Ressort
Du befindest dich hier:

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz: Die Act4Respect-Hotline hilft

Das Projekt Act4Respect wurde von der Arbeiterkammer Wien und dem Verein Sprungbrett ins Leben gerufen, um eine Anlaufstelle für Opfer sexueller Belästigung am Arbeitsplatz zu bilden.

von

sexueller missbrauch arbeitsplatz
© iStock

56 Prozent der ArbeitnehmerInnen in Österreich wurden schon Opfer sexueller Belästigung im Arbeitsumfeld. Diese erschreckende Zahl wurde im Arbeitsklima-Index 2018 veröffentlicht. Dazu zählen nicht nur körperliche Übergriffe, sondern auch unerwünschtes Anstarren und abfällige Bemerkungen von männlichen Kollegen. Und die Zahl der Übergriffe ist in den letzten Jahren immer nur gestiegen!

Was tun, wenn man selbst Opfer wird?

Was können Betroffene also tun, um sich gegen solche Übergriffe zu wehren? Grundsätzlich war es immer möglich, sich direkt an die Arbeiterkammer zu wenden. Doch nun wurde von der AK Wien und dem Verein Sprungbrett ein neues Projekt ins Leben gerufen, das sich auf diese Problematik spezialisiert hat. Act4Respect bietet nicht nur die Möglichkeit einer Beratung am Telefon oder per Mail, sondern sorgt auch für Weiterbildungen in Unternehmen.

Eine solche Anlaufstelle war mehr als dringend nötig, denn an einer Sensibilisierung für diese Thematik muss aktiv gearbeitet werden. Die #MeToo-Bewegung von 2017 (Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs in Hollywood-Kreisen) hat dabei eine sehr wichtige Rolle gespielt. Doch viele Betroffene leiden weiter still unter den Übergriffen, was auch mit einer mangelnden Definition zu tun hat.

Nicht nur körperliche Übergriffe zählen als sexuelle Belästigung

Denn was zählt überhaupt als sexuelle Belästigung? Wie oben erwähnt, fallen auch Anstarren und abfällige Bemerkungen darunter. Die Arbeiterkammer hat hierzu eine Liste mit Beispielen veröffentlicht. Darunter fallen etwa:

  • Poster von Pin-ups im Arbeitsbereich (auch am Computer)
  • anzügliche Witze, Hinterherpfeifen
  • Versprechen von beruflichen Vorteilen bei sexuellem Entgegenkommen
  • unerwünschte Einladungen mit eindeutiger (benannter) Absicht
  • anzügliche Bemerkungen über Figur oder sexuelles Verhalten im Privatleben

Doch selbst wenn die Punkte so genau abgesteckt sind, fällt es den Betroffenen nicht leichter darüber zu sprechen. Dabei betreffen die negativen Konsequenzen nicht nur das Privat-, sondern auch das Arbeitsleben der Opfer: geringere Motivation, Konzentrationsprobleme und gesundheitliche Folgen, die in einer Arbeitsunfähigkeit resultieren können.

Die Hotline bietet Betroffenen die Möglichkeit, vertraulich und kostenlos über die Vorkommnisse zu sprechen. Außerdem wird auch bei etwaigen weiteren Schritten mitgeholfen. Zusätzlich können Unternehmen von der Expertise profitieren und ihr Personal für das Thema sexuelle Belästigung sensibilisieren lassen.

Brauchst du Hilfe?

Act4Respect Telefonberatung österreichweit unter der Nummer 0670 600 70
Montag 11:00 – 14:00 und Donnerstag 16:00 – 19:00 Uhr
Anonym & kostenlos

Diese Artikel könnten dich auch interessieren: