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Arbeiten mit Ferienfeeling

Wer sie zur Chefin hat, denkt nicht an Urlaub. Im "4-Sterne Superior Resort Steiner" in Obertauern und im "Alpine Luxury Hotel Post" in Lermoos werden die MitarbeiterInnen zu Höchstleistungen gepusht. Wir sprachen mit Andrea Steiner und Angelika Dengg über ihre erfolgreichen Führungsstrategien.

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Arbeiten mit Ferienfeeling
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Seit ihrem 21. Lebensjahr leitet Andrea Steiner das Hotel Steiner mit ihrem Mann: „Wir hatten damals gerade an der Tourismusschule St. Johann/Tirol maturiert und uns entschlossen den Betrieb zusammen weiterzuführen. Recht schwierig, wenn du so jung bist, keine Erfahrung hast und alle Mitarbeiter im Betrieb viel älter sind als du.“ Zum Glück hatten sie ein paar Menschen um sich, von denen sie viel und schnell lernen durften: „Das hat geholfen, um unser Hotel durch viele Zu- und Umbaumaßnahmen zu dem zu machen, was es heute ist.“

Von Anfang an übernahm Andrea die Team-Leitung: „Mit der Zeit habe ich mir einen Weg zurechtgelegt, mit dem ich mich identifizieren kann und mit dem sich immer wieder tolle Charaktere um uns scharren.“ Zu 90 Prozent führt die zweifache Mutter die Vorstellungsgespräche selbst und hat in den 20 Jahren ein gewisses Bauchgefühl entwickelt, ob jemand ins Team passt oder nicht.

Wie groß ist Ihr Team?
Steiner: Ca. 55 Mitarbeiter/Vollzeit-, Teilzeitkräfte, Lehrlinge, Praktikanten. Wir treffen uns einmal pro Woche zum Jourfix und ein Mal im Jahr zum Kadermeeting, meist zu Beginn der Wintersaison, außer Haus.

Welche Goodies genießen die MitarbeiterInnen im Haus?
Steiner: Unser Credo: Glückliche Mitarbeiter = Glückliche Gäste. Daher kann ein Mitarbeiter alle Möglichkeiten genießen wie ein Gast. Benefits sind Unterbringung in einem super ausgestatteten Mitarbeiterhaus mit kleinen Wohnungen – kostenlos –, inklusive Parkplatz, freie Verpflegung. Um für Mitarbeiter noch interessanter zu sein, haben wir uns mit drei weiteren 4-Stern superior Häusern in Obertauern zu den TOP-Hotels zusammengeschlossen. Wir besuchen Berufsinformationsmessen, erstellen Inserate und arbeiten intensiv zusammen, um unseren den Teams noch mehr Benefits anbieten zu können.

Welche denn zum Beispiel?
Steiner: Nutzung des Wellnessbereichs inkl. Massage- und Kosmetikanwendungen zu 50 Prozent ermäßigt. Sonderpreise für die Unterbringung von Familie und Freunden. Ermäßigte Saisonkarte für das Schigebiet Obertauern. Gratis Schi- und Snowboardverleih bei Partnersportgeschäften. Außerdem gibt’s für die Region Obertauern eine Crew Card mit jeder Menge Ermäßigungen.

Und wobei unterstützen Sie Ihr Team besonders?
Steiner: In allem was möglich ist. Ob dies spezielle Aus- und Weiterbildungen sind oder einfach nur durch ein offenes Ohr, wenn es nötig ist. Wichtig ist ebenso, die Fähigkeiten der unterschiedlichen Charaktere zu erkennen und ihnen dementsprechend Raum zur Entfaltung zu geben.

Wie wichtig sind MitarbeiterInnengespräche?
Steiner: Sehr wichtig. Man muss spüren, ob sich jemand im Team wohl fühlt oder ob es Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Das Schlimmste ist für mich, wenn ich das übersehen habe und einer uns verlässt, ohne dass ausführlich darüber gesprochen wurde. Dann denke ich, es hätte vielleicht eine andere Möglichkeit gegeben.

Wie gelingt es, mit den unterschiedlichen Charakteren auf eine Linie zu kommen?
Steiner: Mit Respekt und Toleranz. Der Fisch stinkt immer vom Kopf – wenn die Chefs nicht klar eine Richtung und eine Philosophie im Punkto Teamwork vorgeben, kann es nicht funktionieren. Ich bin meinem Mann sehr dankbar, dass er zuhört, sich auch im Puncto Mitarbeiter mit mir austauscht, viele Dinge in ein manchmal anders Licht rückt und am Ende auch viele schwere Entscheidungen, mit mir gemeinsam trifft.

Respekt und Toleranz sollten immer von zwei Seiten gesehen werden ...
Steiner: Ja natürlich, von der Führungsposition gegenüber dem Team, aber genauso natürlich umgekehrt. Denn damit ein Haus wie unseres funktioniert, muss es klare Richtlinien und Standards geben, sonst würde Chaos entstehen. Auf der anderen Seite muss es aber möglich sein, entsprechend respektvoll mit Änderungsvorschlägen des Teams umzugehen. Und nicht jeder ist gleich gut in der Position. Mit entsprechendem Entgegenkommen und ein bisschen Aufwand kann jedoch das Beste aus jedem herausgeholt werden. Die Mitarbeiter sollten aber auch Toleranz zeigen, dass es nicht immer einfach ist, verschiedene Charaktere in einem Team zu vereinen und gleichzeitig das Unternehmensziel zu erreichen – manchmal ein ganz schöner Drahtseilakt. Einzelkämpfer sind bei uns falsch.

