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Aktivkohle-Croissant: Muss das sein?

Wir dachten, dass Aktivkohle wieder out ist, doch nun überrascht uns eine englische Restaurantkette mit schwarzen Croissants. Sie sollen besser schmecken als sie aussehen.

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Aktivkohle Croissant
© instagram.com/cocodimamauk

Sie sehen verbrannt aus, keine Frage. Dabei ist der tiefschwarze Look kein Fehler der Backenden, sondern so gewollt. Denn die Croissants auf dem Foto haben eine ganz bestimmte Zutat: Aktivkohle. Die englische Restaurantkette Coco Di Mama, die für italienisches Fast Food bekannt ist, bietet die schwarzen Croissants an. Und sie sollen natürlich mehr können, als nur sehr unheimlich ausschauen: Durch die Aktivkohle hilft das Croissant beim Detoxing, reinigt den Körper von Giftstoffen und neutralisiert den Überschuss an Magensäure.

Im Klartext: Dieses giftig aussehende Gebäck ist ein veganer Kater-Snack. Doch dafür wird das Croissant nicht etwa gefeiert, sondern ziemlich hart veräppelt. Vor allem in den sozialen Medien greifen sich viele an den Kopf. "Das ist sogar für Ost-London etwas zu viel" , schreibt Twitter-Userin Amy Charlotte Kean. "Ich habe beim Produktentwicklungs-Meeting Mäuschen gespielt: 'Ok, wer hat dieses vegane Croissant verbrannt?' 'Das ist nicht verbrannt, da ist Aktivkohle drin...'" , spricht Matt Rogan vielen aus der Seele.

Natürlich kann man die schwarzen Croissants als Versuch von Coco di Mama sehen, ein bisschen ins Rampenlicht zu kommen. Wir leben in Zeiten des Millennial-Food. Das ist Essen, das oft ganz extrem daherkommt, nur um Berühmtheit im Internet zu erlangen. Für den viralen Moment denken sich Restaurants, Cafés und Bars verrückte Kreationen aus, deren aber langsam viele Menschen überdrüssig werden. Mal ehrlich: Auch ein 20-jähriger Twitter-Boy möchte einfach gutes Essen und nichts aus Frankensteins-Küche, das auf einem Foto ganz gut aussieht.

Gut, das schwarze Croissant ist zwar nicht wahnsinnig fotogen, doch durch die Trendzutat Aktivkohle möchte es herausstechen. Dabei ist es vielleicht gar nicht so clever, diese Substanz unter die Menschen zu bringen, schließlich ist das ein Wirkstoff, der eigentlich nur in der Apotheke erhältlich ist. Und das zu gutem Grund, denn die Aktivkohle bindet Wasser im Körper, zieht so Schadstoffe im Körper an und hilft beim Entgiften. Doch Aktivkohle kann dem Körper auch wichtige Stoffe entziehen und kann somit auch mit der Wirkung von Medikamenten kollidieren.

Dies wurde ebenfalls am Falle eines viralen Lebensmittels deutlich: 2016 verbreiteten sich in den sozialen Medien schwarze Smoothies. Es wurde diskutiert, ob Aktivkohle nicht die Wirkung der Antibabypille beeinflusst. Und es gibt durchaus Stimmen, die sagen, dass man bei der Einnahme von Aktivkohle, noch zu einem zweiten Verhütungsmittel greifen soll. Natürlich weiß man nicht, wie viel Aktivkohle in den Croissants enthalten ist, doch ganz so harmlos ist das Gebäck vielleicht doch nicht.

Thema: Ernährung

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