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Arabella Kiesbauer im WOMAN-Interview

Nach vier Jahren Bildschirmpause moderiert Arabella Kiesbauer am 19. Mai die ORF-Lifeball-Revue. Ein Talk über innere Gelassenheit, wilde Party-Nächte, kindliche Rollenspiele und ihr Vergangenheit als Persil-Girl.


Arabella Kiesbauer im WOMAN-Interview
© Susanne Spiel

Von einem „fixen Comeback zum ORF“ will Arabella Kiesbauer, 42, nichts hören. „Ich moderiere zwar am 19. Mai im Hauptabendprogramm eine Lifeball-Revue mit hochkarätigen Stars aus aller Welt, aber ich habe nicht den Drang wieder rund um die Uhr Fernsehen zu machen. Wenn jemand interessante TV Angebote hat, schau ich sie mir gerne wohlwollend an. Doch eine Sendung muss mich inhaltlich schon sehr begeistern, dass ich die Moderation übernehme“, sagt sie mit einer Selbstsicherheit und Gelassenheit, der offenbar auch die vierjährige Babypause nichts anhaben konnte. Seit 2008 rückte sie bewusst ihr Privatleben, sprich die Ehe mit Florens Eblinger und die gemeinsamen Kinder Nika, 4, und Neo, 1, in den Fokus ihrer Aufmerksamkeit – und lebte von der Vermietung einiger Immobilien, die sie besitzt. „Die Präsentation des Lifeballs macht für mich Sinn. Ich schätze Gery Keszlers Engagement für den Kampf gegen Aids und war selbst an die zehn Mal dort. Mal privat als Gast, mal als Fashion-Model am Catwalk, mal hielt ich eine Ansprache und ganz zu Beginn, als der Ball noch quasi eine geschlossene Underground-Party mit 500 Besuchern war, drehte ich für X-Large eine Reportage hinter den Kulissen. Ich war praktisch schon in jeder Funktion dabei…“

WOMAN: Sie ließen sich von Fernsehdirektorin Kathrin Zechner mehrmals bitten, bevor Sie letztlich zustimmten, die Lifeball-Revue zu moderieren. Womit hat Sie sie gelockt? Mit einer imposanten Gage, Blumen, Pralinen?

Kiesbauer: Der ORF zahlt keine imposanten Gagen. Aber mit Pralinen hätte Sie mich in der Tat ködern können, denn ich liebe Schokolade. (lacht) Im Ernst: Kathi und ich kennen uns schon sehr lange, schätzen uns sehr. Und der Lifeball Talk live vor dem Rathaus ist eine wunderbare Gelegenheit internationale Prominenz zu interviewen. Welche anderen Events gibt es in Österreich noch, wo man so eine brillante Gästeliste hat.? Außerdem verbinde ich viele persönliche Erinnerungen mit diesem alljährlichen Spektakel.

WOMAN: Was ist denn in solch schrägen Nächten alles passiert?

Kiesbauer: Man darf ja nicht alles ausplaudern, aber ich hab’s immer krachen lassen und intensiv gefeiert. Meine Freunde und ich haben uns meistens vorher privat getroffen, uns gegenseitig geschminkt und gestylt und dabei schon kräftig vorgefeiert. Ich bin ja von Haus aus kein verklemmter Mensch, aber ich habe natürlich auch Freunde, die sonst eher ein bisschen ruhiger unterwegs sind. Wehe, wenn die losgelassen! Am Lifeball haben sie immer die Nacht zum Tag gemacht und flippten total aus. Nicht nur bei den Kostümen, wo man mehr Haut als Stoff sah. Sondern auch bei den Aktionen! Eine Freundin, die sehr anständig erzogen wurde, hat dort mal simultan mit drei Typen geknutscht. Das hätte ich ihr nie zugetraut.

WOMAN: Haben Sie auch mit Fremden herum geschmust oder gar Nächstenliebe mit dem gleichen Geschlecht geübt?

Kiesbauer: Ich hab schon geschmust, aber immer nur mit meinem jeweiligen damaligen Freund. Ich bin sehr hetero. Und eine Frau zu küssen, hat mich nie interessiert. Von mir gibt’s also keine Fotos am Lifeball, die mich total in Verlegenheit bringen (lacht) .

WOMAN: Kennen Sie jemanden, der mit HIV infiziert ist oder gar an Aids verstarb?

Kiesbauer: Ich habe zwar einige schwule Freunde, aber kenne keinen, den dieses Schicksal betrifft.

WOMAN: Sie haben Fernsehen in einer Zeit gemacht, wo man noch eine goldene Nase verdienen konnte.

Kiesbauer: Damals gab es vor allen Dingen noch viel Geld, um inhaltlich zu experimentieren. Heute wird eine Sendung nach fünf Folgen abgesetzt, wenn sie nicht die erwartete Quote bringt. Aufgrund der fehlenden finanziellen Ressourcen wird auch das Programm immer schlechter. Den Machern heute fehlt die Leidenschaft, die haben nur ihren Wirtschaftsplan im Kopf. Jeder Schritt muss von irgendwelchen Controllern abgesegnet werden, bis endlich etwas auf Schiene geht. Das ist mühsam!

WOMAN: Harsche Kritik. Wie verträgt das Kathrin Zechner?

Kiesbauer: Zum Glück brennt sie für den Beruf. Sie ist einfach eine g’standene Fernsehmacherin. Insofern fühle ich mich diesbezüglich seelenverwandt mit ihr. Nichtsdestotrotz nehme mir das Recht heraus zu sagen, dass es immer weniger Sendungen gibt, die ich mir selbst gerne im Fernsehen ansehe. Dokus und Spielfilme sind die Ausnahme. Davon könnte meines Erachtens nach selbst der ORF mehr zeigen.

WOMAN: Welche Eigenformate der Kollegen gefallen Ihnen? Die Karlich-Show, „Vera Exklusiv“? Bei Frau Russwurm waren Sie ja vor kurzem selbst zu Gast.

Kiesbauer: Das stimmt. Aber solche Sendungen sehe ich meist deshalb nicht, weil ich am Wochenende nie zum fernsehen komme und werktags auch erst nach 21:30 Uhr. Davor ist es bei uns zu Hause mit den Kindern turbulent. Und wenn die Kleinen mal schlafen, will ich schon auch noch mit meinem Mann plaudern, als mich gleich vors Fernsehkastl zu setzen.

WOMAN: Würden Sie Vera Russwurm denn umgekehrt auch interviewen wollen?

Kiesbauer: Vera kenn ich schon seit ihren Anfängen. Da war ich selbst noch nicht beim Fernsehen und sah sie mir immer als Tritschtratschgirl oder in der Jugendsendung „Okay“ an. Aber wenn ich sie in einem Interview was fragen würde, dann sicher das, ob sie in all diesen Jahren immer mit dem gleichen Herzblut bei der Arbeit war? Oder ob Fernsehen im Rahmen ihrer persönlichen Entwicklung nicht doch einen anderen Stellenwert für sie bekam. Ich versteh ehrlich gesagt nicht, wie man ein Leben lang immer das gleiche machen kann. Ich finde es fast zwingend, dass man sich in verschiedenen Bereichen ausprobiert!

WOMAN: Also an dem Gerücht, dass Sie wieder „Starmania“ oder „Die große Chance“ moderieren sollen, ist nix dran, weil da der Reiz verloren ging?

Kiesbauer: Starmania ist eine besondere Sendung. Vom Team her fühlte ich mich da sehr gut aufgehoben. Darüber müsste ich nachdenken. Die Frage ist auch, ob man das Konzept eins zu eins übernimmt oder adaptiert. „The Voice of Germany“ auf Pro7 fand ich dramaturgisch zum Beispiel sehr spannend - mit den Battles zu Beginn zwischen den Juroren, die ihre Teams zusammenstellen. Und wenn ich bei einer Sendung gebannt dran bleibe, heißt das was…

WOMAN: Ich habe gehört, dass Sie auch für einen Late-Night-Talk in Betracht gezogen werden, wie es früher „Bei Stöckl“ oder im Vorjahr „Kratky“ war, was allerdings abgesetzt wurde.

