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Schwangerschaftsabbruch: Sängerin Amanda Palmer spricht offen über ihre drei Abtreibungen

Der Schwangerschaftstest ist positiv. Ungewollt schwanger. Die Entscheidung ist nie ein leichte. Manchmal kommt für Paare und Frauen aber nur die Abtreibung infrage. Dieser Schritt ist noch immer ein tabu. Musikerin & Mutter Amanda Palmer will das Thema Abtreibungen aber enttabuisieren und spricht deshalb auch bei ihren Shows und in ihren Songs darüber. Auf Twitter schrieb sie jetzt über die drei Abtreibungen, die selbst in der Vergangenheit hatte.

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Schwangerschaftsabbruch: Sängerin Amanda Palmer spricht offen über ihre drei Abtreibungen

Sängerin der Amanda Palmer will anderen Frauen Mut machen!

© 2013 Tim Mosenfelder

Eine Abtreibung ist in Österreich seit der 1975 eingeführten Fristenlösung "straffrei" und kann ohne medizinischen Grund durchgeführt werden, so lange dies vor der 16. Schwangerschaftswoche - innerhalb von drei Monaten nach der Einnistung - passiert. Nach drei Monaten ist der Abbruch nur beim Vorliegen von bestimmten Indikatoren straffrei. ÄrztInnen sind allerdings nicht verpflichtet, einen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen, außer es besteht ernsthafte Gefahr für die seelische und körperliche Gesundheit der Mutter. (Mehr zum Thema Schwangerschaftsabbruch in Österreich findest du in ausführlicher Form HIER) Soviel zu den Hard Facts , die sich ja so ganz vernünftig lesen.

Trotzdem sind Abtreibungen noch immer ein Tabuthema. Nichts, das frau nebenbei erwähnt. Kaum ein Arzt, der sich dazu bekennt und nicht allzu viele Anlaufstellen, in denen überhaupt Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt werden. (So müssen Frauen aus dem Burgenland zum Beispiel in andere Bundesländer fahren, um eine Abtreibung vornehmen zu lassen.) Dabei ist Österreich mit geschätzten 30.000 bis 40.000 Schwangerschaftsabbrüchen pro Jahr sogar einer der Spitzenreiter in Westeuropa.

Amanda Palmer spricht auf Twitter offen über ihre Abtreibungen

Musikerin Amanda Palmer stellt sich diesem übermenschlich großem Tabu jetzt entgegen und thematisierte ihre drei Abtreibungen auf ihrem neuestem Album "There Will Be No Intermission " In einem Interview mit bustle spricht sie darüber, wie sie nach Erscheinen des Albums unzählige Nachrichten von Frauen erreichten, die in der Vergangenheit ebenfalls abgetrieben hatten. Heimlich. Sie schrieben ihr und sagten, dass sie dank ihrer Songs den Mut fanden, ihren Eltern, ihren Freunden, ihrem Umfeld von dem gynäkologischen Eingriff zu erzählen.

Amanda Palmer - Voicemail for Jill

Das ist der Grund, warum sie Abtreibung seither auch in ihren Shows anspricht. Das kündigte sie vor einem Auftritt im amerikanischen St. Paul auf Twitter an. Den Tweet ergänzte sie mit einem Artikel, der darüber berichtet, dass Ohio ein neues Gesetz beschlossen hat, das Abtreibungen künftig verbieten soll.

In dem Thread spricht sie darüber, wie wichtig es für sie ist und war, die Möglichkeit zu haben, legal abzutreiben

Warum es so wichtig ist, öffentlich über Schwangerschaftsabbrüche zu sprechen:

Den vollständigen Text von Amanda Palmer kannst du HIER nachlesen!

Weiterführende Informationen:

Du bist ungewollt schwanger? Hier ist eine Liste der Beratungsstellen für ungewollt Schwangere.

Du willst dich zum Thema Sexualität, Familie und Schwangerschaft beraten lassen? Hier ist eine Liste mit Familienberatungsstellen, Frauenberatungsstellen und Zentren für Frauengesundheit.

Ausführliche Informationen zu Verhütung & Schwangerschaft in Österreich: “Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbrüche”

Kommentare

Autor

Ich finde es nicht in Ordnung, schon garnicht wenn sie so locker damit umgeht. Das ist ein kind, ein Lebewesen - nicht einfach etwas dass man einfach los wird weil man keine Lust darauf hat . Dann muss man eben von vornherein verhüten. Finde es nicht ok, dass ihr so einen Beitrag schreibt, wie wenn es das normalste der Welt wäre. Kinder haben recht auf leben. LG

WOMAN

Wir sind der Meinung, dass Frauen ein Recht auf ihren Körper haben. Dieser Beitrag behandelt ein Thema, das sehr viele Frauen betriftt, insofern sehen wir es durchaus als unsere Aufgabe darüber zu berichten. Und wir gehen davon aus, dass keine Frau diese Entscheidung "leichtfertig" trifft - aber jede Frau muss die Möglichkeit haben, diese Entscheidung SELBST zu treffen.