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Alles über Mammografie!

Wird Brustkrebs früh erkannt, stehen die Heilungschancen gut. Dafür muss Frau aber rechtzeitig zum Mammografie. Wer ab wann gehen sollte. Plus: Anleitung zur Selbstuntersuchung.


Alles über Mammografie!

Brustkrebs ist nach wie vor die häufigste Krebserkrankung der Frau. Flächendeckend durchgeführte Screenings tragen dazu bei, diese Zahlen zu senken. Wir haben den Radiologen und Ärztlichen Leiter des Diagnosezentrums Urania Dr. Lucas Prayer ( www.dzu.at ) gefragt, ab wann Frau solche Früherkennungsmaßnahmen in Anspruch nehmen sollte und was dabei gemacht wird.

* Wer sollte zur Mammografie gehen?

"Die erste Mammografie sollte etwa mit Mitte 30 stattfinden. Außer man gehört zu einer Hochrisikogruppe, dann bereits mit Anfang 30“, erklärt Dr. Lucas Prayer. Zu den Hochrisikogruppen zählt er Frauen mit zwei oder mehreren Fällen von Brust- oder Eierstockkrebs in der Familie.

* Wie oft sollte man zu einer solchen Untersuchung gehen?

Ab Mitte 30 empfiehlt der Arzt eine zweijährliche Routinekontrolle , ab dem 50. Lebensjahr sollte alle ein bis eineinhalb Jahre untersucht werden. Bei Risikopatienten wird auf alle Fälle jährlich gescreent.

* Was passiert bei der Mammografie?

Bei der Mammografie wird die Brust horizontal und vertikal gecheckt , indem sie zwischen zwei Platten gedrückt und geröntgt wird.

* Tut das weh?

Nicht unbedingt. Es gibt aber Frauen, welche die Untersuchung als etwas unangenehm beschreiben.

* Wie verlässlich ist die Untersuchung?

Dr. Prayer: "Bei 1.000 Frauen ohne Beschwerden werden 5 bis 6 Tumore entdeckt. Würde man nur das Röntgen machen, könnten wir 12 bis 15 Prozent dieser Fälle nicht erkennen. Deshalb wird immer auch ein Ultraschall dazugemacht.“

* Wann sind weitere Untersuchungen notwendig?

Laut dem Experten ist es heute Standard, die Mammografie mit einer Ultraschalluntersuchung (Sonografie) zu verbinden.

Während die Mammografie bei Fettgewebe bessere Ergebnisse erzielt, gibt die Sonografie mehr Aufschluss bei sehr dichtem Brustdrüsengewebe , wie es vor allem bei jungen Frauen der Fall ist.

Bleiben dann noch immer Zweifel, wird eine Magnetresonanztomografie gemacht, bei der ein Kontrastmittel gespritzt wird. Das hilft dabei, Entzündungen wie auch Brustkrebs aufzuspüren. "Ansonsten bleibt noch die Möglichkeit einer Biopsie. In speziellen Mammazentren, in denen Radiologen, Gynäkologen, Internisten und Chirurgen interdisziplinär zusammenarbeiten, wird vorab besprochen, ob man bei einem verdächtigen Befund eine Gewebeprobe entnehmen muss oder ob eine Kontrolle in sechs Monaten ausreicht“, so Dr. Prayer.

* Belastet eine Mammografie die Gesundheit?

Im Vergleich zu früher ist die Strahlenbelastung mit den digitalen Geräten wesentlich geringer. "Natürlich gilt nach wie vor, dass man sich so oft wie nötig, aber so selten wie möglich diesen aussetzen sollte. Es sollte ja viel mehr nützen als möglicherweise schaden.“ Die Intensität der Strahlenbelastung wird gerne mit der eines Transatlantikfluges verglichen.

* Wer kann nicht zur Mammografie gehen?

"Bei jungen Frauen macht man eher eine Sonografie, weil bei dichtem Gewebe die Mammografie keine verlässlichen Ergebnisse bringt“, schränkt der Experte ein. "In dem Fall wird das Röntgen nur gemacht, um Verkalkungen zu erkennen, die auch auf einen Knoten hindeuten können. Hat man nämlich nur kleine Gewächse in den Milchgängen, dann sieht man keinen Tumor, sondern nur diese damit zusammenhängenden Verkalkungen.“

Implantate über Brustvergrößerungen mit Eigenfett sind übrigens kein Ausschlussgrund für eine Mammografie. "Sie überdecken die Drüsen ein wenig, aber man kann trotzdem etwas erkennen“, so Dr. Prayer. Überhaupt nicht zur Mammografie können lediglich Schwangere. Bei Verdacht auf Brustkrebs wird bei ihnen eine Sonografie und wenn nötig eine Biopsie gemacht.

* Wie erkenne ich ein gutes Mammografie-Zentrum?

Dr. Lucas Prayer rät, den behandelnden Arzt zu fragen, wie viele Befunde er jährlich macht. "Es sollten schon über 2.000 sein“, so sein Rat. "Denn mit mehr Erfahrung ist man geübter, auch sehr kleine Knoten zu erkennen.“

* Was kann ich selbst tun?

Die monatliche Selbstuntersuchung der Brust sollte bei jeder Frau dazugehören. Denn in 80 Prozent der Fälle entdecken die Betroffenen den Knoten selbst.

Der beste Zeitpunkt ist eine Woche nach Beginn der Regel. Dazu erst beide Brüste genau vor einem Spiegel betrachten: Gibt es Asymmetrien, Dellen, Vorwölbungen oder Hauteinziehungen? Tritt Flüssigkeit aus der Brustwarze aus, wenn man diese zusammenpresst?

Dann erst die Brust mit vorwärtsstreichenden Bewegungen abtasten. Anschließend mit der flachen Hand über Brust und Achselhöhlen fahren, ob Knötchen oder andere Unebenheiten auffallen. Manchmal ist dazu ein bisschen Druck notwendig. Ebenfalls auffällig: Spannen, Rötungen, eingeschränkte Beweglichkeit oder raue Brustwarzen. Teilen Sie Veränderungen immer Ihrem Frauenarzt mit! Lesen Sie hier die Behandlungsmethoden bei Brustkrebs .

Redaktion: Eva Jankl