Kiesbauer: Wenn ich den aktuellen Gerüchten jetzt Nahrung schenke, dann wird das Programm nächstes Jahr zu 80 Prozent von meiner Person bestritten. Das kann ich schon mal ausschließen! (lacht) Ein überschaubares Projekt mit einer Sendung einmal pro Woche wäre allerdings zeitlich im rahmen. Inhaltlich spannend und mit einem guten Team bin ich gerne dabei. Aber eine TV-Dauerpräsenz lehne ich definitiv ab.

WOMAN: Warum legen Sie nicht aktiv ein Konzept vor? Weil das in der Schublade verstaubt?

Kiesbauer: Nein. Weil ich weder unbedingt auf den Bildschirm möchte so wie früher noch den missionarischen Eifer habe, das österreichische Fernsehen zu verbessern. Ich bin da ganz entspannt…

WOMAN: Was fehlt denn dem ORF?

Kiesbauer: Es ist schwer, ein Programm anzubieten, das acht Millionen Menschen gefällt. Die einen favorisieren den „Bergdoktor“, die anderen stehen nur auf amerikanische Plots. In Wahrheit bräuchte es 20 Spartensender um alle Geschmäcker zu bedienen.

WOMAN: Haben Sie den Eindruck, dass es genügend Formate gibt, wo der Zeitgeist dieser Gesellschaft abgebildet wird? Gibt es eine Sendung, die man sich in 20 Jahren rückblickend anschauen kann und sofort wissen wird: das war 2012...

Kiesbauer: Wir leben in einer sehr speziellen Zeit, das stimmt. Es ist eine Zeit voller Ängste. Auch ich habe sie. Man fragt sich: Was passiert mit unserem Geld, gibt’s eine Entwertung? Wie sieht’s mit den politischen Systemen aus? Sind das nur Handlanger der Banken? Wer regiert die Welt wirklich? Diese Gedanken und Sorgen spiegelt das Fernsehen sicher zu wenig wider. Wobei: im „Weltjournal“ z.B. gibt’s immer wieder kritische Beiträge, die das thematisieren. Das sehe ich mir mit großem Interesse an.

WOMAN: Hand aufs Herz: War Ihnen in den letzten Jahren als Mutter und Hausfrau mal langweilig, dass Sie wieder mal moderieren möchten?

Kiesbauer: Nein, definitiv nicht. Das Verwalten meiner Immobilien nimmt genug Zeit in Anspruch. Ich bin kein Johnny Kontrolletti, aber mein eigenes Interesse an der Art wie ich mein Geld verwalte, ist ein anderes als bei jemandem, der nur angestellt ist. Zum Glück hat meine Mutter meinen Finanzsinn über die Jahre gut geschult. Darüberhinaus habe ich habe immer etwas zu tun. Mit Freundinnen im Café herumzuhängen und Latte Macchiato zu trinken ist nicht mein Ding.

WOMAN: Ihre Mama hilft Ihnen auch tüchtig mit den Kindern!

Kiesbauer: Ja. Ein großes Privileg. Sie ist mit den Kleinen im siebten Himmel. Ich teile sie auch ordentlich zum Babysitten ein, und schreibe ihr einen richtigen Terminplan, wann ich sie brauche. Sie sagt zwar manchmal: „Na hör mal, jetzt in der Pension hab ich mehr zu tun als früher, als ich noch gearbeitet hab“, aber das ist nur ironisch. In Wahrheit ist sie ganz enttäuscht, wenn sie mal ihre geliebten Enkel einen Tag lang nicht sieht. Sagt dann: „Was mach ich bloß mit meiner Zeit“? Gerade jetzt passt sie auf Neo auf. Der ist sonst ein echtes Mama-Bubi. Typisch Sohn! Wenn ich am Schreibtisch sitze, sitzt er auf meinem Schoss und haut auch fleißig in die Tasten des Computers. Hauptsache, er ist in meiner Nähe. Nika war immer sehr selbstständig, wollte alles erkunden. Er ist viel anhänglicher. Aber ein absoluter Sonnenschein.

