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Allein mit den Kids!

Sie arbeiten viel, haben kaum Zeit für sich und kämpfen häufig mit Geldmangel: Alleinerzieher. In Österreich sind 93 Prozent davon Frauen. Fünf von ihnen packen in WOMAN aus.

von

Alleinerzieherin Maria Stern mit ihren Kindern

Maria Stern: Seit 6 Jahren Alleinerzieherin von Lea, 13, Iva, 11 & Alexander, 9

© Walter Schreiner

Hätten meine Eltern nicht die Miete übernommen, wäre ich delogiert worden“, erinnert sich Maria Stern, 40, an das Jahr 2008 zurück. Damals war die Tanzlehrerin gerade ein Jahr von ihrem Mann geschieden und Alleinerzieherin von drei kleinen Kindern zwischen vier und acht Jahren. „Mein Ex hat von heute auf morgen die Unterhaltszahlungen von 900 Euro eingestellt. Mit den Alimenten und meinem Job lebte ich knapp über der Armutsgrenze, ohne Alimente darunter.“

Bis das Gericht den Unterhaltsvorschuss durch den Staat festlegte, vergingen eineinhalb Jahre. In der Zeit landeten von den Behörden lediglich 100 Euro pro Monat auf dem Unterhaltskonto. Monate, in denen sich die Dreifachmutter degradiert und ausgeliefert fühlte: „Ich habe oft geklaut, um an neue Kleidung für die Kinder zu kommen. Es gab kein hochwertiges Essen, keine Bücher oder Kaffeehausbesuche, keine Freizeitangebote, nur winzige Geburtstagsgeschenke.“

Heute bekommt Maria Stern 600 Euro Unterhalt vom Staat und ist zufrieden. „Ich bin durch die Vierfachbelastung mit Job, Kindern, Haushalt und Privatleben permanent überarbeitet, genieße aber trotzdem mein Leben.“ Genauso wie den Erfolg in politischen Belangen: Mit ihrer Petition „Kindesunterhalt? Ja, bitte!“ (auf
mariastern.at zu unterzeichnen) ist die Wienerin bereits im Parlament vorstellig geworden. „Ich will, dass der Staat für die Elternteile aufkommt, die nicht zahlen können. So lässt sich Armut von Kindern fernhalten.“

14 Prozent Ein-Eltern-Familien.

Maria Stern ist eine von insgesamt 107.400 Alleinerziehern hierzulande. 93 Prozent von ihnen sind Frauen. Ihr Familienstatus: ledig, geschieden, noch verheiratet, aber getrennt lebend, verwitwet. Ihre Wohnsituation: vor allem Miet- oder Genossenschaftswohnung, ab und zu bei Verwandten. Ihre Jobsituation: überwiegend Angestellte oder Arbeiterin. Ihre finanzielle Lage: zumeist eng, bei 24 Prozent sogar am Rande der Armut. Und das, obwohl sie häufig zwei oder drei Jobs haben.

Wie alleinerziehende Mütter ihren Alltag bewältigen, welche Sorgen, Ängste und Hoffnungen sie plagen – das erzählen sie in der WOMAN Ausgabe 16/2013 .