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Ann Coulter: Diese Frau muss frau hassen!

"Frauen, die über ihre Vergewaltigung sprechen, gieren nur nach Aufmerksamkeit!" – Es sind Sätze wie diese, die US-Journalistin Ann Coulter hassenswert machen.

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Ann Coulter: Diese Frau muss frau hassen!

Ann Coulter: Ultrakonservative Polemikerin

© REUTERS/Jim Bourg

Ann Coulter ist 53, blond, apart, promovierte Juristin und Autorin ultrakonservativer Sachbücher wie "Wenn Demokraten Hirn hätten, dann wären sie Republikaner" oder "Wie man mit einem Liberalen spricht (wenn man es unbedingt muss!)" .

Man könnte Frau Coulter gut und gerne als Spinnerin abtun und ignorieren, wäre ihr Einfluss unter den Erzkonservativen der USA nicht ein recht beachtlicher. Ihre Machwerke landen regelmäßig in der Bestenliste der New York Times, ihre Thesen und Artikel veröffentlicht sie auf sechs der reichweitenstärksten konservativen Websites der Staaten (Human Events Online, World Net Daily, Townhall.com, Front Page Mag, Jewish World Review sowie ihrer eigenen Homepage ).

Auch in Talkshows ist die Polemikerin, die liberale Politker gerne als "Schwuchtel" diffamiert und sich anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 über die zunehmende Beliebtheit dieses "unamerikanischen Sportes" beklagte und darin ein Zeichen für den "moralischen Verfall der USA" ortete, ein gern geladener Gast.

Was Coulter sagt, das wird von weiten Teilen der rechten weißen Unterschicht gerne nachgeplappert. Und so muss man ihre wirren Aussagen leider wahrnehmen. So auch die neuesten, die Coulter in der erfolgreichen Radiosendung The Lars Larson Show absonderte.

»Wenn das Opfer nicht mit einem Ziegelstein auf den Kopf geschlagen wurde, ist es auch keine Vergewaltigung...«

Thema der Show war die sexuelle Gewalt an US-Colleges. Mehrere junge Frauen hatten in den letzten Monaten über fast schon institutionalisierte Massenvergewaltigungen von Studentinnen berichtet. Das Ausüben sexueller Gewalt sei eine Art Initationsritus in männlichen Studentenverbindungen, die Vorfälle würden von den Universitäten aus Angst vor Imageverlusten gerne totgeschwiegen.

Für Coulter ein gefundenes Fressen. Eine Vergewaltigung, so die US-Journalistin, sei gar keine richtige Vergewaltigung – zumindest, solange das Opfer nicht mit einem Ziegelstopf auf den Kopf geschlagen würde. "Davor kann eine Frau immer schreien oder sich zur Wehr setzen, wenn ihr nicht gefällt, was der Mann mit ihr macht." Dazu komme, dass viele Frauen durch ihre Kleidung und ihr Verhalten die Männer regelrecht herausfordern würden...

Doch damit nicht genug. "Wenn Frauen über ihre Vergewaltigung erzählen, dann geht es ihnen nur um Aufmerksamkeit, um Publicity. Sie nehmen sich ein Vorbild an dieser unsagbaren Lady Gaga, die öffentlich damit prahlt, vor fünf Jahren vergewaltigt worden zu sein... Vor fünf Jahren! Warum erzählt sie es erst jetzt, frage ich mich? Dann kann es nicht so schlimm gewesen sein."

Sie glaube, so Ann Coulter weiter, dass das Thema "sexuelle Gewalt" von den Medien künstlich hochgespielt werde. Denn sie zumindest kenne keine einzige Frau, die jemals vergewaltigt worden sei.

Uns fiele jedenfalls auch keine Frau ein, die Frau Coulter jemals davon erzählen wollen würde...

Themen: Report, Sexismus