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Aufruf zum Spenden: Klaas Heufer-Umlauf will Schiffe chartern, um flüchtenden Menschen zu helfen

"Es lässt mich nicht los, und ich hoffe einige andere auch nicht" - mit diesen Worten ruft TV-Star Klaas Heufer-Umlauf dazu auf, Menschen die auf der Flucht sind, vor dem Ertrinken im Mittelmeer zu retten.

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Klaas Heufer-Umlauf
© 2017 Getty Images

Er ist eigentlich für Spaß im TV zuständig - aber Moderator Klaas Heufer-Umlauf scheut auch nicht davor, bei ernsten Themen, die ihm am Herzen liegen, Klartext zu sprechen. Wie aktuell bei der Mittelmeer-Krise: Zahlreiche europäische Politiker machen es derzeit Rettungsschiffen unmöglich, Menschen vor dem Tod durch Ertrinken zu bewahren. Daher starben alleine am 29. Juni 2018 mindestens 218 Männer, Frauen und Kinder. Laut UN-Angaben starben in diesem Jahr insgesamt bereits mehr als 1400 Menschen beim Versuch europäischen Boden zu erreichen. Helferinnen und Helfer gehen jedoch davon aus, dass die reale Opfer-Zahl sogar noch höher ist, da viele Leichen gar nicht gefunden werden, sondern für immer auf dem Boden des Mittelmeers begraben liegen.

Dass mit dieser Politik in Kauf genommen wird, dass hunderte Menschen sterben, bewegte in den letzten Tagen viele - so auch Heufer-Umlauf, der nun neue Schiffe chartern will, um so Menschen auf der Flucht zu helfen. In einem Video auf YouTube erzählt der 34-Jährige von der aktuellen Situation des Rettungsschiffes "Lifeline", das mit mehr als 200 geretteten Menschen von Hafen zu Hafen reisen musste, bis man endlich in Malta anlegen durfte. Ihr Kapitän muss sich nun vor Gericht dafür verantworten, dass er die Menschen gerettet hat. Es scheint, als wäre es inzwischen in der EU ein Verbrechen, Menschen zu retten - so sehr hat sich die Stimmung in Europa unter den zahlreichen rechten Regierungen gedreht.

"Wenn Europa nicht funktioniert, muss man selbst Europa machen"

Weil Menschen, die in vollkommen überfüllte Schlauchboote von Schleppern steigen, weil sie ihr Leben in Krieg, Diktatur, Bombenhagel oder Verfolgung noch mehr fürchten, als eine unsichere Überfahrt, derzeit nicht mehr von ehrenamtlichen Hilfsorganisationen gerettet werden dürfen, will Klaas Heufer-Umlauf nun zu dieser Spendenaktion aufrufen, um neue Möglichkeiten zu schaffen.

"Selbst wenn man manchmal den Eindruck hat, dass man recht alleine ist mit der Meinung, dass Ertrinkende davor gerettet werden sollten zu ertrinken, glaube ich dennoch, dass es genug Leute gibt, die das nicht so sehen. Ich persönlich habe auch schon Geld gespendet." Und er verspricht, persönlich dafür Sorge zu tragen, "dass das Geld auch da ankommt, wo es hin muss. Wenn Europa als solches nicht funktioniert, dann muss man Europa eben selber machen. Ich würde mich darüber freuen, wenn wir ein bisschen Geld zusammenbekommen, um ein oder mehrere Schiffe für eine gewisse Zeit zu chartern."

Hier siehst du das Video in voller Länge:

Thema: Report

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