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Alabama: Schwangere verliert Baby nach Schüssen und sie wird wegen Totschlags verhaftet

Es klingt so absurd, dass man es gar nicht glauben will: Im US-Bundestaat Alabama wurde einer Frau fünf mal in den Bauch geschossen, sie hat das ungeborene Baby verloren. Das Verfahren gegen die Schützin wurde eingestellt - angeklagt wurde nun stattdessen die Schwangere wegen Totschlags.

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Alabama: Schwangere verliert Baby nach Schüssen und sie wird wegen Totschlags verhaftet
© Photo by Camila Cordeiro on Unsplash

Was sich derzeit in einigen US-amerikanischen Bundesstaat in Sachen Frauenrechte abspielt, sorgt schon seit längerem für große Aufregung. Lang erkämpfte (reproduktive) Rechte werden flächendeckend in Frage gestellt und abgeschafft. So wurde etwa in Alabama im Mai das strengste Abtreibungsgesetz der USA beschlossen - mit den Stimmen von 25 weißen, republikanischen Männern. Das Gesetz soll im November in Kraft treten.

Nun ist der Wahnsinn in Alabama aber noch einmal um eine schier unglaubliche Facette reicher: Einer 27-jährigen Frau wird Totschlag vorgeworfen - weil sie angeschossen worden war und daraufhin ihr ungeborenes Kind verloren hatte. Sie wurde in dieser Woche festgenommen und angeklagt.

Fünfmal in den Bauch geschossen

Was war passiert? Der Schwangeren war im Dezember in der Stadt Pleasant Grove bei einem Streit mit einer Frau fünfmal in den Bauch geschossen worden. Jones verlor daraufhin ihr ungeborenes Baby. Das Verfahren gegen die Schützin wurde später aber eingestellt – stattdessen leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Jones ein. Der Grund: Sie soll den Streit angezettelt und weiter angeheizt haben.

Polizist: "Einzig wahres Opfer ungeborenes Baby"

„Die Ermittlungen haben gezeigt, dass das einzig wahre Opfer das ungeborene Baby war“, zitierten US-Medien den Polizisten Danny Reid. „Es war die Mutter des Kindes, die den Streit, der zum Tod ihres ungeborenen Babys führte, angefangen und weitergeführt hat.“

Was einfach unglaublich klingt, hat in Alabama aber offenbar "Tradition": Dort ging die Justiz schon öfter hart gegen Frauen vor, die unter bestimmten Umständen ihr ungeborenes Kind verloren haben. Nach Angaben der Organisation National Abortion Federation (NAF), die sich für das Recht auf Abtreibung einsetzt, wurden bereits Frauen strafrechtlich verfolgt, bei denen der Fötus in Folge von Drogenkonsum oder eines Verkehrsunfalls starb.