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Am besten sind wir... wenn wir uns nichts pfeifen!

Was macht uns stark und unverwechselbar? Wir haben 17 inspirierende Role Models getroffen: vom 7-jährigen Mädchen bis zu 96-jährigen Frau, die sich so zeigen, wie sie sich fühlen: authentisch und wahrhaftig. Denn schön ist, wer von innen strahlt, wer macht, was er oder sie liebt. Sie alle beweisen: Den Mutigen gehört die Welt. Wir können (fast) alles sein - solange wir zu uns selbst stehen.

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Am besten sind wir... wenn wir uns nichts pfeifen!

EVA MARRIOTT, 7, SCHÜLERIN

© Erste Bank

SARA MEISTER, 27, FILMSCHAFFENDE

Widerstandsfähig. Mit 15 Monaten wurde die Wienerin von einem LKW überrollt. Seitdem trägt sie auf einem Bein eine Unterschenkelprothese. Ein Problem war das für Sara nie: "Natürlich wünscht sich das keiner, aber so wurde ich die Person, die ich heute bin." Besonders das letzte Jahr habe sie sehr viel weitergebracht: "Ich war auf einer langen Reise, auf der ich erstmals mit fremden Kulturen in Berührung gekommen bin. Das hat mich wachsen lassen." Als angepasst sieht sich die Filmerin aber ohnehin nicht: "Schon im Kindergarten hatte ich meinen eigenen Kopf. In der Schulzeit hat sich das etwas verloren. Aber in den letzten Jahren habe ich durch viel Selbstreflexion und Traumabewältigung eine gewisse ,Coolness' wiedergewonnen." Mit ihrem Weg und ihrer ungetrübten Lebensfreude inspiriert Sara auch andere.

EVA MARRIOTT, 7, SCHÜLERIN

Mutig. Sie ist das kleine Mädchen aus der "Erste Bank"-Werbung, das selbstbewusst mit seinem Rad über einen Parcours fährt und dabei laut "Don't stop me now" singt. Das Video sorgt für Gänsehautstimmung und hat die Siebenjährige mit Brille und Latzhose zum Inbegriff von Stärke gemacht. Die kleine Eva wurde in einem Casting unter 40 Kindern entdeckt und kommt eigentlich aus dem britischen Sheffield. Noch immer schwärmt sie von den coolen Stunts, die sie am Rad machen durfte: "Es war toll, mit dem Bike so hoch über die Häuser zu fliegen." Dass Eva privat genauso taff ist wie im TV-Spot, beweist sie mit ihren Zukunftsträumen: "Ich wollte immer Tierärztin werden, aber jetzt denke ich, dass ich gerne mit dem Schauspielen weitermachen und vielleicht auch mal Wissenschafterin werden würde." Ach ja, und sie hat in Karate gerade den Schwarzen Gürtel erlangt.

ANNA SCHARMITZER, 18, BHAK-SCHÜLERIN & EISHOCKEYSPIELERIN

Stark. Mit acht war die Niederösterreicherin zum ersten Mal mit Schlittschuhen, Helm und Schläger in der Eishalle. Mittlerweile steht sie in der Damen-Bundesliga bei den "Junior Caps-Flyers" im Tor: "Seit zehn Jahren bin ich Teil eines sogenannten Männersports. Nie hat mich die Motivation verlassen. Mir wäre auch nie der Gedanke gekommen, aufzuhören, weil Eishockey ,ja nichts für Mädchen ist'. Das Klischee ist leider noch weit verbreitet. Dann kommen Aussagen wie:,Die soll doch lieber Eistanzen oder Ballett machen.' Nein danke! Eishockey ist einfach das beste Hobby auf der Welt."

