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Du willst abnehmen? Dann brauchst du einen Spiegel

Du willst Gewicht verlieren, dich gesünder ernähren? Dann brauchst du einen Spiegel. Es ist aber nicht so, wie du jetzt gleich denkst... es gibt einen anderen psychologischen Grund.

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Du willst abnehmen? Dann brauchst du einen Spiegel

Wenn du vor einem Spiegel isst, ernährst du dich besser

© iStockphoto

Wetten, du hast beim Lesen der Überschrift gedacht: Na super, WOMAN . Jetzt willst du mir also erklären, dass ich mich vor den Spiegel stellen, meinen Anblick richtig hässlich dick und unförmig finden soll – und schon steigt die Motivation, abzunehmen und alles ist ein Klacks.

Stimmts oder haben wir recht? Aber ehe du uns in Kommentaren abstrafst: es ist natürlich nicht so. Es geht nicht darum, sein Selbstbild zu demütigen und dann, tralala, die Kilos zu verlieren.

Sondern es gibt einen wissenschaftlich erwiesenen Grund, warum ein Spiegel tatsächlich dabei hilft, Gewicht abzunehmen und dich gesünder zu ernähren (nicht wir haben uns das ausgedacht! ).

Warum ein Spiegel beim Abnehmen hilft

Die aktuelle Studie der University of Central Florida , publiziert im „Journal of the Association for Consumer Research“, fand heraus, dass wir unser Essverhalten zum Positiven ändern, wenn wir unsere Mahlzeiten vor einem Spiegel konsumieren.

Das mag sich zwar zunächst absolut absurd anhören, wurde aber von den Ernährungspsychologen in einem Experiment nachgewiesen: 185 Studenten konnten zwischen einem Schokokuchen und einem Obstsalat wählen. Verspeisen durften sie die Mahlzeiten in einem Raum mit und in einem ohne Spiegel.

Es stellt sich heraus: jene Probanden, die in dem Raum mit Spiegel ihren Schokokuchen mampften, aßen weniger und beurteilten auch den Geschmack des Kuchens schlechter als jene Teilnehmer, die ihre Süßspeise ohne Spiegel vertilgten.

Für jene Gruppe, die den gesunden Obstsalat gewählt hatte, spielte es weder in Menge noch Geschmacksurteil eine Rolle, ob in dem Raum ein Spiegel vorhanden war.

„Ein Blick in den Spiegel erzählt Menschen mehr als nur über ihre physische Erscheinung. Es ermöglicht ihnen, sich selbst objektiv zu sehen“, erklärt Studienleiter Ata Jami.

Wir fühlen uns schlechter, wenn wir Junk vor einem Spiegel essen

Isst man also vor einem Spiegel Junk Food, dann meldet sich sofort das schlechte Gewissen. "Das Unbehagen erhöht sich," so der Ernährungspsychologe, "Spiegel helfen Menschen, sich zu vergleichen und ihr Verhalten mit den sozial korrekten Standards abzustimmen. So verurteilt man Abweichungen von der Norm stärker."

Wer also zu Hause einen Spiegel platziert, greift eher zum Obst als zur Schokolade, so die Conclusio der Forscher. Entscheidend für den Erfolg der "Spiegel-Methode" ist allerdings, dass man sein Essen selbst gewählt hat – und nicht einfach nur das reinschaufelt, was man vorgesetzt bekommt.

Warum auch gesundes Essen dick machen kann

Das klingt ja ganz wunderbar. Wir stellen einen Spiegel auf den Tisch und hören auf der Stelle auf, uns ungesund zu ernähren... Schon nähert sich unsere Figur Supermodel-Maßen.

Ganz so einfach ist es natürlich nicht. Denn es wird nur unser Bewusstsein für gesunde Ernährung geschärft – aber es hindert uns nicht daran, große Mengen davon in uns reinzustopfen.

Denn eine weitere im „Journal of the Association for Consumer Research“ veröffentlichte Untersuchung warnt: Fettleibigkeit kann sich gerade mit gesunder Nahrung verstärken. Denn viele Menschen sitzen dem Irrglauben auf, sie könnten wesentlich mehr davon in sich reinschaufeln, weil es ja gesund sei. Zudem fühlen sich Menschen nach einem gesunden Essen weniger vollgestopft - und damit steigt wieder die Wahrscheinlichkeit für zusätzliche Snacks.