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33 Stunden in Amsterdam

Bloggerin Stef opferte ihren Schlaf für WOMAN im Rahmen der HP-Trend-Tour und brachte spannende Tipps für einen Städtetrip in die niederländische Hauptstadt mit.


Amsterdam Trends

Der Reisebegleiter: das neue HP ENVY x2

© magnoliaelectric

Eine Reise nach Amsterdam also? Gerne! Voriges Jahr im Mai hatte ich dort eine der besten Wochen erlebt, ein Durcheinander an Eindrücken und Begebenheiten, an neuen Menschen und innigsten Freundschaften und so freute ich mich von vorne herein, dieser feinen niederländischen Stadt erneut einen Besuch abstatten zu dürfen.
Doch wie kann man in dreiunddreißig Stunden Amsterdam erleben, nämlich so, dass man kein Hetzgefühl in sich trägt, aber trotzdem so viel wie möglich erleben kann? Ich habe es geschafft - denke ich zumindest - und nehme euch heute auf meine dreiunddreißig Stunden in Amsterdam mit.

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Erster Tag

09:15 Uhr: Ich lande in Amsterdam ohne weitere Probleme. Kalte Luft schlägt mir entgegen, als ich zum Bus eile, der mich zum Flughafengebäude bringt. Mein Kleid fliegt in alle Richtungen, meine Haare tanzen Tango. Die Frischluft und die Tatsache, in Holland zu sein, nehmen mir meine letzte Müdigkeit. Schnell Strumpfhose und Jacke angezogen suche ich Fabiénne, die mich in den folgenden Stunden begleiten wird.

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10:15 Uhr: Wir kommen in Amsterdam Centraal an, welches nur 15 Minuten Zugfahrt entfernt vom Flughafen Schiphol liegt. Mit der Masse lassen wir uns nach draußen treiben und schnuppern Amsterdamer Luft. Man muss sagen, dass man ab und zu ein bisschen süßlichen Duft mit einatmet, aber Amsterdam riecht auch ganz leicht nach Meer, wenn man sich darauf konzentriert. Der Regen, der mittlerweile zu fallen anfängt, schickt uns gleich ins erste Café.
Tipp 1: Café Vlaamsch Broodhuys (Adresse: Haarlemmerstraat 108)
Kleine Bäckerei mit Cafébereich. Man sitzt an einem großen gemeinsamen Tisch oder an der Theke. Die Karte ist leider nur auf Niederländisch gedruckt. Wir bestellen das, was wir am ehesten lesen können und bekommen ein riesiges knuspriges Brot mit Hummus, Artischocken und Mozzarella serviert. Die selbstgemachte Zitronenminzlimonade dazu erweckt alle Lebensgeister endgültig.

11:15 Uhr: Auf dem Weg zum Hotel marschieren wir durch das Jordaanviertel. An uns fahren um die Uhrzeit Junggesellen auf Booten vorbei, die noch von Freitagnacht übrig geblieben sind. Die Shops öffnen ihre Türen und uns laufen bereits einige sehr schön angezogene Menschen entgegen. Kurze Zeit später kommen wir im Hotel an, welches direkt auf der Hauptstraße Damrak liegt. Das ist ein Vorteil von Amsterdam, es liegt im Zentrum alles sehr nahe aneinander und ist leicht per Fuß erreichbar.

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Tipp 2: The Exchange Hotel
„The hotel with rooms dressed like models“ ist das Konzept des Hotels. Hinter dem schmalen Eingang befinden sich fünf Stockwerke Hotel, eingeteilt in 1-5 Sterne Kategorien-Zimmer. Die Zimmer sind alle individuell eingerichtet und man lässt sich beim Buchen auf ein Abenteuer ein.
Nachdem wir einchecken suchen wir unser gebuchtes 4*-Zimmer. Nach etlichen Liftfahrten und Stufen (kennt jemand den Asterix und Obelix Zeichentrickfilm „..erobern Rom?“ und die Szene mit der Suche nach dem Passierschein A38? – Ja, genau so fühlten wir uns.) erreichen wir das Zimmer und sind … geschockt. Oder so ähnlich. Von der tiefschwarzen Decke läuft Farbe an den Wänden herab, der Boden ist mit Glitzerperlen gesäumt, die Einrichtung schwarz stählern und verschnörkelt und von den Wänden sehen uns verquere Gesichter an. Wir nehmen es mit Humor und setzen uns. Doch dann kommt das Unbehagen irgendwie doch durch. Hier schlafen zu müssen? Eher mit Widerwillen. In absoluter Dunkelheit? Denn das Licht im Zimmer ist äußerst spärlich. Nein danke. Fabiénne hat die Idee zu fragen, ob wir umziehen können. Ja – können wir. Fünfzehn Minuten später haben wir Balifeeling mitten in Amsterdam, ein riesiges Bett in einem Zimmer mit kleinem Balkon und Aussicht auf den Bahnhof Centraal und Damsquare sowie einer kleinen Leseecke. Wir sind zufrieden und fühlen uns wohl!

