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Sich in der Arbeit glücklich zu stellen, erhöht den Alkoholkonsum

Zu deiner Arbeit gehört es, immer glücklich zu wirken und viel zu lächeln, auch, wenn du es eigentlich nicht so empfindest? Dann wächst auch deine Lust auf einen Drink nach der Arbeit, sagt eine aktuelle Studie.

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fake laecheln
© Photo by Brooke Cagle on Unsplash

Jeder, der arbeiten geht, weiß eins: Selbst, wenn es dir nicht gutgeht, ist es leichter, ein Lächeln auf den Lippen zu tragen und weiterhin freundlich zu sein. Diese Regel trifft noch mehr auf jene zu, die in der Dienstleistungsbranche arbeiten. Denn wo "der Kunde ist König" gilt, werden eigene Befindlichkeiten häufig zurückgesteckt. Doch genau dieses innere Augenrollen und nach außen getragene, falsche Lächeln kann dafür sorgen, dass man nach der Arbeit ein wenig zu tief ins Glas schaut.

ForscherInnen der Universität in Buffalo und Pennsylvania haben einen Zusammenhang zwischen Fake-Lächeln und einem erhöhten Alkoholkonsum gefunden. Die Daten entnahmen sie einer telefonischen Befragung, die das Nationale Gesundheitsinstitut der USA durchgeführt hat. Dabei wurde gefragt, wie oft die Personen Emotionen vorspielen müssen, obwohl sie sich im inneren anders fühlen. Ebenfalls mussten Personen angeben, wie viel Verantwortung sie in ihrem Job übernehmen müssen und, ob sie sich als impulsiv bezeichnen würden. Zuletzt fragte man nach dem Alkoholkonsum.

Wenn jemand in der Arbeit keine Eigenverantwortung übernehmen darf und einem immer gesagt wird, was man zu tun hat, wird damit auch die Selbstkontrolle in der Freizeit beeinflusst. Denn dann fällt es abends schwer, nach einem Drink mit dem Trinken aufzuhören. Erschwerend kommt die sogenannte "Emotionsarbeit" hinzu. Darunter versteht man eine emotionale Leistung im beruflichen Umfeld. Zum Beispiel das Fake-Lächeln oder eine erzwungene Freundlichkeit, selbst wenn das Gegenüber sich nicht angemessen benimmt.

Dass es einen Zusammenhang zwischen Emotionsarbeit und einem erhöhten Alkoholkonsum gibt, wurde schon in anderen Studien festgestellt. Doch der Grund war bis jetzt nicht so eindeutig. Interessant ist dabei, dass einen Unterschied zwischen den verschiedenen Job-Sparten gibt: Personen, die nur kurze Interaktionen mit ihren KundInnen haben (zB. Callcenter), leiden häufiger an diesem Problem als jene, die enger mit Menschen zusammenarbeiten (zB. in Gesundheitsberufen).

"Eine Krankenschwester spielt Emotionen vor, weil sie eine stärkere Bindung zwischen ihr und dem Patienten oder der Patientin erzeugen will. Diese Bindung wird von beiden Seiten als lohnend empfunden. Doch jemand, der KundInnen etwas vorspielt, die er oder sie nie wieder sehen wird, empfindet die Emotionsarbeit langfristig als erschöpfend." , so Alicia Grandey, die Leiterin der Studie.

Ein kleiner Lichtblick: Sobald Personen ein wenig mit Autonomie in ihrem Job haben, fällt ihnen die Emotionsarbeit nicht mehr so schwer. Und natürlich, wenn die gefakten Emotionen einen direkten Einfluss auf den finanziellen Aspekt haben...

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