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Aisha gibt nicht auf - Model trotz Narben:
"Ich möchte anderen Mut machen!"

Gewalt hätte ihre Psyche fast zerstört, ein Brandanschlag ihren Körper. Doch Aisha H., 47, hat nicht aufgegeben. Und will mit ihrer Geschichte anderen Frauen Mut machen.


Aisha gibt nicht auf - Model trotz Narben:
"Ich möchte anderen Mut machen!"
© WOMAN/Wurnig

Eine Frau mit endlos langen Beinen, zierlichem Gesicht und blonder Lockenpracht steht uns gegenüber. In den Augen ein bisschen Nervosität, in den Bewegungen kleine Unsicherheiten, in der Stimme aber Ruhe und Souveränität. Nichts würde auf den ersten Blick etwas von ihrem Leben voller Gewalt und Leid verraten. Nichts würde erkennen lassen, dass sie noch immer wütend ist auf sich selbst: Gabriele Hajdin wurde vor zwanzig Jahren von ihrem Mann mit Nitroverdünnung überschüttet – und angezündet. An Hals, Brust, Bauch und Armen hat sie seitdem Brandnarben. Die körperlichen Schmerzen sind vergangen, geblieben sind die seelischen. „Ich habe mich geschämt“, sagt die 47-Jährige. „Und auch heute noch passiert es manchmal, dass ich nicht ins Freibad gehe, weil die Leute gaffen.“

Mut zum Handicap
Doch Aisha – so nennt sich Gabriele seit einiger Zeit, weil „ich mit meinem alten Namen zu viele schlechte Erinnerungen verbinde“ – hat nicht aufgegeben. Sie erinnert sich: „Ich wollte damals nicht jammern. Es war schon passiert, und ich musste sehen, dass ich das Beste daraus mache. Mich ständig zu fragen, warum das gerade mir zugestoßen ist, hätte nichts gebracht. Es gibt so viele, denen es viel schlechter geht …“

Vor vier Jahren hat Aisha, die im Wiener AKH als Diplomkrankenschwester arbeitet, all ihren Mut zusammengenommen und sich ihren Kindheitstraum vom Modeln erfüllt. Sie bewarb sich bei der österreichischen Besetzungsagentur „Actors & Company“ – und erhielt prompt die ersten Aufträge in TV-Werbungen und Seifenopern. Auch für einige Fotoproduktionen wurde sie gebucht. „Ich habe schon viele Shootings gehabt! Die Leute buchen mich gerne, gerade weil ich anders bin“, erzählt sie WOMAN im exklusiven Interview, meint damit aber nicht ihre Narben. Denn die hat sie nur einmal auf einem Foto gezeigt. „Besonders stolz bin ich auf mein neuestes Projekt“, fügt sie hinzu und meint damit die Fotoserie „wounded woman“. „Ich möchte mit der Geschichte zeigen, dass man sich auch mit einem Handicap nicht zu verstecken braucht und sich seine Träume erfüllen kann. Wer stellt sich schon hin und lässt sich mit Narben fotografieren? Ich! Es hat mein Selbstbewusstsein gesteigert“, ist Aisha stolz. „Die Bilder erzählen von meinem Leben – verletzt, vergewaltigt, gedemütigt!“

LESEN Sie die ganze Geschichte in WOMAN 03/09!