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Abrechnung: "Mütter sind an allem schuld!"

Stressmacher. Wer hat die Nase vorn im Kampf um den Titel 'Supermutti'? Wer beherrscht das Erziehungs-Abc perfekt? Ein Buch rechnet ab mit überengagierten Müttern. Die Thesen unter der Lupe.


Abrechnung: "Mütter sind an allem schuld!"
© Knaur Verlag

Der größte Feind der Mutter ist die Mutter neben ihr“, ist Gerlinde Unverzagt überzeugt. Die 47-jährige Berliner Autorin („Das Lehrer­hasserbuch“ war ein Bestseller, Anm. d. Red.) – alleinerziehende Mutter von vier Kindern – weiß, wovon sie redet. Hat sie doch früher selbst im Wettstreit um das adretteste Kind, die gesündeste Ernährung und die frühestmögliche Talentförderung der Sprösslinge mitgekämpft. Bis sie sich eines Nachts statt zu schlafen beim Dinkelkeksebacken wiederfand und sich die Frage stellte: „Was mache ich hier eigentlich?“

Nach ihrem Bewusstseinswandel hat sie ihre Erlebnisse unter dem Pseudonym Lotte Kühn niedergeschrieben und prangert in „Supermuttis“ die überengagierten Mütter an. „Im Streit zwischen ihnen um das ‚gelbe Trikot‘ der einzig Guten, Wahren und Schönen ist uns eine neue Ikone entstanden: die Supermutti.“ Mit spitzer Feder beschreibt Unverzagt den täglichen Imagekampf am Spiel- und Sportplatz – und den Zickenterror zwischen jenen Frauen, die sich traditionell für Kinder und Küche entscheiden, und solchen, die Kinder und Karriere vereinbaren. Aber nicht nur zwischen diesen beiden Lebens­modellen beobachtet Unverzagt mütterlichen Wettstreit. „Die Biomutter schüttelt den Kopf über Tiefkühl- und Dosenmütter, Mütter mit Jeansgröße 34 lästern über Mütter, die von der Idealfigur deutlich einige Kilos entfernt sind …“, so die Deutsche in ihrem Buch.

Alles nur übertrieben? WOMAN stellte die Frage: Ist die Lage wirklich so schlimm? Und lässt eine Mama reden, die die Sache anders sieht: Julia Scharinger-Schöttel, die mit 35 Tochter Marie Luna bekam, sieht das Mutterdasein mittlerweile entspannt. „Anfangs fiel es mir schon schwer, mich auf die neue Situation einzustellen“, gibt die Wiener Grafikdesignerin offen zu. „Das lag aber daran, dass ich davor in meinem Leben noch nie mit Babys konfrontiert war. Plötzlich war alles anders!“ Konkurrenzkämpfe gab es hingegen nie: „Wenn ich Hilfe brauchte, habe ich die von anderen Müttern immer bekommen.“ Auch von Mütterschuld und anderen Thesen Unverzagts will Scharinger-Schöttel nichts wissen. Anstatt sich Gedanken darüber zu machen, was andere von ihr denken, setzte sie auf Intuition: „Mit der Zeit lernt man, sich zu entspannen, sonst hätte man als Mama ja ein Horrorleben!“

Die ganze Story finden Sie im aktuellen WOMAN