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Echt? Kann man sich schlank ATMEN?

Wir kriegen gleich Schnappatmung! Denn mit der richtigen Atemtechnik kann man quasi nebenbei ein wenig abnehmen. Schlank durch Atmen: Was du wissen musst.

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Echt? Kann man sich schlank ATMEN?
© iStockphoto

Wir atmen einmal ganz tief ein. Und dann fest wieder aus! Denn Wissenschaftler haben herausgefunden, dass man beim Atmen abnehmen kann. Und jetzt folgt keine Blödsinns-Erklärung, dass man ja allein schon durch die Atembewegung zahlreiche Kalorien verbrennen könne, keine Bange. Derlei wäre totaler Holler, denn Atmen müssen wir erwiesenermaßen alle – und trotzdem haben wir nicht den Körper von Gisele Bündchen.

Nein. So einen Quatsch wollen wir dir nicht verkaufen. Sondern liefern dir medizinische Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Gewichtsverlust und der richtigen Atemtechnik. Und wie immer hat alles mit unserer Verdauung zu tun.

Was Atmen mit besserer Verdauung zu tun hat

Um die Verdauung anzukurbeln, brauchen wir Sauerstoff im Bauch (nicht die Gase, die zu Blähungen führen. Sauerstoff!). Denn durch den Sauerstoff wird die Nahrung besser verwertet, wir haben weniger Hunger und essen auch weniger. Und noch ein wenig mehr der Fakten: Beim Essen nehmen die meisten von uns überwiegend Fette und Kohlenhydrate zu sich. Der Unterschied zwischen diesen Nahrungsbestandteilen ist, dass Kohlenhydrate in ihrer chemischen Zusammensetzung Sauerstoff enthalten. Leidet der Körper unter einer Unterversorgung mit Sauerstoff, verarbeitet er logischerweise zunächst vor allem jene Nahrungsbestandteile, die Sauerstoff liefern. Und das sind die energiereichen Kohlenhydrate. Die Fette, die wir ja eigentlich loswerden wollen, bleiben unangetastet.

Kurzum: Durch richtiges Atmen kurbelst du Verdauung und Fettverbrennung an. Klingt super, aber....

Wie geht die richtige Atemtechnik?

Die meisten von uns atmen leider nicht mehr richtig. Oder besser: zu flach. Dabei füllen sich unsere Lungen zwar mit etwa zwei Litern Sauerstoff pro Minute, die Körperzellen und übrigen Organe wollen aber mehr. Nur mal ein Beispiel: Beim Sport wollen unsere Lungen 57 Liter Sauerstoff. Wir wiederholen: 57!

Wir müssen also wieder tiefer atmen. Und das geht so: Atme tief und langsam durch die Nase ein und achte dabei auf deinen Bauch. Hier soll die Luft ankommen! Ob du es richtig machst, erkennst du daran, dass sich die Bauchdecke hebt. Atme dann durch den Mund wieder aus und lass die Luft dabei ganz langsam durch deinen Mund entweichen.

Wie merke ich, ob ich durch Atmen die Verdauung anrege?

Du solltest die Übungen so oft es geht wiederholen – am besten nach dem Mittagessen im Büro oder nach dem Abendessen auf der Couch. Die Wirkung erkennst du an einem deutlichen Glucksen und Blubbern in deinem Bauch... Dein Magen beginnt zu arbeiten, die Magensäfte blubbern.

Kann ich den Heißhunger durch Atmen eindämmen?

Ja. Denn meistens greifen wir zu Essen, wenn wir gestresst sind. Nervennahrung – leider oft ungesunde Snacks, die wir ohne ordentlich zu kauen verschlingen. Oder wir snacken aus Langeweile. Beide Heißhungerattacken kann man mit Atemübungen mildern oder sogar gänzlich umschiffen. Nimm' dir einen kurzen Moment nur für dich. Schließe die Augen, atme tief durch die Nase ein. Stell' dir dabei vor, wie die Luft ganz langsam deine Nase hochwandert, wie sie sich in deinem Kopf verteilt und dich erfrischt. Dann atmest du sehr langsam wieder durch den Mund aus. Beim nächsten Atemzug stellst du dir vor, dass dein Brustraum mit Sauerstoff geflutet wird, danach dein Magen, dein Becken, deine Schenkel... Setze fort, bis du bei deinen Füßen angekommen bist. Du wirst merken: Der Heißhunger ist vergangen, du fühlst dich klarer und entspannter und nicht mehr hungrig.

Wann sind die Atemübungen fürs Abnehmen am effektivsten?

Vor dem Schlafengehen! Denn in der Nacht kann dein Verdauungssystem in Ruhe arbeiten. Damit der Magen-Darm-Trakt dabei nicht gestört wird, sollte der Schlaf möglichst ruhig und tief sein. Diese Atemtechnik hilft: Linke Handfläche auf die Brust, recht auf den Bauch legen. Nun stellst du dir vor, dass du in zwei Stufen atmest. Erst in die linke, dann in die rechte Hand. Du spürst regelrecht, wie sich die Luft unter deinen Handflächen sammelt. Nun umgekehrt wieder ausatmen. Übung wiederholen, bis du merkst, dass sich dein Herzschlag verlangsamt und Ruhe in deinem Körper ausgebreitet hat.