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"Antibabypille hätte mich fast getötet"

Diese Frau wäre fast an einer Lungenembolie gestorben. Schuld gibt sie der Antibabypille "Yasminelle" und verklagt nun den Pharmakonzern Bayer auf Schadenersatz.

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Felicitas Rohrer verklagt Bayer wegen Yasminelle Pille

Felicitas Rohrer fordert 200.000 Euro Schadenersatz.

© Getty Images 2015 by FREDERICK FLORIN

Als die 31-jährige Deutsche sich damals die Antibabypille "Yasminelle" verschreiben ließ, beschrieb ihre Frauenärztin diese als "besonders verträglich". Sie sorge für schöne Haut und verhindere Gewichtszunahme. Über Risiken sprach die Ärztin damals nicht. Acht Monate später landet Felicitas Rohrer mit einer doppelten Lungenembolie im Krankenhaus. Sie entgeht nur knapp dem Tod - und das obwohl sie Nichtraucherin, Vegetarierin und Sportlerin ist.

Seither leidet die Frau unter Herz- und Atembeschwerden. Sie darf niemals Kinder bekommen, weil sie ein Blutverdünnungsmittel nehmen muss, das erhebliche Nebenwirkungen hat. Nun fordert Felicitas vom Pharmakonzern Bayer 200.000 Euro Schadenersatz. Die Klägerin berichtet von etwa 250 weiteren Frauen, die alleine in Deutschland wegen "Yasminelle" an Thrombose leiden. Laut Spiegel hat der Pharmakonzern in den USA in außergerichtlichen Einigungen bereits rund 1,9 Milliarden!!! Dollar an tausende Klägerinnen gezahlt.

In Frankreich ist die Pille „Diane 35“ aus dem Haus Bayer wegen der Thrombosegefahr seit fast drei Jahren verboten.

Für Felicitas ist klar: Wenn sie von den Nebenwirkungen gewusst hätte, hätte sie die Pille niemals genommen. In Deutschland zählt sie zu den ersten Betroffenen, die wegen der Nebenwirkungen einer Antibabypille Klage eingereicht haben. Ob "Yasminelle" wirklich die Ursache für die Lungenembolie war, steht noch nicht fest.

Felicitas Rohrer verklagt Bayer wegen Yasminelle Pille
Felicitas Rohrer will, dass "Yasminelle" vom Markt genommen wird.

Fest steht aber, dass die Antibabypille das Risiko für lebensbedrohliche Blutgerinnsel erhöht, die wichtige Gefäße verstopfen und die Blutversorgung der Lunge kappen können.

Der Pharmakonzern Bayer, der alleine im vergangenen Jahr mit "Yaz", "Yasmin" und "Yasminelle" 768 Millionen Euro verdient hat (mehr als Aspirin), wehrt sich gegen den Vorwurf. Es sei nicht auszuschließen, dass es im Einzelfall zu "unerwünschten Nebenwirkungen" kommen kann - das positive Nutzen-Risiko-Profil stehe aber im Vordergrund.

Nun entscheidet das Gericht, ob der Beipackzettel deutlichere Warnhinweise gebraucht hätte. Die 31-Jährige hofft, dass die Pille vom Markt genommen wird, damit anderen erspart bleibt, was ihr passiert ist.

Kommentare

Hanife Özdemir

Vor dem Gebrauch der Pille sollte der Arzt/Ärztin vorher einen Bluttest machen um zu sehen ob man überhaupt Thrombose gefährdet ist oder nicht. Bei mir war dies der Fall, und vor allem darf man nicht nur die Pille sondern auch andere Verhütungsmittel nicht verwenden, bsp: Verhütungspflaster, etc. Die Frage ist natürlich ob jetzt die Firma oder doch der Frauenarzt/Ärztin verklagt warden sollte!

Autor

und nach all diesen Berichten, die man in den letzten Wochen zu hören/lesen bekommt, bin ich auch ganz froh darüber. Klar, man kann nichts zu 100% sagen bzw. ausschließen. Aber irgendwie glaube ich persönlich schon, dass die Einnahme einer Antibabypille riskant ist/sein kann.
Der großen Pharmaindustrie traue ich aber sowieso generell nicht.

Autor

Die "Yasminelle" war auch meine erste Antibaby-Pille. Hab sie auch fast 2 Jahre genommen. Bei einer Routinekontrolle hat mir meiner Frauenärztin dann beim Vorgespräch von dieser Pille abgeraten, da die Wahrscheinlichkeit einer Thrombose durch die Einnahme dieser Pille sehr hoch liegt. Mir wurde dann eine andere verschrieben, aber seit März nehme ich gar keine mehr.