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Lass es dir schmecken, Baby!

Allergien nehmen zu. Auch Babys und Kleinkinder sind davor nicht gefeit. Doch kein Grund für übertriebene Vorsicht. Unsere Expertin weiß, wie du Allergien bei deinem kleinen Schatz erkennst und im Fall des Falles damit umgehst.

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Lass es dir schmecken, Baby!
© istockphoto.com

Wenn Baby Durchfall oder Ausschläge hat, ständig von Infekten geplagt wird und nie ganz fit zu sein scheint, liegt die Vermutung nahe: Mein Kind hat eine Allergie. Vor allem dann, wenn Eltern selbst Betroffene sind, immerhin kann sich das Problem vererben. Doch wie weiß man, ob tatsächlich eine Allergie vorliegt oder ob man einfach überängstlich ist? Wir sind mit Ernährungstrainerin Kerstin Sagmeister (ernaehrungstraining-sagmeister.eu) die wichtigsten Fragen für dich durchgegangen.

Wie entsteht eine Allergie überhaupt?

Statistisch gesehen hat ein Kind ein etwa 15-prozentiges Risiko, daran zu erkranken – wenn kein Elternteil allergisch ist. Ist dies doch der Fall, erhöht sich die Gefährdung bei einem betroffenen Elternteil auf 20–40 Prozent, bei beiden auf 40–60 Prozent. "Bei einer Allergie behandelt das Immunsystem bestimmte Stoffe als Fremdkörper und bildet Antikörper. Das verursacht Reaktionen wie tränende Augen, genetisch vorbelastete Babys gibt es spezielle Milchpulver, die die Gefahr einer allergischen Reaktion minimieren."

Wie starte ich am besten mit Beikost?

Hier empfiehlt es sich, langsam und gezielt vorzugehen: ein neues Lebensmittel pro Woche. Starte z. B. mit Karottenbrei. Wird der gut vertragen, gibt es in der nächsten Woche ein anderes Gemüse. In der dritten kommen dann Kartoffeln dazu. "Beobachten Sie die jeweilige Reaktion Ihres Wonneproppens genau. Kommt es zu einer Veränderung der Haut oder verstärktem Durchfall, kann das ein Warnzeichen sein", weiß Sagmeister. Ein besonderes Thema ist Kuhmilch. Vor allem in den ersten sechs Lebensmonaten löst sie oft allergische Reaktionen aus. Danach schwächt sich das Risiko ab. Will man trotzdem auf das Milcheiweiß verzichten, empfiehlt die Expertin Brei mit Getreidedrinks wie Hafermilch zuzubereiten: "Die haben einen süßlichen Geschmack, und wenn sie mit Kalzium angereichert sind, hat das Baby alles, was es braucht." Achtung, keine Sojamilch verwenden. Soja enthält Phytoöstrogene, die hormonähnlich wirken können. Sie sind für Babys nicht geeignet!

»Seien Sie nicht übervorsichtig. Nahrungsmittel weglassen heißt immer auch Verzicht auf Nährstoffe. Das kann bei den ganz Kleinen rasch Mängel erzeugen.«

Soll ich vorbeugend spezielle Diätregeln befolgen?

Nein. Auch nicht, wenn eine genetische Disposition vorliegt. Besser ist es, die Kinder genau zu beobachten und bei eventuellen Anzeichen rasch zu reagieren. "Ein Weglassen von Nahrungsmitteln bedeutet immer auch ein Weglassen von Nährstoffen. Das ist gerade im Kleinkindalter gefährlich, es kann zu einem Mangel führen, was wiederum Entwicklungs- und Wachstumsstörungen zur Folge haben kann", warnt Sagmeister.

Wie schaffe ich es, dass mein Kind die richtigen Dinge isst?

Sagmeister empfiehlt, spielerisch an die Sache heranzugehen: "Versuchen Sie dem Sprößling zu erklären, warum gewisse Lebensmittel problematisch sind. Zeichnen Sie ein Immunsystem, Nahrungsmittel und Antikörper auf, schön bunt, damit es für das Kind leicht verständlich ist. Spielen Sie beim Einkaufen das Zutatenspiel: Was ist da drin, was auch in den Bauch darf?" Und dann ist es natürlich wichtig, selbst mit gutem Beispiel voranzugehen. Also möglichst frisch zu kochen und auf Fertigmenüs zu verzichten.

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