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Job-Inserat: "Frauen verdienen weniger" – Online-Aktion macht auf Gender Pay Gap aufmerksam

Frauen entgeht im Durchschnitt jährlich eine Summe von 10.000 Euro brutto. Eine Wiener Social Media-Agentur macht nun auf die Problematik aufmerksam.

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Job-Inserat: "Frauen verdienen weniger" – Online-Aktion macht auf Gender Pay Gap aufmerksam

Wenn es mit der gleichen Geschwindigkeit weiter geht wie bisher, dauert es noch ganze 80 Jahre bis Frauen in Österreich gleich viel verdienen wie Männer.

© iStock

Ein Job – zwei Gehälter: 250 Euro weniger für eine Stelle, wenn man sich als Frau bewirbt.
Ähm, bitte wie!? Gerade ist uns folgende Stellenanzeige untergekommen:
Gesucht: Bürokaufmann/-frau
Männer: 2.500 €
Frauen: 2.250 €

Beim Draufklicken dann aber die Erklärung für die nach Geschlechtern aufgeteilte Gehaltsinfo: Hinter der Anzeige steckt eine Online-Aktion von „Toman + Meyer“, einer Social Media-Agentur aus Wien. Geschäftsführer Thomas Meyer, 34, erklärt: „Es gibt viele Dinge, die in puncto Gleichberechtigung noch getan werden müssen, doch für mich ist der Gender Pay Gap die wohl unerträglichste Diskriminierung.“ Zusammen mit seinem Team hat er jetzt die Initiative „#GleichIstGleich“ gelauncht und will damit aufzeigen, wie eklatant sich die Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau noch immer gestalten. „Es gibt, ökonomisch betrachtet, natürlich einen Prozentteil, der sich durch Teilzeitmodelle, Karenzierungen etc., erklären lässt.“

Einschub: Aus einer Studie der „Statistik Austria“ geht hervor, dass knapp die Hälfte der unselbstständig erwerbstätigen Frauen in Teilzeit arbeitet – das allerdings nicht immer freiwillig. 55 Prozent von ihnen müssen in Sachen Arbeitszeiten zurückschrauben, weil es aufgrund mangelnder Kinderbetreuung oft gar nicht anders möglich ist. In Branchen wie Pflege oder Handel werden außerdem hauptsächlich Jobs mit einem Arbeitsausmaß von weniger als 35 Stunden angeboten.

„Dann bleibt noch dieser Restunterschied zwischen den Gehältern von Männern und Frauen, der auf reiner Willkür und einem bestehenden Rollenmodell zurückzuführen ist“, so Meyer. Aufs Jahr gerechnet sind das hierzulande durchschnittlich 10.000 Euro, die Frauen weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen in entsprechenden Posten. Umgerechnet bedeutet das wiederum, dass wir heuer ab 21. Oktober gratis arbeiten. Im Vergleich zum Vorjahr immerhin eine Verbesserung um einen Tag … Im Bundesländervergleich liegt Wien übrigens vorn mit „nur“ 14,5 Prozent weniger Verdienst, Schlusslicht ist Vorarlberg mit 27,2 Prozent.

Meyers Anliegen daher: Aufmerksamkeit zu erzeugen. „Gerade in Österreich, einem Land in dem wenig Offenheit und Transparenz in puncto Gehälter herrscht, ist es wichtig, aufzuklären! Das Thema muss mehr Sichtbarkeit erhalten. Und auf Worte müssen Taten folgen und genau an diesem Punkt stehen wir. Wir dürfen keine Abhängigkeiten weiterführen, sondern müssen diese aufbrechen und Platz für Entscheidungen schaffen.“

Thema: Feminismus