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Anelia Peschev im WOMAN-Talk

Die Vienna Fashion Week ging gestern zu Ende. Was bleibt: Ein paar interessante Impressionen, die von skurril bis bedeckt reichen.

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Anelia Peschev

Anelia Peschev

© Philipp Enders

Anelia Peschev präsentierte am Samstag auf der Vienna Fashion Week ihre neue Spring/Summer Kollektion 2016, die den Namen "The Journey" trägt. Im Gegensatz zur vorhergehenden Show der Labels Lila, Roee und Milk, wo man stellenweise mit Bondage-Elementen experimentierte (schockt mittlerweile auch keinen mehr), wirkte diese fast ein bisschen blass, aber sicher tragbar. Im WOMAN-Interview sagt die Designerin: "Ich sehe die Natur als Kraft- und Inspirationsquelle, schließlich sind wir alle Teil davon. Auch das Thema Reisen inspiriert mich, jeder von uns hat seinen eigenen Weg im Leben. Die ganze Kollektion ist sehr pastellig gehalten, sehr harmonisch, mit einem Troublemaker in der Mitte." Damit spielt sie auf den schwarzen Zweiteiler mit goldenem Hummer-Druck an, der an Schiaparelli erinnert. Trotz diesem und einiger anderer, farblicher Ausreißer, hatte man bei Anelia Peschev doch das Gefühl, dass sie bei ihrer Kollektion auf Nummer sicher ging. Aber gut, es muss ja nicht immer die Hoermanseder’sche Avantgarde sein, die von der Modewelt im Moment so gefeiert wird. Ein Hauch von Stilbruch wäre dennoch schön gewesen und hätte die Kollektion ein wenig aufgebrochen – zumindest beim Styling. Vielleicht hätte das aber auch das altbewährte Konzept gekillt, wer weiß.

Anelia Peschev
Roee

Dabei ist Peschev für Innovationen an sich recht empfänglich. Über den technischen Fortschritt der Modewelt äußert sie sich begeistert: "Es gibt viele neue Techniken, zum Beispiel die Laserverarbeitung. Manche laserverarbeiteten Polyester-Stoffe sind teurer als reine Seide! Die neuen Technik- und Produktionsarten sind sehr innovativ, auf den Stoffmessen sieht man da jede Saison allerhand Sensationen."

Anelia Peschev
Anelia Peschev

Innovation und Mode sind natürlich unweigerlich verbunden, doch wie steht es da um Wien als Modestadt? Wien, das eher für gemäßigtes Adaptieren internationaler Trends bekannt ist? Hat eine Vienna Fashion Week da überhaupt irgendeine Berechtigung? "Ich finde, dass konnte man vor ein paar Jahren vielleicht noch hinterfragen, aber heuer und in den letzten Saisonen konnte man sehen, wie schnell sich die Wiener Modeszene entwickelt. Wien trägt eine Eleganz, die sonst keine andere Stadt besitzt. Ich bin glücklich darüber, dass sich in Wien so viel in Richtung Mode tut!" , und spielt damit auf die Wendy & Jim Installation im Semperdepot im Rahmen der Afa Awards an, bei welchem Marina Hoermanseder und Jackie Lee ausgezeichnet wurden.

Anelia Peschev
Roee

Wie steht die Designerin eigentlich zum Thema Nachhaltigkeit? "Nachhaltigkeit ist bis zu einem gewissen Grad schon umsetzbar, ich verzichte zum Beispiel gänzlich auf Pelz. Eine eigene Nachhaltigkeits-Linie ist definitiv ein Thema für die Zukunft."

Anelia Peschev
Anelia Peschev

Dass man bei Anelia Peschev keine visuellen Statements, wie beispielsweise das "Refugees Welcome" Banner bei Mark Baigent, zu sehen bekommt, war fast klar und ist auch nicht unbedingt teil ihrer Markenidentität. Hat Mode für die Designerin überhaupt eine politische Dimension? "Mode ist ein Ausdruck unseres Zeitalters. Die Wirtschaftskrise hatte beispielsweise einen großen Einfluss auf die Mode." Was sagt sie zur Flüchtlingsthematik selbst? "Ich finde es großartig, dass sich Österreich so einsetzt."

Die neue Kollektion ist ab November im Kaufhaus Steffl, 1010 Wien erhältlich.

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