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Aktrice Katherine Heigl in WOMAN-Talk über ihren neuen Film "So spielt das Leben"

Ja, nach außen hin kann man Katherine Heigl in die typische Hollywood-Schublade stecken: Sie dreht eine romantische Komödie nach der anderen, adoptierte wie viele andere Stars ein Waisenkind und verhält sich ein wenig divenhaft – was sie sich als bestbezahlte Seriendarstellerin aber wahrscheinlich auch leisten darf. Trotzdem ist sie ein bodenständiger Mensch geblieben, sie kann herzhaft lachen, und auch ihr Privatleben ist absolut skandalfrei. Im Kino war die „Izzie Stevens“ aus „Grey’s Anatomy“ erst kürzlich an der Seite von Ashton Kutcher in „Kiss & Kill“ zu sehen; am 22. 10. kommt Heigl, 31, gleich mit der nächsten Love-Comedy ins Kino – an der Seite von „Las Vegas“-Serienstar Josh Duhamel. Und in „So spielt das Leben“ dreht sich alles um Heigls derzeitiges Lieblingsthema Kinder: Holly und Eric sind die besten Freunde eines verheirateten Paares und Taufpaten deren Tochter. Die beiden können sich aber so wenig leiden, dass sie es nicht einmal einen ganzen Abend miteinander aushalten. Doch als ihre Freunde bei einem Unfall ums Leben kommen, müssen sich die zwei gemeinsam um die kleine Sophie kümmern – und das laut Anwalt auch noch unter einem Dach! Die Katastrophe scheint programmiert …


Aktrice Katherine Heigl in WOMAN-Talk über ihren neuen Film "So spielt das Leben"
© © 2010 Warner Bros Ent. All Rights Reserved.

Dass sich auch privat bei Heigl zurzeit alles um Windeln, Babybrei und Kinderlieder dreht, kann man sich zu Beginn des WOMAN-Interviews im Loews Regency Hotel an der New Yorker Park Avenue gar nicht vorstellen. Gestylt in Lederhose, beigem Top und eleganter Blässe, betritt sie selbstbewusst den Raum. Zwischen den Lippen ein chicer roséfarbener Inhalator – die Aktrice will sich das Rauchen abgewöhnen, ihrer Adoptivtochter zuliebe. Im September 2009 adoptierten sie und ihr Ehemann, Musiker Josh Kelley, das koreanische Mädchen Naleigh, 2. Voll Stolz erzählt Heigl vom perfekten Familienglück …

Woman: Zwei Komödien in drei Monaten – das ist eine Leistung!

Heigl: Ich liebe meinen Job, wenn ich damit unterhalten kann. Irgendwann werde ich die Leute auch mal wieder anders bewegen wollen. Aber „Grey’s Anatomy“ war ernst genug, jetzt machen mir lustige Dinge richtig Spaß.

Woman: Sie spielen oft an der Seite von schönen Männern. Lässt das Ihren Mann kalt?

Heigl: Nein (lacht) , aber er weiß, dass das zum Job gehört. Und Josh kennt er, deshalb war das diesmal okay.

Woman: Sind Sie mit Josh und seiner Frau Fergie (Anm.: Black-Eyed-Peas-Sängerin) privat befreundet?

Heigl: Ja, wir trafen sie auf unseren Flitterwochen, sie hatten sich gerade erst verlobt. Mit viel Tequila verbrachten wir einen verrückten Abend zusammen. Mein Mann und Fergie begannen dann auch noch zu singen! Josh Duhamel und ich saßen total betrunken daneben und schauten ihnen dabei zu (lacht) .

Woman: Sie drehten mit Gerard Butler, Ashton Kutcher und jetzt Josh Duhamel – welcher dieser Männer wäre Ihr Favorit?

Heigl: Besonders begeistert hat mich Ashton Kutcher. Er ist so schön, es ist schon lächerlich. Sogar seine Hände sind wunderschön. Und er küsst unglaublich.

Woman: Also hat Ihr Mann doch Grund zur Eifersucht …

Heigl: Nein, ich wusste von Anfang an, dass Josh der Richtige ist. Ich spielte als Statistin im Video zu seiner Single „Only You“ mit und war gleich total verknallt. Und: Er betört mich immer noch. Man würde glauben, dass das Knistern mit der Zeit weniger wird, aber ich finde ihn immer noch extrem heiß und sexy.

Woman: Und wie ist das neue Familienleben mit Baby?

Heigl: Toll! Naleigh ist so lustig! Sie läuft schon und sagt ein paar Worte. Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wie es war, keine Mutter zu sein. Und ich bin eine richtig alberne Glucke – das hätte ich nie geglaubt! Ich dachte, ich würde eine coole Mutter werden, die immer den Durchblick behält. Josh ist nicht besser, wir nennen ihn sogar „Disneyland-Dad“. Er hat Naleigh den Song „Just to see you in mommy’s arms is all I need“ geschrieben.

Woman: Und Ihre Zweisamkeit kommt nicht zu kurz?

