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Ankathie Koi: Wie wichtig ist Sexyness für beruflichen Erfolg?

Sie bringt uns zurück in die 80er. Musikalisch und styletechnisch. Wir haben mit der Musikerin Ankathie Koi über Geschlechterrollen, weibliche Klischees und die Wichtigkeit von Sexyness für beruflichen Erfolg gesprochen.

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Ankathie Koi - Sängerin Interview

Der Vokuhila: Ankathies persönliches Markenzeichen!

© David Kleinl

Ankathie Koi ist nur schwer zu übersehen. Die in Wien lebende Musikerin trägt einen Vokuhila und kombiniert dazu gerne 80er-Jahre Outfits, die man sonst nur aus alten Bonnie Tyler Videos kennt. Ankathie ist keine Sängerin, die man als typisch bezeichnen würde. Sie ist schön aber schräg, exzentrisch aber geheimnisvoll, tough aber romantisch. Auch in ihren Musikvideos zeigt sie sich gewollt sexy - ohne dabei einem weiblichen Klischee zu entsprechen. Im Talk mit WOMAN spricht die 33-Jährige über ihre persönliche Interpretation von weiblicher Sexyness und wie wichtig diese für beruflichen Erfolg ist.

»Was für den einen total krank ist, ist für mich eben oft erst sexy.«

WOMAN: Liebe Ankathie, letzte Woche ist dein Solo-Album mit dem Titel „I Hate The Way You Chew“ erschienen. Man fragt sich unwillkürlich: Wer kaut da so nervig?
Ankathie Koi: Die Liste wäre zu lang... :)

Ankathie Koi - Sängerin Interview

WOMAN: Wie ich gesehen habe, trägst du in deinen neuen Videos noch immer Vokuhila und schrille 80er-Jahre-Outfits. Läufst du auch privat so herum?
Ankathie Koi: Was meinst du mit noch immer? Das ist die Frisur der momentanen KOI Figur! Und wenn man die mal hat, kann man gar nichts anderes mehr damit machen. Da gibt’s keine andere Option, wie privat mit Pferdeschwanz oder so. Aber das ist total okay so. Ich liebe diese seltsame Frisur. Bei mir mischen sich Bühnen- und Alltagskleidung sowieso gern. Die Grenzen sind fließend. Das Leben ist zu kurz für Einheitsware.

WOMAN: Deine Videos sind überhaupt schräg... auf der einen Seite sexy und dann wieder total krank im Kopf. Deine persönliche Handschrift?
Ankathie Koi: Was für den einen total krank ist, ist für mich eben oft erst sexy. Normcore macht mich persönlich nicht an.

WOMAN: Das Musikbiz in Österreich ist ziemlich männerdominiert. Ist es da als Frau schwer erfolgreich zu sein?
Ankathie Koi: Es ist generell sehr schwer in der österreichischen Musikszene erfolgreich genug zu sein, um davon leben zu können! Wenn man sich die Bands ansieht, die von ihrer Musik leben können, haben sie halt überwiegend männliche Mitglieder. Nun ja.
Dabei muss man aber bedenken, dass es in Österreich weniger weibliche Musikerinnen gibt und man hier nicht aus einem 50/50 Pool schöpfen kann. Hier sollte man andocken und mal überlegen, was in der Erziehung falsch läuft, dass sich so wenig junge Mädchen trauen, ein Instrument in die Hand zu nehmen.

WOMAN: Fühlst du dich als Musikerin also nicht benachteiligt?
Ankathie Koi: Ich persönlich bekomme keine schlechteren Gagen, nur weil ich eine Frau bin, aber ich hatte durchaus schon auch Momente im Musik-Biz Leben, in denen ich geflucht habe und mir gedacht habe, „das wäre mir jetzt als Mann nicht passiert.“

Ankathie Koi - Sängerin Interview

WOMAN: In einem Interview hast du gesagt, dass du dich manchmal sehr männlich fühlst. Dann singst du auch wie ein Mann. Würdest du gerne mal einen Rollentausch machen?
Ankathie Koi: Ich habe gesagt, ich singe gerne wie ein Mann, der versucht zu singen wie eine Frau. Ich fühle mich auf der Bühne manchmal durchaus etwas maskulin. Aber so maskulin wie man sich als Frau fühlen kann, die es liebt eine Frau zu sein. Rollen zu tauschen wäre sicher spannend, würde mir für einen Tag aber reichen.
Feminin UND maskulin in einem zu sein schließt sich für mich nicht aus. Man kann beides in sich tragen und es ist keines mehr Wert als das andere.

WOMAN: Kann es sein, dass du dich in deinen Videos ein wenig über weibliche Sexyness lustig machst?
Ankathie Koi: Ich bin überrascht, dass du das so siehst aber vielleicht ist es ganz gut, dass diese Frage einmal auftaucht. Genau das Gegenteil ist der Fall! WENN ich mich über etwas lustig mache, dann über Klischees und allerhöchstens mich selbst. Ich liebe weibliche Sexyness, ich liebe meine weibliche Sexyness. Was ich hasse, ist der Erfüllung von Klischees und einem Ideal hinterherhecheln, das real nicht erreichbar ist und niemand braucht.

»Ich zelebriere weibliche Sexyness halt auf meine eigene Art und Weise.«

WOMAN: Findest du dich selbst eigentlich sexy?
Ankathie Koi: Ich entspreche selbst keinem Schönheitsideal, aber diese Ideale haben überhaupt nichts damit zu tun, ob ich selbst als sexy empfunden werde. Für mich gehört zur Sexyness Humor und ein gesundes Sich-nicht-zu-ernst-nehmen. Ich zelebriere weibliche Sexyness halt auf meine eigene Art und Weise.

WOMAN: Denkst du, dass man als Frau erfolgreicher ist, wenn man sich sexy gibt und gewisse Klischees erfüllt?
Ankathie Koi: Nein, glaub ich eigentlich nicht. Es gibt da ja Gott sei Dank viele Beispiele, wo eine Frau nicht unbedingt den „gängigen Idealen“ entspricht und trotzdem sehr erfolgreich ist.
Ich glaube daran dass jede Frau erfolgreich sein kann. Dass das im Moment noch nicht immer der Realität entspricht, ist mir bewusst, aber ich glaube an die Macht des Glaubens!

WOMAN: Würdest du dich als Feministin bezeichnen?
Ankathie Koi: Ja.

Themen: Sexismus, Musik

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