BOBBY HERRMANN-THURNER, 38, PR-BERATERIN

Selbstbewusst. "Ich liebe Mode und möchte mich nicht einschränken lassen", erklärt die 38-Jährige, weshalb sie vor drei Jahren das Plus-Size-Blogazine "Curvect" initiiert hat. "Ich bin kompromissloser geworden, passe mich weniger an und trage, was mir gefällt. Egal was andere hinter meinem Rücken tuscheln." Die Wienerin ist stolz auf ihre Interessenvielfalt: "Politikwissenschafterin trifft auf Modefanatikerin, Bücher über Marketingstrategien auf Ordner voller Fashionartikel."

ERNESTINE STOLLBERG, 96, EX-TÄNZERIN & SCHAUSPIELERIN

Unangepasst. Mit 94 als Model entdeckt: Park-Concept-Store-Inhaber Markus Strasser wurde auf der Straße auf Ernestine aufmerksam: "Sie hatte so eine tolle Ausstrahlung. Und keine Angst, etwas darzustellen, was gesellschaftlich nicht zu Frauen ihres Alters passt." Sich anzupaSsen, war noch nie Ernestines Ding: "Ich war schon als junges Mädchen freigeistig." 1939 flüchtete sie mit einer jüdischen Tanzcompany nach Argentinien. Erst nach dem Krieg kehrte sie wieder nach Wien zurück. Wenn Ernestine heute vor der Kamera steht, fühlt es sich wie früher auf der Bühne an: "Großartig."

CHRISTL CLEAR, 36, BLOGGERIN

Optimistisch. Es lebt sich viel angenehmer, wenn man nicht versucht, Everybody's Darling zu sein: "Dann fühle ich mich auch am besten, und das wirkt sich auf mein Aussehen aus." Christls größtes Vorbild ist da ihre Mutter: "Sie ist vor knapp 40 Jahren mit meinem Vater nach Österreich gekommen -ohne die Sprache zu können und ohne viel Geld. Seitdem hat sie Unglaubliches geschafft. Vier Kinder, viele wirklich grauenvolle Jobs, eine schwere Krankheit und der Verlust ihres Partners, und sie steht immer noch. Das fasziniert mich jedes Mal aufs Neue." Selbst hat sie sich eine spezielle neue Mutprobe gesetzt: "Heiraten und Kinder kriegen."

KATHRIN DERLER, 36, ANGESTELLTE

Provokant. Sie hält nicht viel von Konventionen: "Das zeigt sich in meinem gesamtem Erscheinungsbild - von der Kleidung über die Frisur bis zu den Tattoos." Der Steirerin ist es wichtig, immer authentisch zu sein: "Jeder Mensch ist einzigartig. Meine ,Peckerln' zeigen meine Persönlichkeit." Kathrin beschreibt sich als Energiebündel, das gerne lacht und redet. Vorbilder braucht sie grundsätzlich keine, aber Lady Gaga, Pink oder Gwen Stefani findet die studierte Marketingexpertin super: "Weil die sich auch nix scheißen." Einen Satz hört sie annähernd so oft wie die Superstars: "Du siehst aus wie ein Kunstwerk."

LISA BUCHNER, 29, PROJEKTMANAGERIN (AUF REISEN)

Furchtlos. Sie ist österreichweit die erste und einzige zertifizierte, weibliche Wingsuit-Trainerin. Vor drei Jahren hat die Wienerin ihren ersten Fallschirmsprung gemacht: "Das Glücksgefühl war enorm, deshalb habe ich immer weitergemacht. Mittlerweile bringe ich anderen das Wingsuitfliegen bei - bisher waren übrigens alle meine Schüler männlich. Ich hoffe, dass sich das jetzt ändert." Für ihre Freunde ist sie die "Abenteurerin". Das passt, immerhin hat Lisa vor zwei Monaten ihr gewohntes Leben inklusive Job und sicherem Einkommen hinter sich gelassen und eine Weltreise gestartet.

