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Bei Abercrombie & Fitch sollen nur Dünne einkaufen

Nur dünne und schöne Menschen sind beim US-Modeunternehmen Abercrombie & Fitch erwünscht - ob arbeitend oder konsumierend.

von

Abercrombie & Fitch

Nicht nur am Sackerl sollen schöne Menschen sein, sondern auch diejenigen die es tragen.

© 2007 Getty Images

Einzig schöne und schlanke Menschen sollen beim US-amerikanischen Modeunternehmen Abercrombie & Fitch shoppen dürfen. Und damit diejenigen, die nicht in das Schönheitsideal des Labels fallen, gar nicht erst auf die Idee kommen, deren Kleidung zu tragen, werden entsprechende Größen auch nicht angeboten: Von XS bis L geht die Größenpalette, XL oder darüber hinaus sucht man vergeblich.

Die Zielgruppe beschränkt sich auf sportliche, dünne und junge Menschen zwischen 18 und 22. Auf Wunsch des 68-jährigen Geschäftsführers Mike Jeffries, der seine Strategie in einem Interview mit Robin Lewis - Co-Autor von "The New Rules of Retail" - darlegt und darin offen erklärt keine dickeren Menschen in seinen Geschäften zu wollen:

»In every school there are the cool and popular kids, and then there are the not-so-cool kids. Candidly, we go after the cool kids. We go after the attractive All-American kid with a great attitude and a lot of friends. A lot of people don’t belong [in our clothes], and they can’t belong. Are we exclusionary? Absolutely.«

Die Botschaft, die Abercrombie & Fitch damit vermittelt, ist, dass alle Menschen mit etwas mehr auf den Rippen unglücklich, unbeliebt und nicht begehrenswert sind. Und auch noch davon ausgeschlossen werden, Kleidung aus einem "coolen" Laden einkaufen zu können.

Es ist nicht das erste Mal, dass Abercrombie & Fitch wegen Diskriminierung unangenehm auffällt. 2009 wurde das Unternehmen von Riam Dean erfolgreich verklagt, weil die junge Studentin, die ohne linken Unterarm geboren wurde, gezwungen wurde nur im Lager zu arbeiten, damit Konsumierende sie nicht sehen können. Denn ebenso die Mitarbeitenden müssen hübsch und schlank sein - was angeblich mit militärisch anmutenden Übungen erreicht werden sollte.
Zum Schönheitsideal gehört es scheins zusätzlich, von weißer Hautfarbe zu sein: 2004 wurde das Unternehmen verklagt, Minderheiten zu diskriminieren und nur Personen mit weißer Hautfarbe anzustellen.

»That’s why we hire good-looking people in our stores. Because good-looking people attract other good-looking people, and we want to market to cool, good-looking people. We don’t market to anyone other than that.«

via: Tim Walker in The Independent