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Augengesundheit: Was ist wahr/falsch?

Mythos oder Wahrheit: Rund ums Auge gibt es viele Legenden. Was aber stimmt wirklich? Augenärzte klären auf.

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Augengesundheit: Was ist wahr/falsch?
© Thinkstock

"Wer viele Karotten isst, wird niemals eine Brille brauchen!", "Beim Schielen können die Augen stecken bleiben!", "Schalte dir das Licht ein, sonst verdirbst du dir noch die Augen!" - Diese Volksweisheiten kennt beinahe jedes Kind. Doch oftmals handelt es sich nur um Gerüchte, die in keiner Weise etwas mit der Realität zu tun haben.
Was aber stimmt nun wirklich und wobei handelt es sich um reinen Aberglauben?

WAHR

1. Vitaminreiches Essen beugt Augenschäden vor:
Vitaminreiche Nahrung ist überaus gesund, auch für unsere Augen. Vor allem auch für besonders stoffwechselaktive Gewebe, wie beispielsweise die Netzhaut.
2. Tabakrauch schadet den Augen:
Wie vielleicht viele erwartet haben, stimmt die Hypothese, dass Tabakrauch die Augen schädigt. Er kann zu starken Entzündungen der Bindehaut führen, ebenso wie viele andere Umweltgifte, beispielsweise Auto- und Industrieabgase oder der Brandrauch. Man sollte sich diesbezüglich allerdings nicht zu viele Sorgen machen. Für Raucher hingegen gilt, dass über viele Jahre hinweg die stetige Rauchbelastung vermehrt zur Bildung des Grauen Stars führen kann.
3. Stress beeinflusst unsere Sehkraft:
Hier ist allerdings nicht der alltägliche Stress gemeint, dem wir beruflich oder privat ausgesetzt sind. Die sogenannten Stress-Spitzenzeiten hingegen, in denen vermehrt Adrenalin ausgeschüttet wird, wirken einerseits intensiv auf das Nervensystem, führen aber andererseits auch zur Erweiterung unserer Pupillen. Eine derartige Vergrößerung wirkt sich insofern auf die Sehkraft aus, als die Pupille hier wie eine Blende beim Fotoapparat funktioniert.

FALSCH

1. Stundenlanges Fernsehen und Arbeiten am Computer schädigt die Augen:
Die Kinder werden sich freuen, denn das ist schlicht und einfach falsch. Zwar kann es tatsächlich zu einem starken Brennen und tränenden Augen kommen, doch schädlich in Hinsicht auf unsere Sehkraft ist weder der TV noch der Computer.
2. Augenmuskulatur-Training ist positiv für die Sehkraft:
Auch hierbei handelt es sich um einen Mythos. Die Netzhaut hat keine Muskeln und für das Einstellen der Linse für die Nähe muss zwar der Ziliarmuskel angespannt werden, aber der Naheinstellungs-Effekt hängt komplett von der Elastizität der Linse ab und nicht vom eventuellen Muskeltraining. Der Ziliarmuskel wird mit dem Alter schwächer, was auch bedeutet, dass die Sehkraft stark zurückgeht. Somit tritt die so genannte Altersweitsichtigkeit ein.
Aber es steckt tatsächlich ein Fünkchen Wahrheit in dieser Behauptung, denn bei bestimmten Beschwerden oder Erkrankungen im Sehapparat kann ein regelmäßiges und gezieltes Training der Augen die Linderung, bzw. sogar die Korrektur der Sehschäden bewirken.
3. Blitzlicht schädigt das Auge:
Wenn das stimmen würde, wären viele Promis wohl schon blind. Allerdings belastet Licht tatsächlich die Augen und verbraucht wichtiges Sehpigment. Durch die nächtliche Regenerierungsphase kann dies jedoch ausgeglichen werden und somit wieder zur vollen Funktion des Auges führen. Würde sich die Netzhaut im Schlaf nicht regenerieren, so käme es tatsächlich zur kompletten Schädigung der Sehzellen.
In puncto Blitzlicht ist jedoch soviel zu sagen: Es überlastet die Netzhaut kurzfristig, was sich oftmals durch einen funklen Fleck im Sehfeld äußert. Doch die Netzhautstrulturen können derartige kurzfristige Überbelastungen gut verkraften und nach kurzer Zeit komplett ausgleichen.
4. Ebenso FALSCH ist die Annahme, dass Lesen bei schlechtem Licht bzw. das Lesen zu kleiner Buchstaben die Augen schädigen. Und auch wenn Großeltern es gerne behaupten, so ist an dem Mythos, dass beim Schielen Augen steckenbleiben können, absolut nichts Wahres dran. Es gibt bislang keinen einzigen dokumentierten und medizinisch bewiesenen Fall, in dem das Schielen "zum Spaß" zu einer dauerhaften Fehlstellung der Augen führte.