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Anal Bleaching: Wenn Pornotrends Mainstream werden

Anal Bleaching machen nicht mehr nur Pornodarsteller oder Charaktere aus dem Film „Bridesmaids“, sondern mittlerweile auch sehr viele normale Menschen. Ob und wie gefährlich das Ganze ist, erklären wir euch.

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Anal Bleaching: Wenn Pornotrends Mainstream werden
© istockphoto.com

Helen und Lilian sind Brautjungern im Film "Bridesmaids". Aus purer Eitelkeit heraus haben sie sich den Anus bleichen lassen und wurden vor versammelter Mannschaft von einer anderen Brautjungfer dafür verspottet. Brautjungern in Filmen und Pornostars sind aber, nicht mehr nur die einzigen, die sich den Anus bleichen lassen. In der Tat ist Anal Bleaching ein wachsender Trend, der in den USA seinen Ursprung hat. Ärzten zufolge ist er nicht ganz ungefährlich. Doch was genau ist Anal Bleaching überhaupt? Es ist genau das, wonach es sich anhört und klingt vielmehr nach einer Foltermethode aus dem letzten Jahrhundert als nach einem Schönheits-Treatment.

Wie funktioniert Anal Bleaching?

In der Regel werden säurehaltige oder keratolytische Lotionen für die Aufhellung des Anus verwendet. Die ganze Prozedur kostet 100-150 Dollar und dauert etwa 20-30 Minuten. Je nachdem, wie dunkel die Haut an der Stelle ist, muss sie mehrmals wiederholt werden, bis man Ergebnisse sieht. Experten empfehlen die Behandlung zweimal pro Woche in einem Zeitraum von bis zu acht Wochen.

Die Nachfrage scheint groß zu sein, denn es gibt auch schon Bleichlotionen und –gels für zuhause. Neben Anal Bleaching ist auch Vaginal Bleaching ein großer Trend. Hierbei wird die Bleichcreme auf die Öffnung der Vagina aufgetragen, um die Schamlippen aufzuhellen.

Woher kommt der Trend?

Durch die Allgegenwärtigkeit von Pornos sind Frauen immer mehr gebleichten Hinterteilen ausgesetzt. Zudem wird Analsex unter Frauen immer populärer, was ihnen zum ersten Mal den Anlass gibt, sich intensiv mit dem Aussehen ihres eigenen Anus zu beschäftigen. „The Journal of Sexual Medicine“ veröffentlichte im Jahr 2015 eine Studie, die herausfand, dass etwa 40 Prozent der 20- bis 24-jährigen Frauen Analsex ausprobiert haben. 1992 waren es nur 16 Prozent.

Gibt es Risiken?

Gynäkologen und Dermatologen sind sich einig, dass Anal Bleaching alles andere als risikofrei ist, deshalb sollte man sich sein Hinterteil, wenn, dann nur von Ärzten und nicht von Kosmetikerinnen bleichen lassen. Einige Frauen berichteten von Brennen, Hautirritationen und sogar Narben, die durch eine fehlerhafte Prozedur entstanden seien.

Außerdem könne das Bleichen mehr Schaden als Nutzen anrichten. Dazu gehören unter anderem Analfissuren oder bakterielle Infektionen (falls das Kosmetikstudio nicht hygienisch genug arbeitet). Die Analöffnung könne sich auch aufgrund der Irritationen verkleinern und den Stuhlgang erschweren. Von Analsex wollen wir hier gar nicht erst sprechen.

Neben den gesundheitlichen Risiken bringt die Prozedur auch nicht immer das gewünschte Ergebnis. Im schlimmsten Fall kann es zu einer Depigmentierung kommen. Der Analbereich ist komplett weiß, statt wie gewünscht zur eigenen Hautfarbe zu passen.

Anal Bleaching ist möglich, aber ob die potentiellen gesundheitlichen und ästhetischen Folgen diesen kosmetischen Eingriff wert machen, muss immer noch jeder und jede für sich selbst entscheiden. Wichtig ist es aber, immer einen Arzt aufzusuchen.