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So helfen Bitterstoffe beim Abnehmen

Bitter macht lustig – und schlank! Denn Grapefruit, Limette, Endiviensalat und Co. enthalten Bitterstoffe, die uns trotz weniger Kalorien satt machen.

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So helfen Bitterstoffe beim Abnehmen

Sauer macht fesch und dünn!

© Thinkstock/iStock/Dusan Milovanovic

Heute schon in eine Grapefruit gebissen? Den Saft einer Limette getrunken? Oder an einem Raddicchio geknabbert?

Wir auch nicht. Denn Bitteres ist nicht unbedingt unsere Sache. Sollte es aber. Denn Bitterstoffe helfen ganz nebenbei beim Abnehmen.

Der Grund: Bei Bitterem vergeht der Appetit erwiesenermaßen schneller. Wir essen also weniger. Dazu sind die meisten bitteren Nahrungsmittel auch wesentlich kalorienärmer.

Trotzdem passt sich die Lebensmittelindustrie dem Durchschnittsgeschmack immer mehr an. Weshalb bitter Schmeckendes immer seltener wird. Stattdessen werden den Lebensmitteln die Bitterstoffe entzogen, wird mit Zucker, Süß- und Aromastoffen die Nahrung für die Masse präpariert. Die Krux daran: Weil wir süßlich oder mild Schmeckendes lieber essen, nehmen wir auch mehr davon zu uns. Ein Domino-Effekt, der sich mit einem deutlichen Plus auf der Waage niederschlägt.

Bitterstoffe: Natürliche Appetitzügler

Tatsächlich sind Bitterstoffe Gifte, mit denen sich Gemüse, Früchte oder Salat vor Fraßfeinden schützen. Für uns Menschen sind viele dieser Stoffe richtig gesund, denn sie wirken gegen Bakterien, Krebs und Entzündungen und senken Cholesterin. Andere wiederum bekommen uns gar nicht – etwa der Stoff Solanin, der in grünen Kartoffeln vorhanden ist. Auch das Alpha-Tomatin in unreifen Tomaten ist für den Menschen nicht verträglich.

Schneller Gewichtsverlust dank Bitterstoffen

Nun kann unsere Zunge aber nicht zwischen "guten" und "schlechten" Bitterstoffen unterscheiden, Die Geschmacksrezeptoren melden unserem Gehirn in beiden Fällen: "Nicht essen!" Neurologisch bedingt tritt also Widerstand auf, der Appetit ist weg.

Dieser Mechanismus taugt natürlich vortrefflich fürs Abnehmen. Was auch eine Studie der Rutgers University in New Jersey belegt.

Für den Versuch erhielten 520 übergewichtige Männer und Frauen drei Monate lang zusätzlich zu ihrer gewohnten, fettreichen und süßen Ernährung ein bitterstoffreiches Extrakt aus Wildkräutern. Der Effekt: Die Probanden aßen tatsächlich weniger. Und nahmen im Schnitt 4,1 Kilogramm ab.

Zwar war das Extrakt, das die Forscher den Studien-Teilnehmern gaben, extrem bitter. Aber auch natürliche Bitterstoffe, wie sie in Chicoree, Zitronen, Grapefruit oder auch Kohlsprossen enthalten sind, wirken als Appetitbremse.

Dafür dürfen wir unsere Zunge und Geschmacksnerven aber vor dem Konsum von bitteren Nahrungsmitteln nicht mit Süßem oder Fettigem überlagern. Also den Raddicchio-Salat besser mit einer Essig-Vinaigrette statt mit einem Joghurt-Dressing zubereiten und den Kaffee lieber schwarz als mit Milch und Zucker trinken.

Thema: Diät