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Diese Frauen haben den Neuanfang in Österreich geschafft

Bloggerin Maddie hat zum Filmstart von Das Tagebuch der Anne Frank mit vier Frauen gesprochen, die nach ihrer Flucht in Österreich neu durchgestartet sind.


Diese Frauen haben den Neuanfang in Österreich geschafft
© Samuel Colombo | Optical Engineers

Madeleine Alizadeh betreibt einen der erfolgreichsten Blogs im deutschen Sprachraum und sagt gerne was Sache ist. Auf dariadaria.com beschäftigt sie sich auf kluge Art und Weise mit einem auf den ersten Blick sperrigen Thema wie Nachhaltigkeit – und hat damit Erfolg.

Im Spätsommer letzten Jahres bewies die 26-Jährige, dass sie auch die Politik nicht kalt lässt: Sie meldete sich etwa mit einer berührenden Videobotschaft zu Wort, in der sie sich sehr eindringlich mit dem Thema Flucht beschäftigte. Später folgte ein medial viel beachteter offener Brief an das Innenministerium, der Maddie zu einem Sprachrohr der Hilfsbereitschaft werden ließ. In Kooperation mit Universal Pictures hat sich die Bloggerin jetzt für den Kinostart von Das Tagebuch der Anne Frank mit Frauen getroffen, die selbst Flucht erlebt haben und in Österreich neu anfangen mussten.

Während Anne ihre Träume leider nie verwirklichen konnte, kann die aus Tschetschenien geflüchtete Iman ihre Zukunft nun selbst in die Hand nehmen.

Im Gespräch mit Maddie erzählt die selbstbewusste Jugendliche, die vor gut sieben Jahren gemeinsam mit ihrer Schwester nach Österreich kam, von der nicht einfachen Anfangszeit.

Nicht nur das Land selbst, sondern auch das Leben in der Stadt war eher angsteinflößend als angenehm.

Heute fühlt sich Iman in Wien aber sehr wohl und es ist für sie undenkbar, von hier wegzugehen. Nach ihrem Pflichtschulabschluss will sie eine Lehre mit Matura machen und später Anwältin werden.

In drei weiteren Interviews kommen Frauen zu Wort, die sich nach ihrer Flucht nicht nur zurechtfanden, sondern ihre Träume umsetzen konnten.

Parvin Razavi, die sich als Chefköchin, Kochbuchautorin und Food-Bloggerin einen Namen gemacht hat, erzählt etwa darüber, warum sie aus Selbstschutz heraus sehr selten persisch spricht.

Erst seitdem sie Kinder hat, verwendet sie manchmal auch in der Öffentlichkeit ihre Muttersprache.

Amra erzählt von ihrer Flucht aus dem umkämpften Bosnien und dass sie sich früher einen möglichst unauffälligen Namen wie „Anna Müller“ gewünscht hat, um nicht herauszustechen. Heute ist sie Journalistin bei einer der größten Tageszeitungen des Landes und sieht ihre Wurzeln als kulturellen Gewinn und nicht als ein Hindernis.

Außerdem spricht Madeleine mit Parisa, die im Iran geboren und in Afghanistan aufgewachsen ist.

Seit vier Jahren lebt die junge Frau in Österreich, spricht perfekt Deutsch und möchte später einmal Medizinerin oder Pharmazeutin werden.

Letztlich wird klar, dass all diese Frauen über Charaktereigenschaft verfügen, die auch in den Tagebucheinträgen von Anne Frank immer mitschwingen: unglaublicher Tatendrang, viel Optimismus, aber auch sehr menschliche Selbstzweifel, die jedoch nie tonangebend wurden.

Die Verfilmung des Tagebuchs der Anne Frank läuft seit dem 3. März österreichweit in den Kinos. Alle Geschichten mit den vier Frauen findest du in voller Länge auf dariadaria.com.

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