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12:30 Uhr: Der Regen hört nicht auf, wir ziehen trotzdem gut gestimmt los und machen uns Richtung Warmoestraat auf, die uns durch Amsterdams Zentrum führt. Auf der Suche nach ausgefallenen, aber tragbaren Streetstyles begegnen uns kostümierte Menschen noch und nöcher. Als Beispiel für Amsterdam muss man das eigentlich auch als Streetstyle heranziehen und die Pose ist außerdem nicht zu verachten oder? Desweiteren stolpern wir auch hier schon über weitere hübsch angezogene Menschen.

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13:30 Uhr: Wir machen uns Richtung Jordaanviertel auf, welches nur so von schönen Geschäften, Kopfsteinpflasterstraßen und süßen Cafés strotzt. Wer Amsterdam in seiner schönsten Pracht erleben will, der erkundet am besten das ganze Viertel. Selbst bei Nieselregen und wolkenverhangenem Himmel sehen die schmalen Hauseingänge, welche meist mit Blumen noch schöner gemacht wurden, wie gemalt aus. Einsame Gasse liegen durchbrochen von mit Fahrrädern stark befahrenen Straßen. Vereinzelte Blumenmärkte säumen kleine Parks.

14:00 Uhr: In diesem Viertel finden wir auch die meisten Streetstyles. Wir beobachten die NiederländerInnen, die meist zu schnell mit ihren Fahrrädern vorbei brausen, sodass uns die Bitte um kurzes Anhalten meist im Hals stecken bleibt. Manche sind per Fuß unterwegs und die laufen mir meist direkt vor die Linse. Nach ein paar kurzen Erklärungen, Fabiénne als Assistentin / Schirmhalterin und guten Unterhaltungen habe ich meine Fotos beisammen. Doch wie ist der Style in dieser Stadt? Absolut gemischt! Die Stadt heißt vor allem im Frühsommer viele TouristInnen willkommen, so säumen diese genauso wie die NiederländerInnen selbst die Straßen Amsterdams. Viele sind in relativ schlichten Farben gekleidet, welche sich perfekt in die Architektur der Stadt eingliedern und alles stimmig und eins wirken lassen. Wie auch immer HolländerInnen es schaffen – sie sind die Perfektion der schlichten Schönheit. Mit wenigen Handgriffen ist ein Outfit zusammengewürfelt und passt von A – Z, ohne aufgesetzte Looks oder übertriebene Accessoires.

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16:00 Uhr: Langsam könnten wir etwas Süßes vertragen. Mitten im Jordaanviertel befindet sich die berühmte Pancake Bakery und die suchen wir auch auf.
Tipp 3: Pancake Bakery (Adresse: Prinsengracht 191)
Nachdem man etwa fünfzehn Minuten auf einen Platz warten muss (es stehen fast immer Leute an), kann man in dem gewölbeartigen Raum Platz nehmen. Es war leider etwas kalt, da die Tür für die anstehenden Leute ganze Zeit offen stand. Die Auswahl an Pancakes ist groß, nicht unbedingt günstig. Mit Pancakes sind hier allerdings schlichtweg Palatschinken gemeint. Sie sind gut, aber nicht überragend. Die Kirschen schmecken etwas schal, jedoch war die Bananen-Nutellamischung umso besser. Die Portionen sind sehr groß.

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17:00 Uhr: Wir schlendern Richtung Hotel und suchen noch ein paar Shops auf, die sich hier fast in jeder Straße aneinander reihen. Die Schaufenster sind meist ausgefallen und designtechnisch 1A gestaltet. Die InhaberInnen sehr freundlich und bemüht. Selbst nach offiziellem Ladenschluss dürfen wir bei NIELS noch weiterstöbern, weil wir relativ spät das Geschäft betraten. Mit einigen Präsenten unter dem Arm machen wir uns wieder Richtung Innenstadt auf.