WOMAN: Und Nika ist mittlerweile im Ganztagskindergarten?

Kiesbauer: Nein. Sie bleibt nur bis zu Mittag. Aber zweimal pro Woche, so wie heute, ist sie in der Theatergruppe. Da ist dann erst um 16:30 Uhr Schluss. Mein Mann und ich dachten, das könnte ihr Spaß machen. Und das tut es augenscheinlich. Ihren ersten Auftritt hatte sie mit drei Jahren. Als Nummerngirl. Das tänzelte sie ganz allein mit einem Transparent über die Bühne. Mit sooo einem Grinsen im Gesicht! (lacht) Mal sehen, ob sie später Schauspielerin wird wie ihre Oma. Ihren Berufswunsch ändert sie allerdings ständig. Mal will sie Malerin werden, dann Ärztin. Und letztens Supermarktverkäuferin. Sie hat eine Supermarktkasse zum Spielen daheim und auch ein Einkaufswaggerl. Sie mag Rollenspiele jeder Art. Und so schlüpfen wir gemeinsam in verschiedene Rollen. Mal sind wir Prinzessinnen, mal machen wir eine Reise nach Mallorca. Dann packt sie Koffer und schmeißt sich aufs Sofa – das ist nämlich unser Flugzeug. Und dann kommt die Stewardess und bringt Getränke. Nika hat eine blühende Phantasie und palavert unentwegt. Das hat sie zweifellos von mir.

WOMAN: Und wie klappt’s unter den Geschwistern?

Kiesbauer: Sie lieben sich heiß, spielen gerne miteinander „Mami und Papi“ und dann schiebt Neo den Puppenwagen. Nika kommandiert natürlich viel herum, aber er hat schon auch seinen eigenen Kopf. Daher gibt’s oft ein richtiges Tohu Wabohu zu Hause. Auch dann, wenn sie ihre Liebe für ihn nicht dosieren kann und sich auf ihn draufschmeißt, um ihn abzuschmusen. Aber das liebt Neo. Dann schickt er Nika Flugbussis.

WOMAN: Wenn Sie so rührende Szenen beobachten: Tut’s Ihnen da leid, dass Sie selbst keine Geschwister haben?

Kiesbauer: Das nicht. Aber lustigerweise hat mich Nika unlängst auch gefragt, warum ich keinen Bruder oder Schwester habe. Sie kann sich nicht vorstellen, dass man als Einzelkind aufwächst. Als Neo geboren wurde, hat sie mit ihrem Brüderchen gesprochen und gesagt: „Endlich bist du da! Ich hab solange auf dich gewartet!“ Auch wenn sie eigentlich eine kleine Schwester wollte (lacht) .

WOMAN: Was nicht ist, kann ja noch werden!

Kiesbauer: (melodisch) Nein, nein. Da hätte ich früher anfangen müssen. Dann hätten’s auch vier Kinder werden können. Aber es ist auch mit zwei ein Heidenspaß! Gestern bin ich mit ihnen am Spielplatz im Gatsch umhergehüpft und in der Sandkiste. Deshalb hab ich heute noch trotz Sauberschrubben schwarze Fußsohlen (lacht).

WOMAN: Was geben Sie Ihrer Mutter eigentlich für ihre Unterstützung zurück?

Kiesbauer: Für sie ist es das größte Geschenk, jetzt mit den Kleinen eine Zeit nachzuholen, die sie mit mir im Alltag nicht hatte. Ich wuchs ja bei meiner Oma auf, weil meine Mama als Schauspielerin in Deutschland arbeitete. Sie hat deshalb sicher ein schlechtes Gewissen. Macht sich heute noch Vorwürfe. Ich muss sie jetzt ein bisserl bremsen, weil sie schon zur Glucke mutieren kann, zur Überoma!

WOMAN: Stimmt es, dass sie es Ihrer Mutter monatelang verheimlicht haben, als Sie und Florens 2004 heirateten?

Kiesbauer: Ja, auch seine Eltern wussten nichts. Wir wollten diesen Moment nur für uns und weihten die Familie erst ein, bevor es die Medien spitz kriegten.

