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Gutes Sehen kann man üben

Computerarbeit, blaues Licht, langes Schauen auf einen Punkt – wir muten unseren Augen sehr viel zu. Mit ein paar einfachen Übungen entlasten wir sie aber und verbessern unsere Sehfähigkeit.

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Gutes Sehen kann man üben
© istockphoto.com

Rund 80 Prozent unserer Sinneseindrücke gelangen über die Augen ins Gehirn. Doch langes Arbeiten am Computer, blaues Licht aus Fernseher und Handy, eine verspannte Nackenmuskulatur und sogar zu wenig Trinken beeinträchtigen unsere Sehfähigkeit. Warum das so ist und was wir dagegen tun können, erklärt Sehtrainerin Marion Weiser (marion-weiser.at). Fünf Übungen sorgen außerdem für ausreichend Tränenflüssigkeit und entspannte Augenmuskulatur.

Zusammenspiel

"Das Auge hüpft von sich aus ständig zwischen nah und fern umher, fokussiert und nimmt so alle Sinneseindrücke auf", erklärt Weiser das Prinzip. "Wenn wir aber stundenlang vorm Computer sitzen, in den Fernseher oder auf das Handydisplay schauen, ist diese starre Haltung sehr ermüdend. Wir sehen unscharf, bekommen sogar Kopfweh oder Verspannungen." Für das scharfe Sehen ist die Beweglichkeit der Augenmuskulatur extrem wichtig (siehe Übungen unten), aber auch entspannte Kiefer- und Nackenmuskeln, da diese miteinander verbunden sind. Ein weiteres Problem sind trockene Augen, da wir vorm Computer oft auf das Blinzeln vergessen. Achte deshalb ganz bewusst darauf. Im Notfall helfen auch Augentropfen aus der Apotheke zur Befeuchtung (z. B. von Bayer oder Weleda).

Pause gönnen

Das Auge hat heutzutage durch die zahlreichen Lichtquellen nur sehr wenig Ruhephasen. Computer und Handy verbreiten blaues Licht, dessen Wellenlänge dem Gehirn signalisiert, dass heller Tag ist. Das bringt die innere Uhr durcheinander, das Schlafhormon Melatonin wird nicht ausreichend produziert. Schalte die Geräte deshalb zwei Stunden vor dem Schlafengehen aus. Und Weiser schlägt vor: "Wenn Sie in der Nacht auf die Toilette müssen, schalten Sie das Licht nicht an. Ihre Augen bleiben dann entspannter, Sie schlafen schneller wieder ein. Sich im Finstern zu orientieren, ist außerdem eine gute Zusatzübung." Und auch Faktoren, die mit dem Sehen primär nicht verbunden zu sein scheinen, sind wichtig, wie die Expertin betont: "Der Augapfel besteht zu 98 Prozent aus Wasser. Wenn wir zu wenig trinken, wirkt sich das negativ aus."

Die 5 Top-Übungen für bessere Sehkraft

1

Blinzeln.
Augenlider so schnell wie möglich und ohne Krampf ca. eine Minute lang auf und zu schlagen. Trainiert die Augenmuskeln, löst starren Blick und sorgt für ausreichend Tränenflüssigkeit bei Trockenheit.

2

Distanztraining.
Daumen ca. 15 cm vor das Gesicht halten, zweiten Daumen 15 cm dahinter. Dritten Punkt etwas weiter im Raum suchen. Auf ersten Finger fokussieren, auf zweiten, dann auf dritten Punkt. Mehrmals wh.

3

Akkommodieren.
Linkes Auge zudecken, rechte Hand ausstrecken. Punkt auf Handfläche fokussieren, diese langsam näherziehen. Wieder wegbewegen, Punkt immer fixieren & scharfstellen. 5 Wh., Seite wechseln.

4

Abklopfen.
Mit den Fingerspitzen die Knochenlinie rund um die Augen mehrmals sanft abklopfen. An der Nasenwurzel beginnen, über die Augenbrauen nach außen kreisen. Entspannt die Muskeln.

5

Palmieren.
Hände reiben und erwärmen. Handflächen leicht wölben und Augen damit bedecken, ohne die Lider zu berühren. Augen locker schließen und zwei bis drei Minuten entspannen, Gedanken abschalten.