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Insta-Account gegen die Zerstörung der Natur durch Influencer

"OUR PUBLIC LANDS HATE YOU": Unter diesem Namen prangert ein Instagram-Account die Zerstörung der Natur durch InfluencerInnen an - durchaus mit Erfolg.

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Insta-Account gegen die Zerstörung der Natur durch Influencer
© Photo by Jeremy Bishop on Unsplash

Man muss zwar nicht alles verstehen, was sich in der Welt Influencerinnen abspielt - aber manches geht einfach zu weit. Das findet jedenfalls der Inhaber des Instagram-Accounts "OUR PUBLIC LANDS HATE YOU". Der Name ist dabei Programm: Er will InfluencerInnen vor Augen führen, dass ihre Fotos bzw. ihr Lifestyle oftmals nicht ohne Konsequenzen für die Natur bleiben. Zuletzt hatte die Meldung, dass der kalifornische Walker Canyon gesperrt werden musste, weil an einem einzigen Wochenende 50.000 BesucherInnen zu den dortigen Blumenwiesen strömten und diese gehörig in Mitleidenschaft zogen, dieses "Phänomen" in die internationalen Medien gebracht.

Genau solche Vorkommnisse sind es, die den Betreiber des Accounts "OUR PUBLIC LANDS HATE YOU" dazu veranlasst haben, sich eben nicht nur im Stillen zu ärgern - sondern dem Foto-Wahnsinn dort zu begegnen, wo er stattfindet: Auf Instagram. Der Mann dahinter will anonym bleiben, denn mit seiner Kritik wurde er schnell zur Zielscheibe diverser InfluencerInnen. Wie er im Interview mit der Online-Plattform Jezebel erklärt, geht es ihm nicht nur darum, anzuprangern, sondern auch darum, Aufklärung zu leisten. So versucht er, InfluencerInnen klar zu machen, dass selbst wenn sie mit dem Jeep nicht die Wege verlassen haben, sie auch keine Fotos so aufnehmen sollen, auf denen es so ausschaut. Weil die FollowerInnen den Unterschied eben nicht sehen würden und somit kein Bewusstsein dafür entwickelt wird, warum man eben nicht die Wege verlassen oder in Naturschutzgebieten herum spazieren soll.

Graffitis auf Felsen

Gestartet hat er den Account, als InfluencerInnen begannen, in Nationalparks Felsen mit Graffitis zu beschmieren. Und zwar im wahrsten Sinne, denn künstlerisch wertvoll waren die Bilder nicht und abgesehen davon: Graffitis gehören nun mal in den Urbanen Raum, dort tragen sie ja oftmals tatsächlich zur Verschönerung bei - auf Felsen in der Natur haben aufgesprayte Lacke nichts verloren. Das erste Foto davon teilte er im Juli 2018, inzwischen folgen dem Account knapp 12.000 Menschen.

Anonym wegen Drohungen

Und weil einige Influencer aufgrund seines Accounts bzw. seines Engagements bereits Sponsoren verloren haben und ihn deshalb bedrohen, will er auch seine Identität nicht preisgeben. Gegenüber Jezebel gab er jedenfalls an männlich, 31 Jahre alt und in New England geboren worden zu sein. Seit er 5 Jahre alt ist, verfolgt er Outdoor-Beschäftigungen wie Bergsteigen, Campen, Canyoning und vieles mehr. In den vergangenen fünf Jahren sei ihm aber immer stärker aufgefallen, dass die Natur immer respektloser behandelt werde. Menschen würden Lagerfeuer machen wo es nicht erlaubt ist, Müll zurück lassen, Baumrinden einritzen, Steine und Felsen anschmieren und vieles mehr. Zuerst dachte er noch keine Handhabe gegen solche Achtlosigkeit zu haben. Aber dann kam ihm die zündende Idee: "Warum sollte ich das nicht - wie alle anderen - einfach im Internet zeigen?" Und so kam es zu seinem Account.

Meldet InfluencerInnen bei Sponsoren

Inzwischen beschränkt er sich nicht mehr nur darauf, nur die Influencer direkt über die Kommentarfunktion darauf aufmerksam zu machen, dass sie die Natur zerstören, sondern kontaktiert teils direkt die Sponsoren, wenn es sich um gesponserte Posts handelt. "Wenn ich Influencer darauf hinweise, dass ihr Verhalten nicht cool ist, werde ich ignoriert." Also sei er dazu übergegangen, Sponsoren direkt zu kontaktieren, wenn ihre Produkte von Influencern auf ökologisch fragwürdige Weise präsentiert werden. Denn dann würden sich die Firmen wiederum an die Influencer wenden und sagen: "Entferne dieses Posting, das ist nicht gut und rückt unsere Firma ins falsche Licht." Ein Beispiel seien etwa Influencerinnen gewesen, die in den Blumenwiesen des Walker Canyon Werbe-Fotos für Acrylnagelack geshootet haben.

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