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Alleine oder gemeinsam: Wer soll für die Kinder im Trennungsfall sorgen?

Für die einen ist die gemeinsame Obsorge optimal, für die anderen unvorstellbar. Wir haben zwei Frauen befragt, warum sie sich dafür oder dagegen entschieden haben. Plus: Die Ministerinnen im Streitgespräch.


Alleine oder gemeinsam: Wer soll für die Kinder im Trennungsfall sorgen?
© Roland Unger

„Wir haben uns in einem Chatroom kennen gelernt und kurze Zeit später getroffen. Es war Liebe auf den ersten Blick“, erinnert sich Sonja Karner, 34, an die Anfänge ihrer Beziehung mit Thomas Fischer, 36. Sechs Jahre lang teilten die Niederösterreicher Tisch und Bett – und die Erziehung von Samuel, 7, und Simon, 5. Zu unterschiedliche Lebensweisen und Interessen führten aber zur Trennung. „Als Thomas dann die gemeinsame Obsorge beantragt hat, war ich sauer und hatte Bedenken, dass er mir die Kinder wegnehmen möchte. Nach reiflichen Überlegungen habe ich mich dann darauf eingelassen“, so die Designerin und Kunsttherapeutin. Heute empfindet sie die Lösung als Idealvariante: „Um Streitigkeiten zu vermeiden, betreuen wir die Kinder jeweils zur Hälfte. Es zahlt auch keiner dem anderen Alimente, jeder trägt selbst die Kosten. Es ist nicht einfach, aber familienfreundlich.“ Verletzungen aus der Paarbeziehung muss man aus der Elternbeziehung rauslassen, ist die Zweifach-Mama überzeugt: „Da sollte man den Ärger hinanstellen! Aber ich weiß gut, dass das nicht einfach ist. Ich als Therapeutin würde zu einer Mediation raten, Thomas und ich haben es durch viele Gespräche gemeistert.“ Die 34-Jährige ist stolz darauf, getrennt und doch gemeinsam für die Kinder da u sein: „Ich sehe es nicht nur als Recht, dass der Vater seine Kleinen sieht, sondern als Pflicht und Verantwortung. Und der Frau ist auch geholfen, wenn sie sich die Betreuung mit dem Expartner teilt. Wir brauchen zum Beispiel kaum Fremdbetreuung und haben beide ausreichend Zeit für unsere Arbeit.“

Bei Nazan Akbaba, 28, war die Frage nach dem Engagement des Kindesvaters eindeutig mit „nicht vorhanden“ zu beantworten. Nur zehn Monate nach der Geburt von Sohn Eyüpharn, heute 8, hatte er sich aus der Verantwortung gezogen. „Er war mit der Situation überfordert und noch nicht reif genug für ein Familienleben mit Kind.“

Selbsttest zum Downloaden
Um herauszufinden, ob die gemeinsame Obsorge klappen würde, gibt es auf der Homepage der Kinder- und Jugendanwaltschaft ( www.kija.at eine Checkliste für Eltern!

LESEN Sie die gesamte Story inklusive dem Streitgespräch zwischen Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Justizministerin Claudia Bandion-Ortner in WOMAN 14/2010!

Redaktion: Katrin Kuba