Tipp 4: Shopping
- Niels (Adresse: Herenstraat 15C)
- The Otherist (Adresse: Leliegracht 60)
- i love vintage (Adresse: Prinsengracht 201)
- Rock Paper Scissors (Adresse: Oude Leliestraat 10)
- Black Sheep Road (Adresse: Herenstraat 6)

17:37 Uhr: Wir stehen vor geschlossenen Türen bei Yellow Bikes. Öffnungszeiten samstags doch nur bis 17:30, online stand 18:00 Uhr. Ein bisschen traurig mühen wir uns durch Windböen, die durch die Gassen fegen, zum Hotel retour. Dann eben kein Fahrrad. Wird schon für etwas gut sein…

19:25 Uhr: Nachdem wir uns trockene Sachen angezogen haben, nehmen wir die Tram zum Restaurant De Kas. Eigentlich war der ursprüngliche Plan, mit dem Rad hinzufahren. Dass der Radverleih kurz vor unserem Eintreffen schloss, war im Nachhinein auch gut, denn Amsterdam zeigt sich von der besten Aprilwetterseite. Zwischen Sonnenschein und strömendem Regen kommen wir am Gelände des Restaurants nach kurzer Fahrtzeit an.

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Tipp 5: Restaurant De Kas (Adresse: Kamerlingh Onneslaan 3)
De Kas ist das Restaurant eines großartigen Konzepts. Es befindet sich in einem Gewächshaus, rund herum sieht man Gemüse wachsen und fühlt sich in dem großen Glashaus fern ab von jeglicher Außenwelt und so gar nicht im städtischen Bereich. Der Regen prasselt kurzzeitig wie von Sinnen auf das Dach – im Restaurant ist nur das Gläserklirren und die vielen Gespräche mit ganz unterschiedlichen Sprachen zu hören. Wie funktioniert so ein Abend? Man bucht Plätze vor, denn spontan bekommt man nur selten Platz. Anschließend bekommt man ein dreigängiges Menü aufgetischt, auch eine vegetarische Variante gibt es. Kostenpunkt pro Menü etwa 50€. Das Essen ist sehr lecker und vollkommen ausreichend. Das Gemüse schmeckt frisch, intensiv, sonnengetränkt und ist grandios zubereitet. Man bekommt jeden Gang erklärt und weiß daher auch bei jedem Kräuterstück, was es genau ist.

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21:30 Uhr: Wir machen uns auf den Weg zurück, mit vollen Bäuchen und zufriedenen Geschmacksnerven. Es ist Midsommar, das heißt, dass die Sonne noch immer scheint. Wir genießen die letzten Strahlen, die die Stadt in vollkommenes Licht hüllen. Wir sehen Leute, die kurzzeitig neben unserer fahrenden Tram auftauchen und lachen jedes Mal, wenn eine von uns „Streetstyle!“ ruft.

22:30 Uhr: Amsterdam muss man auch bei Nacht sehen. Tausende Menschen tummeln sich in den Bars und Coffeeshops. Wir amüsieren uns ein wenig über trägwirkende Gesichter und schmunzelnde Münder, laufen durch das Rotlichtviertel und ich erzähle Fabiénne ein wenig etwas darüber. Wer dazu Infos haben will und das alles aus einer anderen Sicht sehen möchte, dem lege ich folgende Tour ans Herz: Tipp 6: Redlight District Tour

23:30 Uhr: Ich bin seit zwanzig Stunden wach und sehne mich ein wenig nach dem weichen Bali-Bett. Auf einen kleinen Absacker schauen wir im Irish Pub Durty Nelly’s vorbei. Sowohl Strongbow als auch Wodka Soda Lime sind hier zu empfehlen.

00:00 Uhr: Im Hotel angekommen, ein paar Stufen gestiegen, um Zimmer 319 zu finden (nicht Passierschein A38), fallen wir erschöpft ins Bett. Das Fenster lassen wir einen Spalt offen und schlafen zu dem treibenden Leben am Damrak schnell ein.

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Zweiter Tag

08:30 Uhr: Ausgeschlafen schälen wir uns aus den weißen und weichen Laken, suchen am HP noch Frühstücktipps dank kostenlosem Wlan im Hotel, packen unsere kleinen Koffer und machen uns wieder auf den Weg Richtung Jordaanviertel. In das haben wir uns verliebt, aber wenn ihr selbst mal durchwandert, wisst ihr auch warum.

