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Ätherische Öle könnten gegen deinen Schnupfen helfen!

Was riecht nicht nur gut, sondern macht auch Nasen frei? Bingo, ätherische Öle. Ein Hausmittel, das noch nicht so bekannt ist, aber wirkt. So wendest du die Düfte richtig an. Mit Rezepten für Groß und Klein.

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Ätherische Öle könnten gegen deinen Schnupfen helfen!

Herbstzeit ist Schnupfenzeit - das kannst du dagegen tun!

© istockphoto.com

(aktualisiert am: 15. November 2018)

Kaum wird es draußen kalt und ungemütlich, fängt die Nase an zu laufen. Womöglich gleich bei der ganzen Familie. Zu Husten, Kopfweh und schlechter Laune ist es dann auch nicht mehr weit. Die Frage ist, ob man den Patienten im häuslichen Lazarett gleich mit der vollen Bandbreite aus der Apotheke kommt, oder ob man zuerst mal auf Hausmittel setzt. Wir hätten da was! Eine angenehme, wohlduftende und doch effektive Alternative, noch relativ unbekannt: ätherische Öle. Die Duftlampe holt man in der nasskalten Jahreszeit ohnehin gern raus, warum nicht gleich das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Denn die Essenzen haben eine ausgeprägte pharmakologische Wirkung. Sie sind desinfizierend, antiseptisch und schleimlösend - ideale Helferlein bei Erkältungen. Molekularbiologin Bettina Görner (aetherio.de) ist Expertin für Aromatherapie und entwickelt auch selbst Duftsprays. Sie erklärt, welche die besten Heilmittel im Herbst sind, wie man sie gefahrlos auch bei Babys und Kleinkindern anwendet und verrät vier Rezepte, die bei Erkältung helfen.

Nasenschmeichler

Ätherische Öle sind Duftstoffe, die durch die chemischen Prozesse der Destillation, Extraktion oder Expression aus Blüten, Blättern, Rinden, Hölzern oder Harzen der Pflanzen gewonnen werden. Die Essenzen sind sehr konzentriert, für ein kleines Fläschchen werden oft sogar mehrere Tonnen Rohstoffe verarbeitet, vor allem bei Blütenölen. "Was da rauskommt ist wie Kräutertee, nur für die Nase und viel intensiver", weiß Expertin Görner. Auch die Wirkweise ist ähnlich. "Beim Tee wandern die Pflanzenstoffe über die Magenschleimhaut ins Blut. Bei den Ölen passiert das über die Nasenschleimhaut." Diese Effekt ist auch wissenschaftlich bestätigt, anders etwa als bei der Homöopathie. Mittlerweile werden sogar Medikamente mit den Essenzen verkauft.

Richtig nützen

Die einfachste und auch verbreitetste Anwendungsform ist die Duftlampe. Görner empfiehlt aber, besser einen Kaltvernebler oder Diffusor zu benutzen. Das ist schonender für temperaturempfindliche Öle. Man kann die Düfte aber auch direkt auf die Haut auftragen. Dafür mixt man sie mit einem Trägeröl, z. B. aus Mandel oder Jojoba. Diese Mischung wird dann direkt auf Brust oder Fußsohlen einmassiert. Eine daraufgelegte Wärmflasche verstärkt die Wirkung noch. Eine weitere Anwendungsart, vor allem für größere Kinder und Erwachsene, ist die Badewanne. Da die Essenzen nicht wasserlöslich sind, werden sie mit Schlagobers oder auch Honig verrührt, bevor man sie ins Badewasser gibt. Der Vorteil: Das sorgt auch für weiche Haut.

Menthol-Gerüche

Und welche Duftrichtungen helfen jetzt gegen Schnupfen, Husten und grippale Effekte? Am besten sind Thymian Linalool, Cajeput und Myrte. Ihr Vorteil: Sie wirken sanft, dadurch sind sie für die ganze Familie geeignet, auch für Kleinkinder und sogar Babys ab sechs Monaten. "Andere Düfte wie Eukalyptus oder Pfefferminz wären für die Kleinen zu stark reizend bzw. schleimlösend, sie können sich ja noch nicht so gut schneuzen oder abhusten", betont Görner. Sie empfiehlt, die Düfte mit dem Trägeröl direkt in die Haut einzumassieren. "Bei Babys unter einem Jahr sollte man aber nur den Rücken einreiben. Die haben noch einen sehr sensiblen Geruchssinn und reagieren bereits auf Konzentrationen, die Erwachsene noch gar nicht wahrnehmen." Ihre Empfehlung: In 50 ml Trägeröl nie mehr als 5 Tropfen ätherisches Öl geben. Bei Kleinkindern ab einem Jahr kann man diese Menge auf 10 Tropfen steigern (Rezepte unten). Die Mischungen helfen natürlich auch Erwachsenen. Trage diese einfach unter der Nase auf, rät Görner. Praktischer Nebeneffekt: Es verhindert offene Schnupfennasen. Prinzipiell macht es Spaß, mit Ölen herumzuprobieren, aber sie haben natürlich, wie jedes Hausmittel, ihre Grenzen. Bessern sich die Erkältungssymptome nicht oder fiebern Kinder hoch, geht es ab zum Arzt.

Schnief ... Öle und Salben für rinnende Nasen

Schnupfen- und Hustenöl für Kinder

50 ml Mandelöl süß mit 5 Tropfen Thymian Ct. Linalool, 3 Tropfen Cajeput, 2 Tropfen Lavendel vermengen. Die Mischung auf Brust und Rücken sanft einmassieren.

Beruhigendes Massageöl für Babys

50 ml Mandelöl süß vermischen mit 3 Tropfen Lavendel fein und 2 Tropfen Mandarine rot. Damit den Rücken einreiben. Beruhigt die Babys, wenn sie verkühlt sind.

Bad für Kinder und Erwachsene

5 Tropfen Cajeput mit 2 Esslöffeln Honig oder 100 ml Schlagobers vermischen, dann ins Badewasser geben. Die Öle sind nicht wasserlöslich, Honig bzw. Fett dienen als Träger.

Fußwickel für Kinder

10 ml Jojobaöl mit 1 Tropfen Myrte vermischen und in die Fußsohlen einreiben. Mit einem Handtuch eine Wärmflasche darumwickeln.