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In Australien werden Supermarkt-Angestellte wegen Plastiksackerl-Verbot attackiert

Endlich reagiert die Politik auf die unfassbaren Umweltschäden, die Wegwerfplastik auslöst, und dann flippen Menschen aus, weil sie kein Gratis-Sackerl mehr bekommen.

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Plastikmüll
© iStockphoto.com

Mehr als 1 Million Vögel und 100.000 Meeresbewohner sterben jedes Jahr aufgrund all des weggeworfenen Plastiks, das mittlerweile in erschreckenden Mengen in unseren Weltmeeren treibt. Und dort auch bleibt: Denn Plastik verrottet nicht.

Die Tiere ersticken oder verhungern aufgrund des Plastikmülls, den sie für Nahrung halten: Im Magen gelandet, stört das Plastik den Verdauungsapparat der Tiere und sie verhungern so mit vollem Magen. Über die Tiere landet das Plastik dann auch in unsere Nahrungskette: Mittlerweile ist Mikroplastik in Honig, Milch und weiteren Lebensmitteln zu finden. Und dessen Aufnahme hat auch in kleinen Mengen massive gesundheitliche Auswirkungen für uns.

Und endlich, endlich reagieren zahlreiche Länder und stoppen den Plastik-Wahn. Viele Nationen haben bereits Wegwerf-Plastik verboten oder haben ein Limit gesetzt, ab wann dieses nicht mehr verkauft oder in den Umlauf gebracht werden darf. Darunter auch Australien: Dort dürfen beispielsweise keine kostenlosen Plastiksackerl mehr ausgegeben werden.

Warum versetzt es Menschen so in Rage, nur weil sie etwas wie ein Sackerl nicht mehr erhalten, das bisher kostenfrei war?

Große Supermärkte stellen sich bereits um, aber mit der Reaktion zahlreicher Konsumentinnen und Konsumenten hat wohl niemand gerechnet. Denn diese zeigten sich wütend und aggressiv und ließen ihren Frust - nur wegen eines banalen Plastiksackerls - an den Angestellten aus.

So berichtet der Independent beispielsweise, dass ein Einkäufer in Westaustralien eine Angestellte gewürgt hat, und auch zahlreiche andere Mitarbeitende in Supermärkten wurden sowohl körperlich als auch verbal von wütenden Menschen angegriffen. Andere wiederum berichten, dass Plastiktüten gestohlen werden, mutwillig Waren auf den Boden geschmissen oder Waren in verschmutzte, mitgebrachte Sackerln gestopft wurden.

In Australien setzen nun die Handelshäuser auf Aufklärungsvideos und stellen eigens Mitarbeitende ein, die die Kundschaft aufklären sollen. Die Hintergründe für den Sackerl-Stop werden dargestellt und Tipps gegeben, dass man bereits erhaltene Sackerl mehrmals benutzen kann oder auf Stofftaschen, Einkaufskörbe oder Trolleys umsteigen kann.

Plastikmüll
Thema: Bio & fair

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