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Atemwegsinfekte

Die Nase ist Luftfilter und Mini-Klimaanlage und daher sehr empfindlich. Was tun, wenn bei einem Atemwegsinfekt "alles zu" ist?


Atemwegsinfekte
© Corbis

Die Atmung ist ein komplexer Vorgang, der ebenso beeindruckend wie sensibel ist. Zahlreiche äußere Faktoren können das System leicht aus dem Gleichgewicht bringen. Dazu gehören vor allem Bakterien und Viren, aber auch Pollen , Milben, Pizlsporen, Feinstaub und Tabakrauch. Sie alle reizen die Schleimhaut im Nasen- und Rachenbereich sowie in den Bronchien und verursachen Entzündungsreaktionen.

Wie entsteht ein Atemwegsinfekt?

Wenn sich Krankheitserreger, wie z.B. Rhinoviren, in den Schleimhäuten der Nase einnisten, sind ständiges Niesen, Juckreiz und eine verstopfte Nase die Folgen. Ursächlich für Schnupfen (akute Rhinitis) sind eine entzündete und geschwollene Nasenschleimhaut sowie vermehrt produzierter zähflüssiger Schleim. Dieser setzt sich fest, die Flimmerhärchen verkleben und können den Schleim nicht mehr abtransportieren. Der Selbstreinigungsprozess der Atemwege wird gestört.

Schnupfen tritt bei Infektionen und Allergien (allergische Rhinitis), am häufigsten im Rahmen einer Erkältung auf. Im Durchschnitt trifft es jeden Menschen viermal pro Jahr. Der Verlauf ist in der Regel immer gleich: Zunächst läuft die Nase, und es tritt wässrig-klare Flüssigkeit aus. Nach einigen Tagen wird der Ausfluss zunehmend dickflüssiger und gelblich. Der Geruchs- und Geschmackssinn der Betroffenen ist beeinträchtig.

Wie wird aus einem Schnupfen eine Sinusitis?

Die verstopfte Nase blockiert die Verbindungswege zu den Nebenhöhlen, sodass Belüftung und Drainage der dortigen Schleimhäute zum Erliegen kommen. Die Viren haben es nun leicht, sich auf die Schleimhäute der Nebenhöhlen auszubreiten, und eine Sinusitis entsteht. Typische Symptome sind Kopfschmerzen, die sich beim Nach-vorne-Beugen verstärken, Gesichtsschmerzen und Schnupfen mit gelb-grünem Sekret. Breitet sich bei einem Atemwegsinfekt die Entzündung der Schleimhäute in der Nase auf die Nebenhöhlen aus, spricht man von einer Rhinosinusitis.

Was sind die wirksamsten Behandlungsmethoden?

Höchste Priorität bei der Therapie von Schnupfen und Nebenhöhlenentzündungen sollte die Lösung des zähen, festsitzenden Schleims sein, um die Atemwege schnell wieder zu belüften. Wirksam und schnell gelingt das durch pflanzliche Sekretolytika. Das Allround-Talent Myrtol – auch in Kapselform in Apotheken erhältlich – wirkt direkt an den Infektionsherden der Schleimhäute und ist gleichzeitig antioxidativ, antientzündlich und krampflösend. Außerdem hemmt Myrtol, ein Destillat aus einer Mischung von Eukalyptusöl, Süßorangenöl, Myrtenöl und Zitronenöl (66:32:1:1) das Wachstum von Bakterien. Dank dieses breiten, in Studien mehrfach belegten Wirkspektrums klingt die Entzündung rasch wieder ab, die Schleimhäute können belüftet werden.

Was hilft zur unterstützenden Behandlung?

Dazu eignen sich abschwellende Nasentropfen, die ebenfalls zur besseren Belüftung der Schleimhäute beitragen. Diese sollten aber nie länger als zehn Tage angewendet werden, da es zur Gewöhnung kommen kann. Die Einnahme von topischen, also örtlich wirkenden Steroiden ist nicht nur bei chronischen, sondern auch bei akuten Entzündungen empfehlenswert. Eine Bestrahlung mit Rotlicht hilft zusätzlich, die Schleimhaut abzuschwellen. Inhalationen mit ätherischen Ölen befreien die Atemwege von zähem, festsitzenden Schleim.

Wann ist bei einer Rhinosinusitis eine OP notwendig?

Es gibt drei Formen der Rhinosinusitis: akut, akut rezidivierend und chronisch. Bei einer akuten Rhinosinusitis muss nur operiert werden, wenn Komplikationen drohen, z.B. eine Ausdehnung der Enzündung auf die Augenhöhle, eine Thrombose oder eine Hirnhautentzündung.

Wenn Patienten regelmäßig, also zwei- bis dreimal jährlich, eine Stirn- oder Kieferhöhlenentzündung bekommen, liegt eine akut rezidivierende Rhinosinusitis vor. Ursache hierfür sind meistens anatomische Varianten im "Bauplan" des Siebbeins, die zugunsten einer besseren Belüftung der Nebenhöhlen behoben werden sollten. Eine vollständige Ausräumung des vorderen Siebbeins sollte aber nicht routinemäßig erfolgen.

Der Arzt sollte ein genaues Bild der individuellen Anatomie des Siebbeins machen und möglichst wenig invasiv eingreifen. Hauptziel der funktionellen endoskopischen Nasenchirurgie ist die Vergrößerung oder Neuschaffung von Ostien (Zugängen) und das Beseitigen von Abfluss- und Belüftungshindernissen.

Chronische Entzündungen sind meistens immunologisch verursacht. Ein Beispiel sind Nasenpolypen, die oft mit Asthma bronchiale und einer Unverträglichkeit gegenüber Schmerzmedikamenten einhergehen. Hier muss operiert und medikamentös behandelt werden.