Ressort
Du befindest dich hier:

Design aus Österreich: anzüglich

Warum können nicht alle Firmen so arbeiten (wehmütigen Seufzer hier bitte dazu denken)? Das heimische Fashion-Label "anzüglich" entwickelte sich vom ambitionierten Sozialprojekt zum erfolgreichen Mode-Unternehmen.

von

Anzüglich
© Anzüglich

„anzüglich“ ist nicht nur ein wunderbares Wortspiel für ein Modelabel, sondern sticht vor allem durch seine einzigartige Arbeitsweise hervor: Denn das österreichische Modeunternehmen produziert in einer eigenen Schneidermanufaktur im peruanischen Cusco. Was als Sozialprojekt für gehörlose Frauen begann, wurde 2014 zum eigenständigen Unternehmen. Mittlerweile bietet der wachsende Betrieb eine stabile Lebensgrundlage für 20 Angestellte sowie deren Familien.

Designerin Bawi Koszednar und ihr Team übernehmen damit soziale Verantwortung: „Auf der Suche nach einer Produktionsstätte, in der die Arbeiterinnen gerecht bezahlt und versichert waren, entdeckten wir über einen befreundeten Designer ein Sozialprojekt in Peru“, so Geschäftsführer Hans Koszednar über die Anfänge. Durch Investitionen, Aufbauarbeit und kontinuierliche Ausbildung der Mitarbeiterinnen wurde aus dem Nonprofit-geführten Projekt eine professionelle Schneidermanufaktur. Wo anfangs vier gehörlose Arbeiterinnen stundenweise T-Shirts nähten, produzieren mittlerweile fünfzehn Schneiderinnen jährlich rund 8.000 Kleider, Röcke und Oberteile für den europäischen Markt.

Das bedeutet soziale Gleichberechtigung und Anerkennung, ein festes Beschäftigungsverhältnis, faire Entlohnung, faire Arbeitsbedingungen und darüber hinaus ständige Aus- und Weiterbildung für Frauen, die aufgrund ihrer Gehörlosigkeit nur sehr geringe Chancen am Arbeitsmarkt hätten. „Eigentlich schade, dass wir extra betonen müssen, unsere Näherinnen fair zu bezahlen und fix anzustellen“, meint Koszednar, „doch in der Modeindustrie ist das leider keine Selbstverständlichkeit.“

Anzüglich

„Uns ist es einfach wichtig, dass niemand für die Kleidung, die wir anbieten, leiden muss.“, betont Koszednar. Und somit weitet man die Verantwortung ebenso auf die Arbeiterinnen und Arbeiter auf den Baumwollfeldern aus. Auf Pestizide, Insektizide und Kunstdünger wird verzichtet, um die Gesundheit der Böden, der Verarbeitenden als auch der schließlich Tragenden zu garantieren.

„Unser Ziel ist es, dass wir irgendwann mal nicht mehr betonen müssen, dass wir ökologisch und fair produzieren – sondern dass das einfach eine Voraussetzung in der Welt der Mode wird“, hofft die Designerin für die Zukunft.

Wer dies unterstützen möchte, der findet die schlichte Damenmode im mittleren Preissegment in rund 40 Shops in Österreich, Deutschland, Italien und Spanien sowie im eigenen Geschäft in der Theobaldgasse 9/1b in 1060 Wien.

Mehr Infos auf anzüglich.at

Anzüglich

WOMAN Newsletter

Die E-Mail, auf die du dich jeden Tag freuen wirst: Top-Artikel, Gewinnspiele und tolle WOMAN-Aktionen täglich in unserem Newsletter.

Jetzt anmelden