10:00 Uhr: Trotz üppigem Abendessen am Vortag schreit alles in uns nach Frühstück. Noch an der Grenze von Dam Square zu Jordaan finden wir einen geeigneten Ort.

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Tipp 7: Frühstück bei Greenwoods (Adresse: Singel 103)
Das Café hat britischen Charakter, wenn man nicht wüsste, dass man in den Niederlanden is(s)t, könnte man auch meinen, dass man in London speist. Das Essen ist gut, die Eier aus Biohaltung und es gibt auch laktosefreie Milch. Die Preise sind ein wenig höher als zum österreichischen Vergleich, für frischen Orangensaft, Müsli mit Obst und Joghurt, einmal Frühstück mit Ei und Lachs, einmal vegetarisch, zahlten wir knapp 35€.

11:30 Uhr: Mit der Tram 2 machen wir uns Richtung Museumsplein auf. Dort befinden sich die berühmten IAMsterdam Buchstaben, die von Menschenmengen umwuselt werden. Ich habe Glück, ein S ist auch vertreten – ein F leider nicht. Da die Zeit drängt, suchen wir das Stedelijk Museum auf – ein Museum für zeitgenössische Kunst mit einer Etage Kunst nach 1960, einer Etage Kunst vor 1950 und einer Ebene, die derzeit als Designausstellung benutzt wird. Schon von weitem sehen wir das riesige Gebäude, welches voriges Jahr noch aus roter Backsteinmauer bestand, die nun in das neue Konzept, einem badewannenförmigen Dach und dem Glasvorbau integriert wurde.

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Tipp 8: Stedelijk Museum (Adresse: Museumplein 10)
Das Museum ist von der Art und Weise der Ausstellungen und des Aufbaus der Räume dem Centre Pompidou in Paris nachempfunden. Auf der obersten Etage gibt es die Kunstwerke nach 1960, welche uns am besten gefallen. Wir spazieren durch hohe Räume und sind fasziniert von der Vielfalt an künstlerischem Schaffen. Neben magisch anziehenden tiefblauen Farben, eingeschlossen in gerahmte Quadrate, gibt es eine schwarzweiß Fotografieserie, die mich besonders in den Bann zieht. Die Vorfreude ist genauso groß wie das Wirken danach, das die Kunst einen mitgibt. Insgesamt fand ich das Stedelijk Museum für einen regnerischen Tag als Alternative gut, würde das Centre Pompidou in einem Rankin anhand der Menge an Installationen, zum Beispiel auch im Videobereich, vorziehen.

14:00 Uhr: Meine verbleibende Zeit in Amsterdam rast dem Ende zu und mit ihr die Tram, in der wir zurück in die Innenstadt sitzen. Als wolle es mir die Stadt noch schwerer machen, kommt nun auch die Sonne raus.

14:30 Uhr: Als ersten Abschied gibt es Schokoladentarte und Ingwerbier (so lecker, schmeckt sehr erfrischend und gar nicht nach Bier) bei Stock! – das ist ein kleines Café, welches gleich an das Exchangehotel angeschlossen ist. Um ein bisschen Adrenalinschub zum Schluss zu bekommen, verliere ich für kurze Zeit meinen Reisepass, der dann hinter dem Sofa, auf dem ich sitze, wieder auftaucht. Zum Glück! (Ich wäre trotzdem gerne länger geblieben.)

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15:30 Uhr: Mit dem Gepäck an der einen Hand und Vlaamse Frites (gibt es an jeder Ecke als Abschiedsessen Nummer 2) in der anderen machen wir uns Richtung Bahnhof auf. Wir versuchen so langsam als möglich zu gehen, liegt doch nicht nur der Abschied dieses Wochenendes und Amsterdam schwer im Magen, sondern auch der einstweilige mit Fabiénne, die in Deutschland wohnt. Nach Umarmungen und Blicken zurück auf das Gewässer beim Bahnhof mache ich mich Richtung Bahnsteig 14b auf.

18:30 Uhr: Als das Flugzeug durch die Wolkenschicht gleitet, die die Niederlande das Wochenende heimgesucht hatte, kann ich noch einen Blick auf die vielen Gewässer erhaschen. Die Häuser werden zu ameisengroßen Punkten, ein Grau in Blau hüllt mich ein. Erschöpft aber glücklich lasse ich meinen Kopf zurückfallen und schließe die Augen. Meine dreiunddreißig Stunden Amsterdam enden hier offiziell.

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Thema: City-Trips