Ressort
Du befindest dich hier:

Am 13. April ist der diesjährige Equal Pay Day: noch immer große Lohnunterschiede

Keine Verbesserung für Österreichs Frauen gegenüber dem Vorjahr: Bis zum 13. April 2011 müssen Frauen arbeiten, um auf das gleiche Jahresgehalt 2010 wie Männer zu kommen.


Am 13. April ist der diesjährige Equal Pay Day: noch immer große Lohnunterschiede
© Corbis

Die noch immer bestehende Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen lässt sich auch anhand eines Datums darstellen: 70 Tage – und damit bis zum 13. April – müssen Frauen in Österreich länger arbeiten, um auf das gleiche Jahresgehalt wie ihre männlichen Kollegen 2010 zu kommen.

Das Frauennetzwerk "Business and Professional Women Austria" (BPW) veranstaltet deshalb am Mittwoch den dritten Equal Pay Day. Die Aktivitäten des Netzwerks haben heuer den Fokus, Frauen für Gehaltsverhandlungen "fit" zu machen.

Auch im Vorjahr waren es 70 Tage mehr
Die Berechnung des Equal Pay Day durch BPW basiert auf Daten der Statistik Austria. Demnach arbeiten Frauen um 70 Werktage mehr, um auf das gleiche Jahresgehalt wie Männer zu kommen. Im Jahr 2010 wurde der Tag ebenfalls am 13. April begangen, im Jahr davor war es der 16. April, also 73 Tage mehr.

Die Gründe für die Gehaltsschere seien vielfältig und etwa in den Karenzzeiten und Teilzeitbeschäftigungen, klassischen Frauenbranchen oder bei der Intransparenz im Unternehmen zu finden.

"Frauen dürfen sich nicht länger mit weniger zufriedengeben!
Dem Netzwerk geht es heuer deshalb besonders darum, die Frauen zu stärken, ihre Arbeit angemessen zu verkaufen. "Frauen dürfen sich nicht länger mit weniger zufriedengeben, als ihnen gebührt", erklärte Michaela Muschitz, Präsidentin von BPW Austria, in einer Aussendung. Frauen und Männer gleich zu bezahlen und zu fördern lohne sich. Mehr Motivation und höhere Arbeitszufriedenheit bedeuten schließlich auch bessere Leistungen und mehr Unternehmensgewinn, betont sie.

Das Frauennetzwerk BPW zählt laut eigenen Angaben rund 500 Mitglieder in Österreich und ist weltweit in etwa 100 Ländern vertreten. Am Mittwoch finden in allen Bundesländern Informationsveranstaltungen statt, um auf die Lohnunterschiede aufmerksam zu machen.

Mitunter für etwas Verwirrung sorgt der Termin, an dem der Equal Pay Day begangen wird. Aufgrund unterschiedlicher Berechnungsmethoden begehen ihn manche Institutionen nämlich im Herbst. Das Ziel – die Reduzierung der Gehaltsschere – ist allen gemeinsam.

(apa/red)