Wird auch zusammen gefeiert?
Steiner: Oh ja, gern und gut! Besonders nach einer erfolgreichen Saison! Einmal wird irgendwo in Obertauern bei einer lustigen Saisonabschlussparty gefeiert und im nächsten Jahr dann gibt’s einen Überraschungsausflug. Wir wechseln immer ab, denn es sind auch Mamis im Betrieb und die können oft nicht über Nacht wohin reisen. Somit haben wir einen Kompromiss geschaffen. Es tut richtig gut, nach so viel Anstrengung ausgiebig zu feiern. Und das Steiner Team ist bekannt dafür, dass es feiern kann.

Wie würden Sie sich als Chefin beschreiben?
Steiner: Verständnisvoll, loyal, konsequent, perfektionistisch,

Wann werden Sie streng? Wofür haben Sie gar kein Verständnis?
Steiner: Wenn Gäste Mitarbeiter persönlich kritisieren und nicht den Mumm haben dies dem Gegenüber direkt zu sagen, sondern auf einer Bewertungsplattform Kund tun. Wo Menschen mit Herzblut arbeiten, können schon mal Fehler passieren. Ich stehe zu 1.000 Prozent hinter meinen Mitarbeitern und erwarte dies auch umgekehrt. Streng werde ich bei Mitarbeitern bei unkollegialem und respektlosem Verhalten gegenüber anderen Mitgliedern im Team. Das wird von uns klar angesprochen, meist ist dem Gegenüber nicht klar, welchen Beitrag der oder diejenige im Team leistet, der Blick über den eigenen Tellerrand ist für ein funktionierendes Teamwork wichtig.

Welches Erlebnis mit einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin ist ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Steiner: Im letzten Frühjahr hat eine langjähriges ungarisches Mitarbeiterpaar geheiratet. Und in unserer Region ist es Brauch, dass am Abend vor der Hochzeit die Freundinnen die Braut besuchen und ihr das „Brautlied“ singen – als Abschied aus ihrem „Junggesellinnen“ Leben. Also haben wir uns gedacht – na das machen wir auch für Terez. Am Abend unserer Saisonabschlussfeier haben wir Mädels uns also Terez geschnappt und sind auf die Terrasse der Schihütte gegangen, wo die Abschlussfeier stattfand. Im Hintergrund waren die Lichter von Obertauern zu sehen, wir haben zusätzlich Kerzen angezündet und gesungen. Ein echt schöner und tränenreicher Moment unter Mädels war das!

Ist der Frauenanteil bei Ihnen im Betrieb hoch?
Steiner: Ja, Service-, SPA-, Rezeption- und Reservierungsleitung sind seit Jahren fest in weiblicher Hand. Generell überwiegen die Frauen in unserem Betrieb. Schön zu sehen ist auch, dass es immer wieder Mitarbeiterinnen gibt, die nach der Babypause wieder in unseren Betrieb zurückkehren. Diese Kolleginnen sind für uns natürlich besonders wertvoll, da sie das Haus seit langem kennen und ihre Erfahrung einbringen können. Und wer glaubt, ein Hotelbetrieb könnte in punkto Arbeitszeit nicht flexibel sein, der irrt.

4-Sterne Superior Resort Steiner" in Obertauern


Angelika Dengg führt seit 1986 mit ihrer Familie das vom 4-Sterne Superior Resort Post Lermoos mit 90 MitarbeiterInnen: „Begonnen haben wir mit 25.“ Auch hier wird Teamwork groß geschrieben, denn: „Ohne gute Leute im Hintergrund kann es nicht funktionieren.“

Welche Goodies genießen die MitarbeiterInnen im Haus?
Dengg: Freie Unterkunft und Verpflegung, kostenlose Skipässe und Seilbahnbenützung, Eintritt in Schwimmbad, Sauna und Fitness im Hotel Post und unserem Partnerbetrieb „Zugspitz Resort“ in Ehrwald, 50 Prozent Ermäßigung auf Übernachtungen mit HP in allen unseren Familienbetrieben und Kooperationsbetrieben „Best Alpine Wellness Hotels“ und „Genießerhotels“.

Wobei unterstützen Sie Ihr Team besonders?
Dengg: Bei der Aus- und Weiterbildung, wir helfen auch in persönlichen oder finanziellen Krisen, Lehrlinge bekommen auch manchmal den Schubser ins „Leben“.

Worauf legen Sie bei der Zusammenarbeit besonders großen Wert?
Dengg: Respekt und Anerkennung, Freundlichkeit und Professionalität

Wird auch zusammen gefeiert?
Dengg: Ja, sehr gerne! Wenn es eine Auszeichnung gibt, bei Geburtstagen oder wenn ein großer Ab- und Anreisetag gut gelungen ist. Zum Ende des Winters gibt es immer einen schönen Ausflug und vor Weihnachten einen netten Nachmittag/Abend zusammen.

Wie würden Sie sich als Chefin beschreiben?
Dengg: Freundlich, positiv, aber anspruchsvoll, manchmal ungeduldig, aber humorvoll.

Wann werden Sie streng? Wofür haben Sie gar kein Verständnis?
Dengg: Wenn ich mich ausgenützt fühle, bei Unehrlichkeit, vorgetäuschtem Krankenstand, Unpünktlichkeit.

4-Sterne Superior Resort Post Lermoos
Thema: Karriere

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