt. Jede Minute, die du dir gegen den Willen der Eltern vor dem Computer erkämpft hast, war Gold wert. Bist heute magst du diese 2D-Optik. Drum magst du auch die Neuauflagen deiner Kinder-Lieblingsserien wie Biene Maja oder Wicki und die starken Männer nicht. Diese 3D-Animation ist einfach nicht stimmig.

7

Du hast ein hervorragendes Zahlengedächtnis. Immerhin musstest du in deiner Jugend alle wichtigen Telefonnummern und Geburtstage auswendig wissen, es gab kein digitales Adressbuch.

8

Netflix und Amazon Prime findest du einfach großartig. Das Wissen, dass du deine Lieblingsserie jederzeit nachschauen kannst, ist sehr beruhigend. Denn du wurdest geprägt von der Tatsache: Entweder du bist zu Hause, wenn Friends läuft, oder du siehst die Folge nicht. Menschen, die um diese Uhrzeit angerufen haben, hast du regelrecht gehasst (man wusste ja nicht, welche Nummer das war und konnte nicht einfach später zurück rufen). Es gab ja noch nicht einmal DVD-Boxen, nur Videorecorder, die nie das aufgenommen haben, was man eigentlich wollte.

9

Facebook ist deine Lieblings-Social-Media-Plattform. Es ist unkompliziert und du weißt, was deine alten Interrail- und Erasmusfreundschaften so treiben. Klar, Instagram ist auch cool, aber insgeheim kannst du diese Bilder- und Hashtag-Obsession nicht ganz nachvollziehen. Und Snapchat ist ohnehin ein völliges Mysterium für dich.

Thema: Psychologie

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