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Portätbuch "Ausleben" von Mena Kost: Menschen zwischen 83 und 111 schauen auf ihr Leben zurück...

...und wagen den Blick nach vorne! Von der Bergbäuerin über den Nobelpreisträgerin bis zum ehemaligen Verdingbub – im Porträtbuch "Ausleben" erzählen 15 Frauen und Männer über 80 von ihren Gedanken, Ängsten und Hoffnungen in Bezug auf den eigenen Tod.

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Portätbuch "Ausleben" von Mena Kost: Menschen zwischen 83 und 111 schauen auf ihr Leben zurück...

"Man kann auch im Alter nicht stillstehen. Es geht immer weiter, der Endlichkeit entgegen." Monica Gubser (1931–2019)

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Wie möchten Sie am liebsten sterben?
Fürchten Sie sich vor dem Tod?
Kann man mit dem Tod Frieden schließen?

Diese und noch mehr Fragen beantworten im Porträtbuch "Ausleben" 15 Frauen und Männer über 80. Sie erzählen von ihren Gedanken, Ängsten und Hoffnungen in Bezug auf ihren Tod. Sie erzählen aus ihrem Leben und sagen, wie es sich anfühlt, nach vorne zu schauen. Der letzte Lebensabschnitt stellt uns alle vor große Herausforderungen: In Würde zu altern und schließlich zu sterben ist eine Lebensendaufgabe. Trotzdem – oder gerade deshalb – verliert der Tod für viele alte Menschen an Schrecken. Einige entwickeln sogar eine Art freundschaftliches oder humorvolles Verhältnis zu ihm. Die Nähe zum Tod, gepaart mit der Lebenserfahrung alter Menschen, ist berührend und inspirierend: Ein Buch für alle, die einmal sterben werden.

Von der Bergbäuerin über den Nobelpreisträger bis zum ehemaligen Verdingbub - alte Menschen philosophieren über den Tod

Ralph Gentner, 87 – Architekt

"Ich würde noch Freunde einladen und Bier trinken. Oder Rotwein."

Sofie Pfister-Odermatt, 90 - Bergbäuerin und sechsfache Mutter

"Der Tod ist kein Wolf, der am Waldrand steht und vor dem man Angst hat. Nein, der Tod ist etwas Unverdautes."

Bruno Spoerri, 83 – Jazz- und Elektromusiker

"Ich möchte mich nicht mit dem Tod beschäftigen. Wirklich nicht."

Margrith Bigler-Eggenberger, 86 – Anwältin, Dozentin, Richterin, erste Bundesrichterin der Schweiz

"Sich vorzustellen, dass man nicht mehr da ist, ist ein recht happiger Gedanke, wenn man sich so richtig damit befasst."

Charles Probst, 88 – Fuhrunternehmer und ehemaliger Verdingbub

"Tot ist tot, da mache ich kein großes Zeugs drum. Danach kommt nichts mehr. Dann ist fertig. Aus."

Monica Gubser, †88 – Schauspielerin

"Man kann auch im Alter nicht stillstehen. Es geht immer weiter, der Endlichkeit entgegen."

Werner Arber, 90 – Mikrobiologe und Nobelpreisträger

"Wer Nachkommen hat, wird nicht ewig leben – das ist ein Konzept."

Liliane und Willi Baur, 88 – Sekretärin und Postbote

Willi: "Ich mache mir Gedanken darüber, wie ich alles organisiert bekomme, wenn sie zuerst stirbt." Liliane: "Wir wollen aber schon noch etwas leben, gell, Vater?"

Annie Akuamoa, 86 – Hebamme und OP-Schwester

"Ein bisschen Angst vor dem Tod habe ich schon – jeder hat ein bisschen Angst. Aber es ist keine schwere Angst. Die Angst ist leicht. Ich lebe ja. Heute lebe ich."

Alice Schaufelberger, 111 – Verkäuferin

"Manchmal denke ich, dass ich wegen dem Garten der Mutter und dem frischen Kopfsalat noch so gesund bin. Der war so gut! Daran denke ich noch heute. Angst vor dem Sterben habe ich nicht – nein. Ich lese viel in der Bibel und bete am Abend und am Morgen. Manchmal auch über den Tag, wenn ich es gerade ein bisschen schwer habe. Das hilft mir sehr. Ich denke, wenn es dann so weit ist, nimmt mich Gott zu sich nach Hause."

Das Porträtbuch "Ausleben" der freien Journalistin Mena Kost aus Basel erscheint im März 2020 im Christoph Merian Verlag und wird 28 Euro kosten. Es ist in Zusammenarbeit mit der Berner Fotografin Annette Boutellier entstanden und enthält 15 Porträts in Text und Bild von Frauen und Männern im Alter zwischen 83 und 111 aus der Deutschschweiz. Das Buch hat rund 200 Seiten und etwa 60 Fotos. HIER kannst du es vorbestellen.

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