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Haben Altersflecken wirklich mit dem Alter zu tun?

Altersflecken sind zwar nicht gefährlich aber eben auch nicht hübsch... Unsere Expertin erklärt, wie du die Flecken vorbeugen kannst und sie wieder los wirst (falls du schon welche hast)!

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Woher kommen Altersflecken?
© istockphoto.com

Bekommen wir alle im Alter Flecken im Gesicht, am Dekolleté, sowie an den Händen und Armen? Nicht unbedingt. Denn Altersflecken müssen nicht zwangsläufig etwas mit dem Alter zu tun haben. Vielmehr ist die Sonne schuld an den unschönen Flecken auf unserer Haut. Die Altersflecken müssten also eigentlich Sonnenflecken heißen, denn sie sind nichts anderes als ein Ausdruck einer UV-bedingten Schädigung auf der Haut. Prof. Dr. Tamara Kopp, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie bei Juvenis in Wien, erklärt wie man Altersflecken vorbeugt oder, wenn man sie schon hat, wieder los wird.

WOMAN: Was sind Altersflecken und wie entstehen sie?
Prof. Dr. Kopp: Lentigines solares, so ihr medizinischer Name, sind scharf begrenzte, meist milchkaffeebraune Verfärbungen, die einen Durchmesser von mehreren Zentimetern bekommen können. Sie entstehen durch die, durch Sonneneinstrahlung verursachte, vermehrte Bildung des Hautfarbstoffes Melanin in den Pigmentzellen an der Basis der Oberhaut.

WOMAN: Was ist der Unterschied zwischen Pigmentflecken und Altersflecken?
Prof. Dr. Kopp: Das Wort „Pigmentfleck“ wird als Überbegriff für flächige, bräunliche Hautverfärbungen verwendet. Dabei kann man zwischen Melasmen und Altersflecken unterscheiden.

Melasmen bilden sich auf Grund von Veränderungen des Östrogenhaushalts (z.B. Schwangerschaft) in Kombination mit Sonneneinstrahlung, besonders bei jungen Frauen. Im Gegensatz zu Altersflecken können Melasmen über den Winter verblassen bzw. sich nach erfolgter Geburt oder beim Sinken des Östrogenspiegels von alleine wieder zurückbilden, neigen jedoch dazu bei verstärkter Sonnenexposition wieder aufzutauchen.

Für Altersflecken spielt das Östrogen im Körper eine untergeordnete Rolle. Hier ist in erster Linie die Sonne verantwortlich. Außerdem verschwinden diese Pigmentveränderungen normalerweise nicht mehr von selbst.

WOMAN: Sind Altersflecken vererbbar?
Prof. Dr. Kopp: Die Neigung zur vermehrten Melanin-Bildung ist zwar angeboren, jedoch haben wir es zu einem beträchtlichen Teil selbst in der Hand, in welchem Tempo die Veränderungen fortschreiten. Dies wird besonders durch die Anzahl der Sonnenbäder und die Verwendung von Sonnenschutz beeinflusst.

Altersflecken - was tun?

WOMAN: An welchen Körperregionen treten Altersflecken auf?
Prof. Dr. Kopp: Altersflecken entstehen leider meist dort, wo man sie am wenigsten haben will: im Gesicht, am Dekolleté und an den Handrücken. Eben dort, wo die Haut am häufigsten der direkten Sonne ausgesetzt ist.

WOMAN: Sind Altersflecken gefährlich?
Prof. Dr. Kopp: Altersflecken zählen zu den gutartigen Hautveränderungen und sind daher völlig harmlos.
Bösartig sind jedoch bestimmte Formen von Melanomen, die Altersflecken oder Melasmen sehr ähnlich sehen. Vom Laien kann nicht unterschieden werden, ob es sich bei einem dunklen Fleck um eine gutartige oder eine bösartige Hautveränderung handelt. Dermatologen empfehlen deshalb regelmäßige Haut-Screenings. Bei einer gründlichen Untersuchung können alle auffälligen Hautverfärbungen beleuchtet, erkannt und in weiterer Folge kosmetisch oder medizinisch behandelt werden. Verdächtige Veränderungen werden mit dem Auflichtmikroskop festgehalten und genau beobachtet.

WOMAN: Wie lassen sich die Flecken entfernen?
Prof. Dr. Kopp: Je nach Ausprägung der Altersflecken eignen sich Peelings, wie das Diamantpeeling und oberflächliche und mitteltiefe Peelings mit Trichloressigsäure, Fruchtsäure, Glykolsäure oder Salicylsäure.

Mit der Intense Pulse Light Therapy (IPL) lassen sich die unschönen Flecken elegant und schmerzarm reduzieren. Hochenergetisch gepulstes Licht löst das Pigment auf und lässt Verfärbungen verblassen. Sonnenschutz am Morgen und pigmentstabilsierende Cremen am Abend sind die Basis einer erfolgreichen Behandlung.

Sind die Hautveränderungen nicht nur pigmentiert, sondern auch tastbar, können sie in örtlicher Betäubung mit Hochfrequenz verdampft oder mittels Kryotherapie eingefroren werden.

WOMAN: Wie kann man Altersflecken vorbeugen?
Prof. Dr. Kopp: Will man verhindern, dass die Flecken nach erfolgreicher Behandlung wieder kommen ist nicht nur ein guter UV-Schutz in Form von Cremen oder Kapseln zum Einnehmen wichtig, man sollte sich auch grundsätzlich im Schatten aufhalten und sich mit Kleidung schützen, damit es erst gar nicht zu einem Sonnenbrand und als Folgeerscheinung, zu unschönen Flecken kommt.

Ergänzend sollte man auf eine gesunde Ernährung achten, um den täglichen Bedarf Antioxidantien (Vitamin C, Vitamin E, Coenzym Q10, Zink und Selen) zu decken und auf Rauchen und Alkohol verzichten, um den Zeichen der Zeit entgegenzuwirken.

Fazit von Prof. Dr. Kopp:

Die Haut merkt sich jeden Sonnenbrand, bereits vom Kindesalter an. Die Altersflecken entstehen zwar, wie der Name schon sagt, im Alter, sind aber sehr wohl auch auf das Sonnenverhalten in der Jugend zurückzuführen. Aus diesem Grund sollte man in jedem Alter auf UV-Schutz achten und lange Sonnenbäder vermeiden. Denn ein guter Sonnenschutz als Tagescreme ist die beste Anti-Aging-Pflege!

Unsere Expertin: Univ. Prof. Dr. Tamara Kopp ist Fachärztin für Dermatologie und Venerologie bei Juvenis Wien - dem Center für ganzheitliche Schönheit und Gesundheit.