Heigl: Doch, aber wenn die sinnliche Seite durchs Elterndasein behindert wird, dann ist das eben nun einmal so. Man muss erwachsen werden.

Woman: Vermissen Sie etwas von Ihrem alten Leben?

Heigl: Davor konnte ich machen, was, wann und wie ich es wollte. Mit Anfang 20 zum Beispiel, habe ich das volle Programm durchgezogen um einen Mann auf mich aufmerksam zu machen: Ich trug kurze Röcke, Shirts mit tiefem Ausschnitt, Push-up-BHs und High Heels. Ich hielt auch so lange wie möglich an meiner Single-Bude fest, und als Josh und ich kurz vor der Hochzeit zusammenzogen, war das schon schwierig. Es sind die simplen Sachen – ich mag alles ordentlich, er lässt überall seinen Kram liegen. Aber ich muss jetzt eben Kompromisse eingehen.

Woman: Hört sich aber an, als würde Ihnen das ein wenig schwer fallen …

Heigl: (lacht) Ja, ich muss schon zugeben, dass ich eine kleine Zwangsstörung habe: Ich bin sehr bestimmt darin, wie ich Dinge mag und wie ich Dinge haben will. Ich war sogar mal auf dem Listen-Trip und habe alle Eigenschaften aufgeschrieben, die mein zukünftiger Mann haben muss (lacht). Aber seit der Hochzeit und spätestens seit Naleigh bei uns ist, bin ich diesbezüglich sehr locker geworden.

Woman: Stecken Sie auch beruflich mehr zurück?

Heigl: Na ja, zurzeit drehe ich den Film „One for the Money“, für den ich auch meine Haare braun färbte. Aber privat haben wir Los Angeles den Rücken gekehrt und pendeln zwischen Utah und Nashville. Josh geht fischen, ich reite – das Landleben tut uns gut, denn in L. A. sind wir kaum aus dem Haus gegangen.

Woman: Naleigh kommt der Umzug sicher auch zugute ...

Heigl: Natürlich! Hollywood ist so oberflächlich. Ich will nicht, dass sie sich zum 16. Geburtstag einen BMW wünscht und ihre Sommerferien im Strandhaus mit reichen Freunden verbringt. Wenn sie ein Strandhaus haben will, dann soll sie dafür arbeiten gehen und sich eins kaufen. Wir werden sicher nicht eine dieser Hollywood-Familien!

Woman: Wobei das Adoptieren von Kindern schon sehr hollywoodtypisch ist!

Heigl: Meine Mutter und ich scherzen immer über diesen Trend-Vorwurf, da sie in den 70ern schon meine Schwester, auch eine Koreanerin, adoptierte. Ich wollte immer schon adoptieren, so eine Familie haben, wie ich sie selbst hatte. Ich musste nur sichergehen, dass ich einen Kerl heirate, der das versteht.

Woman: Man hört, Sie planen bereits weitere Kinder?

Heigl : Ja, ob per Adoption oder auf natürlichem Wege – wir schließen nichts aus. Aber wenn ich eigene Kinder bekomme, gibt’s da ein Kind, das ohne Mutter klarkommen muss.

Woman: Haben sie sich wegen ihrer privaten Mutterrolle für den aktuellen Film entschieden?

Heigl: Ja. Jeden Film in dem es um eine Mutter und ihr Kind geht finde ich zurzeit mitreißend. „Mitreißend“ … das hätte ich nie für möglich gehalten. Aber dieses Einfühlungsvermögen, dieses Mitgefühl einer Mutter, die mit ihrem Kind Schwierigkeiten bewältigen muss, das kommt mit einem Kind alles ganz plötzlich von alleine. Auf einmal verstehe ich diesen unglaublichen Antrieb und Instinkt, seinen Nachwuchs zu beschützen. Das ist ein seltsames Gefühl.

Woman: Wie war es denn am Set mit anderen Kindern zu arbeiten?

Heigl: Es war verrückt, weil ich zur gleichen Zeit lernen musste, für ein damals Einjähriges zu sorgen, wie in meiner Rolle. Ich drehte gemeinsam mit den kleinen Drillingen, die abwechselnd mein Kind darstellten. Aber ich fühlte mich schlecht, weil ich mehr Zeit mit ihnen verbrachte, als mit meiner Tochter, die ja immerhin erst ein paar Tage vor Drehbeginn zu uns kam. Das hat mir das Herz gebrochen.

Woman: Dann kamen Ihnen manche Szenen als Mutter ja sicher bekannt vor?

Heigl: Der ganze Film kam mir bekannt vor. Nur dass mir beim Füttern ins Gesicht gespuckt werden soll, fand ich anfangs ziemlich klischeehaft. Bis ich durch Naleigh herausfand, dass das tatsächlich zur Lieblingsbeschäftigung eines Kindes gehört …

MEHR zu Katherine Heigl finden Sie in WOMAN 20/2010!

Interview: Sophia Czerny