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Pflege & Beauty: Sind abgestorbene Hautschüppchen eigentlich etwas Gutes?

Das Peeling solltest du dir künftig eher sparen – und nein, wir machen gerade keine Scherze. Tote Hautzellen sind nämlich eigentlich etwas ziemlich Gutes...

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Pflege & Beauty: Sind abgestorbene Hautschüppchen eigentlich etwas Gutes?
© iStock

Seit wir mit zirka 13 zum ersten Mal ein Peeling benutzt haben und die weiche Haut spüren konnten, haben wir unser Leben darauf ausgerichtet, tote Hautschüppchen ein für alle Mal zu zerstören. Und warum bitte nicht? Immerhin sind abgestorbene Hautschüppchen die Wurzel aller Beauty-Übel: fahle Haut, trockene Haut, schuppende Haut, verstopfte Poren, Pickel,...ODER ?!?!?

Wir wollen jetzt nicht deinen gepeelten Kopf zum Explodieren bringen, aber: Alles, was du über abgestorbene Hautzellen zu glauben weißt, ist falsch. Diese Babys spielen nämlich tatsächlich eine wichtige Rolle in der Hautbarriere - vielleicht sogar die wichtigste Rolle. Wenn sie bis in die Besinnungslosigkeit weggeschrubbt und geätzt werden, leidet die allgemeine Gesundheit der Haut. Mit anderen Worten: Abgestorbene Hautzellen sind eigentlich eine gute Sache, und du könntest wahrscheinlich mehr von ihnen gebrauchen.

Warum sind abgestorbene Hautschüppchen so wichtig?

Um zu verstehen, was tote Hautzellen (oder wissenschaftlich gesehen Korneozyten) so wichtig macht, müssen wir erst den natürlichen Lebenszyklus einer Hautzelle verstehen. Zuallererst vermehren sich Zellen mit einer Rate von ungefähr 40.000 pro Tag: "Neue Hautzellen entstehen in der Basalschicht der Haut", sagt Ronald Moy, zertifizierter Dermatologe und Gründer von DNA Renewal, gegenüber HelloGiggles. Bei ihrer Entstehung drücken sie ältere Zellen näher an die oberste Hautschicht (auch Stratum Corneum genannt). "Es dauert 28 Tage, bis eine einzelne Hautzelle von der Entstehung an der Basisschicht bis zur Oberfläche der Haut kommt“, erklärt Moy. "Die Rolle reifer abgestorbener Hautzellen besteht darin, die Haut an sich und vor dem Austrocknen zu schützen." Lassen wir es den Dermatologen noch einmal wiederholen:

»Ja, abgestorbene Hautzellen helfen der Haut, Feuchtigkeit zu speichern.«

Die Hautzellen wegzupeelen, bevor sie uns als Feuchtigkeitsspeicher dienen konnten, kann zu Hautproblemen führen. Du denkst jetzt sicher "Was ist mit all den Artikeln, die immer von strahlender Haut hinter den abgestorbenen Hautschüppchen sprechen?!?!" Tja, das ist nicht per se falsch. Aber eben auch nicht ganz richtig.

Darum hast du WIRKLICH trockene & fahle Haut

Diese frischen, strahlenden Zellen sind nämlich noch nicht bereit dafür, an die Oberfläche zu gelangen. Sie können noch kein UV-Licht handlen und auch nicht deine Beauty-Routine. Nach dem Peeling schaust du vielleicht kurz strahlender aus, danach hast du aber vermutlich erst recht trockene, schuppige Haut. Um es mit den Worten des Dermatologen zu sagen: "Deine Haut ist nicht trocken und fahl, weil zu viele abgestorbene Hautschüppchen da sind, sondern weil du zu wenige davon hast."

OK. Wir sind gerade völlig fertig. Tatsächlich "schuppen" wir ganz natürlich und von selbst – ohne, dass wir irgendetwas zutun müssten. Allerdings, nur, wenn wir komplett gesunde und funktionierende Haut haben. Dank schlechter Ernährung, Umwelteinflüssen, wenig Schlaf und UV-Licht passiert das aber nur selten... Deswegen ist es durchaus eine gute Idee, manchmal nachzuhelfen. Sanft.

Wie oft solltest du Peeling benutzen?

Öfter als einmal pro Woche solltest du deswegen nicht peelen. Mit einer DIY-Maske aus Joghurt und Ziegenmilch funktioniert das am Sanftesten. Die darin enthaltenen Milch- und AH-Säuren lassen nicht nur tote Hautzellen verschwinden, sondern geben der Haut auch noch Feuchtigkeit zurück. Also haucht ein kleines "Entschuldigung" an eure Haut, verzichtet von nun an auf mechanische Peelings und vertraut auf euren Körper!

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