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Aufreger Asyl: „Bitte neue Gesetze!“

Der Fall Zogaj hat sensibilisiert: Soll Familienrecht vor Bleiberecht gelten? Was passiert mit all den anderen Familien, die auf die Bearbeitung ihres Asylverfahrens warten? WOMAN bat zur Diskussion.


Aufreger Asyl: „Bitte neue Gesetze!“
© Guttenberger

Arigonas Geschichte hat heiße Debatten hervorgerufen über geltende Fremdengesetze und langwierige Asylverfahren: Wer muss gehen? Wer darf bleiben? Was hat Arigonas Schicksal bewirkt? Die Grünen-Gemeinderätin Martina Pürkl, 46, aus Mistelbach, die stellvertretende Landesparteiobfrau der FPÖ Wien, Veronika Mattiasek, 48, die Wiener Angestellte und zweifache Mutter Hana Cainer, 24, und myWoman-Bloggerin und dreifache Mutter Dagmar Hanifl, 39, aus dem Burgenland im WOMAN-Talk über Asyl, Integration und ihre Wünsche und Vorschläge dazu.

Runder Tisch
WOMAN: Durch den „Fall Arigona“ ist der Begriff „Integration“ nahezu täglich in aller Munde. Was verstehen Sie darunter?
Cainer: Es bedeutet für mich Eingliederung und Anpassung an die Gesellschaft des Landes, in dem man leben möchte, dass man die Gesetze beachtet und der Sprache mächtig ist. Weiters soll man arbeiten gehen oder eine Ausbildung machen.
Mattiasek: Gerade dabei sind Fehler passiert: bei der Bildung, beim Deutschlernen. Das betrifft jetzt zwar eher die Großstadt, aber die Tatsache, dass Schulklassen mit einem enorm hohen Anteil an Kindern mit unterschiedlichen Sprachen zugelassen wurden, hat dazu geführt, dass Jugendliche nach dem Pflichtschulabschluss kein Deutsch konnten. Das ist ein Drama! Die sind ja auch am Arbeitsmarkt unvermittelbar, das kann keiner wollen.
WOMAN: Nun hatten sich die Zogajs sehr gut eingelebt, die Eltern arbeiteten, die Kinder gingen zur Schule, sprechen Deutsch – dennoch wurde ein Teil der Familie in den Kosovo zurückgeschickt. Was löst dieses Schicksal bei Ihnen aus?
Mattiasek: Man muss zwei Dinge klar auseinanderhalten: die Integration der Familie, die sicherlich gut gelungen ist, und die Geschichte rund um den Asylantrag: die Abweisung, das Kriminellwerden – alles, was die rein rechtliche Situation betrifft. Hier ist eine geschickte Inszenierung zur Meinungsmache veranstaltet worden, wieder mal ein Einzelfall, der auf das gesamte Asylwesen umgelegt wird.
Hanifl: Den „kriminellen Hintergrund“ muss man aber objektiv betrachten: Der älteste Bruder hat auf einem Kirtag offenbar eine gefährliche Drohung ausgesprochen. Ich bin selbst Mutter von drei Kindern, meine Großen sind 18 und 21, und weiß daher, dass bei einer Stänkerei schon mal passieren kann, dass einer sagt: I hau dir eine runter! Hätte das ein Österreicher gesagt, wäre nicht so viel Aufhebens gemacht worden!

Die ganze Story lesen Sie im neuen WOMAN!