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Abgelaufen? Schmeiß das Lebensmittel nicht weg!

Oje, das Joghurt ist bereits abgelaufen! Das bedeutet aber noch lange nicht, dass es nicht mehr genießbar ist! Das bestätigt eine aktuelle österreichische Studie.

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Ablaufdatum
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Das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum ist überschritten. Aber das heißt nicht automatisch, dass das entsprechende Lebensmittel deswegen verdorben ist und weggeworfen werden muss. Eine neue Analyse der Umweltschutzorganisation Greenpeace zeigt: 14 Tage abgelaufene Lebensmittel sind unbedenklich. Und viele sogar noch weitaus länger!

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Garant für das Schlechtwerden der Produkte

Dafür wurden zehn Lebensmittel, darunter Käse, Eier, Salami, Joghurt und verpackte Backwaren wie etwa Kuchen auf ihre Haltbarkeit getestet. Das beauftragte Lebensmittellabor hat die Produkte unter den vom Hersteller empfohlenen Bedingungen gelagert. Anschließend wurden die Waren sowohl mikrobiologisch also auch auf Aussehen, Geruch und Geschmack untersucht. Die Produkte entsprachen den Bestimmungen für Lebensmittel und zeigten keine Auffälligkeiten.

„Leider kommt es sehr oft zu Missverständnissen: Konsumentinnen und Konsumenten sehen das Datum und denken, das Produkt sei verdorben“, erklärt Nunu Kaller, Konsumentensprecherin von Greenpeace, „Dies ist aber sehr oft nicht der Fall, selbst bei Frischeprodukten wie Eiern oder Käse. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist lediglich eine Garantieerklärung seitens der Produzenten, es hat nichts mit Hygienebestimmungen oder ähnlichem zu tun.“

Jahre länger gut als angegeben

Oftmals halten Lebensmittel sogar Wochen, Monate oder Jahre länger als angegeben, wie beispielsweise Honig, Zucker, Reis, Tee oder Nudeln.

Wer sich nur auf dieses Datum verlässt, wirft daher häufig Produkte, die noch völlig in Ordnung sind, in den Müll. Stattdessen sollte man aber besser auf die eigenen Sinne vertrauen und einfach an den Lebensmitteln riechen und sie schmecken, anstatt sie ungeprüft wegzuwerfen.

Erschreckende 700.000 Tonnen Lebensmittel landen in Österreich jährlich im Müll. Mehr als ein Drittel davon aus Privathaushalten. „Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von übermäßigem Einkauf durch Angebote bei Mehrfachpackungen über eine Unkenntnis des Mindesthaltbarkeitsdatums bis hin zu falscher Lagerung der Produkte“, so Kaller.

Mindesthaltbarkeitsdatum vs Verbrauchsdatum

Das Mindesthaltbarkeitsdatum muss dabei jedoch vom sogenannten Verbrauchsdatum, das bei besonders empfindlichen Lebensmitteln wie Faschiertem und Frischfisch angebracht wird, unterschieden werden. Derartige Produkte, deren Verbrauchsdatum überschritten ist, sollten tatsächlich nicht mehr verzehrt werden.

Für gesetzliche Rahmenbedingungen, die unser Essen vor dem Mist retten

Bereits über 16.000 Menschen haben die gemeinsame Petition von Greenpeace und WWF gegen Lebensmittelverschwendung unterzeichnet. Den Link zur Petition findest du unter: lebensmittel.greenpeace.at

Thema: Ernährung

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