INGRID DUC, 68, INHABERIN BOCCA LUPO

Unkonventionell. "Als ich 1976 meine erste Boutique eröffnete, hatte ich keine Ahnung von Geschäftsführung, aber ich war so begeistert von der Mode", lacht Ingrid Duc. "In der Zwischenzeit war ich vier Mal verheiratet -nach meiner letzten Scheidung habe ich vor 18 Jahren mit Bocca Lupo ein renommiertes Vintage-Geschäft in Wien eröffnet." Und sie fühle sich genauso blöd und abenteuerlustig wie vor 30 Jahren: "Wenn Leute sagen, sie freuen sich auf die Pension - das ist doch furchtbar. Ich möchte bis zu meinem letzten Atemzug tätig sein."

DANI SCHERMANN, 40, GESCHÄFTSPARTNERIN SCHERMANN BRILLEN

Fokussiert. Ihr Credo: Das Leben lieben und darauf vertrauen, dass dich das Leben liebt. "Seit ein paar Jahren begleitet mich eine mütterliche Freundin. Sie stärkt mir den Rücken und sagt mir, dass ich wunderbar bin. Ich bin unendlich dankbar für Steffi, die mir auch mal den Kopf wäscht, wenn es notwendig ist", sagt die Niederösterreicherin. So richtig glücklich fühlt sie sich seit zwei Jahren: "Das hat vermutlich zum einem mit dem Alter zu tun, zum anderen mit einem tollen Freundeskreis, Erfolg im Beruf und der Liebe meines Mannes."

EVA SCHUSTER, 47, SCHMUCKDESIGNERIN

Originell. Durchschnitt ist die Wienerin sicher nicht, für "richtig cool" hält sie sich aber nicht: "Dafür bin ich zu emotional." Kein Nachteil, wie Eva betont, im Gegenteil: "Das macht mich authentisch, leidenschaftlich -und ich habe wohl etwas mehr Energie als andere." Die benötigte sie auch, als sie 2016 den Sprung in die Selbstständigkeit als Künstlerin wagte: "Davor war ich 23 Jahre lang Angestellte in unterschiedlichen Branchen." Was sie auszeichnet? "Kreativität, Genussfreude und mein spezieller Humor. Zumindest sagen das andere über mich. Es zahlt sich aus, aus der Reihe zu tanzen."

HANNAH HOFINGER, 20, FREELANCER

Losgelöst. Seit einem Jahr postet die Oberösterreicherin regelmäßig auf Instagram. Trotzdem meint sie ehrlich, dass es das perfekte Leben in den sozialen Medien nicht gibt: "Auch ich bin oft unzufrieden mit mir, aber ich habe aufgehört, mich zu vergleichen. Indem ich mir jeden Tag aufs Neue bewusst mache, wofür ich dankbar sein kann, merke ich, dass mir so vieles einfällt. Unzufriedenheit hat da gar keinen Platz mehr." Denn es hilft kein Make-up, es helfen keine teuren Schuhe oder die neueste Tasche, "wenn das Innere nicht strahlt".

GESINE GÖRLICH, 41, SOCIAL-MEDIA-EXPERTIN

Geradlinig. Die Wienerin kommt durch ihren Job viel in der Welt herum: "Das passt zu mir und meinem unruhigen Wesen. Langweilig darf es nicht sein! Jeder strahlt Selbstbewusstsein aus, wenn er das tut, was ihn glücklich macht. Sobald man das Gefühl hat, einen falschen Weg eingeschlagen zu haben, muss man ihn ändern." Stärke zeigt sie bei Ungerechtigkeiten. Da sei sie die Erste, die ihre Meinung sagt. Gesines Leitspruch: "Jeder dreht den Film für sein Leben selbst."