WOMAN: Bald sind Sie neun Jahre verheiratet...

Kiesbauer: Zum Glück vergessen wir auch als Eltern nicht, dass uns eine Liebesbeziehung verbindet. Das ist ja der „Casus Knacksus“ bei vielen Paaren. Die Frau, die man heiratet und mit der man Kinder hat, ist zwangsläufig nicht mehr diejenige, die sie davor war. Familie verändert Frauen. Das kann möglicherweise schwierig werden. Beobachte ich zumindest bei Freunden. Florens und ich nehmen uns deshalb viel Zeit für uns zwei – bei aller Liebe zu den Kindern. Essen, Theater, Kino. Wir wollen und brauchen unsere Gespräche, ohne dass ständig wer an uns zerrt „Mami dies, Papi jenes…“. Und: ich nehme mir auch Zeit nur für mich! Dann gehe ich in Ausstellungen, ins Fitnessstudio oder spiele Klavier. Das geht aber auch nur, weil ich nicht jeden Tag von 9 bis 17 Uhr beschäftigt bin.

WOMAN: Man weiß nie, was das Leben bereithält. Haben Sie Sorge, dass Sie diese Vorteile eines Tages nicht mehr haben? Und bedanken Sie sich ab und zu beim lieben Gott dafür?

Kiesbauer: Klar bin ich finanziell gut abgesichert. Aber dieser Spagat Job-Familie ist auch eine Egosache, sprich: viele Frauen, die es sich ebenso leisten könnten, reduziert und damit entspannt zu arbeiten, tun sich einen Wahnsinnsstress an, weil sie sich über den Beruf definieren. Die Lifeball-Sache ist bei mir einfach nur Spaß an der Freude…Und was meine Dankbarkeit ans Leben angeht: Ja, ich habe viel geschenkt bekommen und das gebe ich nun zurück. Als Integrationsbotschafterin, bei „Licht für die Welt“ , „Kindern eine Chance“ etc. Das Leben ist nur im Fluss, wenn Geben und Nehmen sich die Waage halten.

WOMAN: Haben Sie je einen Job verrichtet, der unter Ihrer Würde war?

Kiesbauer: Was heißt unter meiner Würde? Das würde ich so nie sehen. Ich hab als Studentin im Supermarkt bei Verkaufsständen Persil-Waschmittel angepriesen. Ich hatte keine Ahnung von Haushalt, hatte noch niemals Wäsche gewaschen. Ich war ja total verwöhnt, brachte die Wäsche immer zu meiner Großmutter Elisabeth. Und nachdem die von Persil wirklich begeistert war, betete ich einfach nach, was sie sagte und drehte den g’standenen Hausfrauen alles erfolgreich an. Auch das war eine wichtige Erfahrung.

WOMAN: Wann haben Sie das erste Mal eine Waschmaschine bedient?

Kiesbauer: Ach, das dauerte dann noch ewig! In Deutschland hängte ich die schmutzigen Sachen meinen Freunden um – da bin i a net bled! (lacht) Und so ähnlich war’s beim Kochen. Meine Mutter hat mir noch mit 30 vorgekocht und Eat Bags eingefroren. Manchmal hat sie’s die Tiefkühlkost sogar für mich aufgewärmt und noch liebevoll den Tisch gedeckt. Erst als ich Florens kennenlernte und ihm beim Kochen über die Schulter blickte, habe ich begonnen, meine Kochbücher zu studieren. Im Steirereck würde man mir als Köchin die Tür weisen, aber für den Hausgebrauch reicht’s. Meistens . Wenn ich nicht wie so oft in Gedanken bin und zu salzen vergesse (grinst) …

WOMAN: Wann sind Sie denn ganz im Moment?

Kiesbauer: Beim Klavierspielen. Musik ist etwas, das mich sehr, sehr erdet. So wie das Muttersein, denn da gebe ich ja Stabilität und biete einen sicheren Hafen. Aber das Kindliche, Quirlige in mir habe ich mir trotz allem bewahrt.

Interview: Petra Klikovits