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Abschiebung von Familie in den Kosovo verhindert: Vorarlberger zeigen Zivilcourage

Weil sich Bekannte, Freunde und Gemeindevertreter bei der geplanten Abschiebung vor Familie Durmisi stellten, musste die Fremdenpolizei vorgestern Nacht unverrichteter Dinge wieder abziehen. Ein Akt von Zivilcourage, der beweist, dass Nächstenliebe oft mehr zählt als Gesetze.


Abschiebung von Familie in den Kosovo verhindert: Vorarlberger zeigen Zivilcourage
© Dietmar Mathis

Es ist vier Uhr morgens in Röthis, als die Fremdenpolizei bei den Durmisis vor der Tür steht. Die Eltern Elvis (nicht im Bild) und Anela samt Töchtern Anetta, 6, und Amina, 2, sollen in den Kosovo abgeschoben werden. Doch: an die 40 Bekannte, Freunde sowie der Bürgermeister der Vorarlberger Gemeinde, Norbert Mähr, verhinderten den Zugriff im Morgengrauen durch eine Blockade. Mähr nahm Kontakt zu Fremdenpolizei und Sicherheitsdirektion auf und erwirkte einen vorläufigen Stopp des Abschiebeverfahrens.

Die Begründung für den negativen Asylbescheid ist bizarr: Elvis Durmisi hatte im Vorjahr seine Eltern in Köln besucht. Nur als Asylwerber darf er Österreich eigentlich nicht verlassen. Aufgrund dieses illegalen Grenzübertritts wurde von Deutschland ein Aufenthaltsverbot erteilt, das für den gesamten Schengenraum (also auch für Österreich) gültig ist.

Dass die vierköpfige Familie jetzt in ihrer neuen Heimat bleiben kann, ist also dem Einsatz einer ganzen Gemeinde zu verdanken. Ein Beweis dafür, dass Zivilcourage viel bewirken kann...