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Alkohol und seine Mythen

Schnaps regt die Verdauung an, durcheinander sollte man besser nicht trinken und von Prosecco bekommt man Kopfweh - wir haben Alkoholmythen genauer unter die Lupe genommen.

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Alkohol und seine Mythen
© Thinkstock

Schnaps regt die Verdauung an
Nach einem üppigen Essen wird häufig ein Glas Schnaps angeboten. Der Grund: Schnaps soll die Verdauung anregen und das Völlegefühl bekämpfen. Und so ist es auch! Nach dem Schnapserl wird die Magenmuskulatur kurz entspannt und somit auch das Völlegefühl als weniger stark empfunden. Doch auf die Verdauung hat der hochprozentige Alkohol keine Auswirkung.
Allerdings kann Kaffee, Bier und Wein die Magensäure und ihre Produktion anregen, wodurch man auch die Verdauung positiv beeinflussen kann.

Bier lässt Männern Brüste wachsen
Diese Behauptung ist nur teilweise richtig, den eine Vergrößerung der männlichen Brustdrüsen wird durch eine Störung des Hormonhaushalts zugunsten weiblicher Sexualhormone verursacht. Da bei Leberschäden - was durch zu viel Alkohol verursacht werden kann - eben diese weiblichen Sexualhormone nicht mehr vollständig abgebaut werden, vergrößern sich die Brüste. Aber nicht nur organische Ursachen, sondern auch die im Hopfen vorkommenden Phytoöstrogene und Fetteinlagerungen können beim männlichen Brustwachstum eine Rolle spielen.

Vor dem Trinken fettig essen!
Die "richtige Unterlage" ist für viele das A & O vor dem Feiern! Daher greifen die Party-Motivierten oft zu sehr fettreichen Gerichten wie Burger, Pommes oder Pizza. Und das ist gar nicht so dumm, denn tatsächlich verzögert fettes Essen die Aufnahme des Alkohols, weil sich der Alkohol und die Nahrung im Magen vermischen. Da man dieses Gemisch deutlich länger verdaue muss, gelangt der Alkohol erst später in den Darm und die Blutbahn.

Dicke vertragen mehr als Dünne
Dieser Mythos stimmt leider nicht so ganz! Denn der Alkohol verteilt sich im Blut, was bedeutet, dass vielmehr die Blutmenge und nicht das Körpergewicht allein Schuld daran sind, ob man mehr oder weniger verträgt. Außerdem kommen weitere Faktoren hinzu, wie etwa die körperliche Konstitution und Tagesverfassung, sowie die Art und Menge des Alkohols.

Von Bier bekommt man einen Bierbauch
Bierliebhaber brauchen sich nicht fürchten, denn dieser Mythos ist nur bedingt richtig. Der "Bierbauch" hat seine Ursache nämlich nicht allein im Bier. Zwar ist ein Glas Bier nicht gerade kalorienarm, doch es kommt vielmehr auf den gesamten Lebensstil einer Person an, ob sich ein Bierbauch bildet oder nicht. Wer also auf seine Ernährung achtet und regelmäßig Sport treibt, braucht bei einem kontrollierten Bierkonsum auch keine Angst vor einem Bierbauch haben.

Rotwein ist gesund
Dieser Mythos stimmt! Tatsächlich schützt Rotwein - in Maßen getrunken - vor Herz- und Blutgefäßerkrankungen.

Ein Reparaturseiterl hilft immer
Ein Bier am Tag nach dem Partymachen ist für viele DAS Allheilmittel gegen Kopfschmerzen und andere Katererscheinungen. Doch in Wahrheit hilft es nur kurz, denn die neuerliche Alkoholzufuhr verzögert den Abbau des Alkohols zwar, doch dieser Effekt ist nicht von Dauer und da der Alkohol irgendwann abgebaut werden muss, bleibt einem dies nicht erspart.

Keine Getränke durcheinander trinken
"Bier auf Wein, das lass sein. Wein auf Bier, das rat‘ ich dir"
Dieses bekannte Sprichwort stimmt absolut nicht. Denn wie bei allen alkoholischen Getränken, ist die Reihenfolge völlig der Drinks vollkommen egal. Auch, dass verschiedene Sorten Alkohol durcheinander zu trinken, den Kater am nächsten Tag verschlimmern sollen, ist nicht ganz korrekt. Denn für den Kater sind vor allem Menge und Qualität der konsumierten, alkoholischen Getränke ausschlaggebend.

Sekt & Co beschleunigen den Rausch
Kohlensäurehaltige Getränke wie Sekt sollen rascher ihre Wirkung entfalten und das ist auch korrekt! Warum? Weil die Kohlensäure die Durchblutung der Magenschleimhaut anregt und somit der Alkohol schneller aufgenommen werden kann.