BIANCA GASSNER, 31, IN KARENZ

Entschlossen. Als Mama ist sie beim Stillen in der Öffentlichkeit öfter skeptischen, herablassenden Blicken ausgesetzt: "Oder einfach, wenn das Baby schreit." Mittlerweile ist das der zweifachen Mutter - ihre Söhne sind zweieinhalb Jahre und zehn Monate alt - nicht mehr wichtig. "Das Mamasein hat mich verändert. Heute überlege ich nicht, was andere über mich denken. In meiner Teenager-Zeit war Selbstbewusstsein hingegen Mangelware." Mit ihren Kindern wächst die Niederösterreicherin täglich über sich hinaus: "Das ist Grund genug, stolz auf mich zu sein."

BAHAR BAHCETEPE, 31, AUFGRUND IHRER KRANKHEIT ZURZEIT NICHT BESCHÄFTIGT

Willensstark. Vor einem Jahr wurde bei Bahar Brustkrebs diagnostiziert. Seitdem kämpft die Wienerin: "Ich bin dadurch selbstbewusster geworden. In schwierigen Zeiten steht man vor der Wahl, ob man den Rest seines Weges bemitleidet werden möchte, oder ob man für sich und seine Liebsten kämpft." Bahar hat sich ihren Ängsten gestellt und mit ihrem Mann, ihrer Familie und Freunden die Chemo geschafft. Ein Satz, der sie dabei immer angetrieben hat, kommt von Bob Marley: "Du weißt nie, wie stark du bist, bis stark sein die einzige Wahl ist, die du hast."

LISA HÜBNER, 38, ARTISTIN

Vielseitig. Zu alt. Zu groß. Zu schwer. - Solche Aussagen bekommt Lisa tatsächlich zu hören! "Ist mir aber egal. Mit Schwarzmalern kann ich ohnehin nichts anfangen. Anfang 2017 habe ich beschlossen, nur mehr eigene Projekte zu verfolgen, und das war die beste Entscheidung", sagt die Multi-Hoop-Artistin und Yogatrainerin. Auf der Bühne blüht die Künstlerin, die unter dem Namen Lisa Looping performt, auf: "Ich denke, meine positive Art wirkt auf andere erfrischend. Manchmal muss ich aufpassen, dass ich durch meine Dynamik andere nicht überrolle."

Lisa Hübern

EVA NALIN-PROMMEGGER, 46, HOTELBESITZERIN

Zielstrebigkeit und Gewissenhaftigkeit sind in ihr tief verwurzelt: „Das habe ich als Kind mitbekommen. Mein Mann, ein Italiener, hat dann eine ordentliche Portion „Dolce Vita“ in mein Leben gebracht“, lacht die Hoteliersfrau, die seit 2005 das Resort „Bergzeit“ in Großarl führt. Schon als Kind war sie von anderen Kulturen, Ländern, Menschen und Sprachen fasziniert: „Als junge Frau habe ich dann alle Kontinente bereist. Ich habe Freunde in der ganzen Welt und mir von den unterschiedlichen Kulturen das Allerbeste mit nach Hause genommen.“ Dieser Mix aus Landleben und Weltoffenheit beeinflusst wohl auch ihren Führungsstil. Dazu gehört auch Durchsetzungsvermögen. Das hat die fünfte von sechs Schwestern aber ohnehin schon früh gelernt: „Um das größte Stück vom Kuchen zu bekommen, hat man nicht nur schnell, sondern auch clever sein müssen. Und mutig.“ Mut sei eine ihrer größten Stärken: „Den habe ich beim Bau unseres Hotels unter Beweis gestellt. Ich hatte von meinen Eltern ein freies Grundstück bekommen, 2005 haben mein Mann und ich die Banken überzeugen können und ganz ohne Eigenkapital, aber viel Motivation, Energie und Lust auf etwas Neues die Banken überzeugt. Das positive Feedback der Gäste beweist, das es sich ausgezahlt hat.“ Ein Feedback bedeutet Eva jedoch noch mehr als beruflicher Erfolg: „Wenn meine 16-jährige Tochter Gloria und meine 10-jährige zu mir sagen: ,Du bist die allerbeste Mama!‘

Eva Nalin
Thema: Report

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