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Buschbrände in Australien: Über 480 Millionen Tiere sind verendet & die Zahl steigt

Australien kämpft jeden Sommer mit den Buschbränden. Doch heuer handelt es sich um eine ausgewachsene Natur- und Klimakatastrophe.

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australische buschbraende
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Die australischen Buschbrände fordern jedes Jahr einen großen Tribut von Einsatzkräften, dem Tierschutz und ZivilistInnen. Doch so schlimm wie in dieser Saison war es noch nie. In Zahlen sieht die Situation folgendermaßen aus:

  • 2.700 Feuerwehrleute kämpfen gegen die Brände.
  • 3 Feuerwehrmänner sind dabei verstorben.
  • Eine Fläche von über 8 Millionen Hektar sollen abgebrannt sein.
  • Über 480 Millionen Tiere sollen aufgrund der Brände verendet sein.
  • An die 2.000 Heime wurden zerstört.
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Wo wüten die Buschbrände?

Betroffen sind alle Bundesstaaten Australiens, aber besonders schlimm ist es in New South Wales (NSW) mit um die 150 Feuern und Victoria mit rund 50 Feuern. In beiden Staaten wurde der Notstand ausgerufen. Dabei leidet nicht nur die Flora & Fauna unter den Bränden, sondern auch das Leben in den Städten. Zahlreiche Fotos von vernebelten Straßen und einem rot glimmenden Horizont teilten Betroffene in den Medien und auf sozialen Kanälen. Telefonleitungen seien gestört worden und der Strom sowie das Internet sei vielerorts ausgefallen.

Außerdem herrscht extreme Hitze in mehreren Großstädten: In Sydney wurden Anfang Jänner 48,9 Grad und in Canberra um die 44 Grad Celsius gemessen.

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Welche Langzeitfolgen sind zu erwarten?

Laut einer aktuellen Studie von australischen BiologInnen sind seit Beginn der Brände im September 480.000 Millionen Tiere verendet. Und diese Zahl bezieht sich "nur" auf den Bundesstaat New South Wales (NSW), wobei die ExpterInnen betonen, dass es sich um eine "zurückhaltende" Schätzung handelt. Außerdem steht die Vermutung nahe, dass der Bestand der in NSW lebenden Koalabären um ein Drittel dezimiert wurde.

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Selbst wenn die Brände endlich unter Kontrolle gebracht und sogar gänzlich gestoppt wurden, bedeutet das leider keine Blitzgenesung. Tatsächlich können die Zukunftsaussichten der Flora & Fauna laut ExpertInnen noch nicht richtig eingeschätzt werden. Einen Hoffnungsschimmer bieten Landstriche, die von den Flammen verschont wurden. Dieses Phänomen ist nicht ungewöhnlich für Waldbrände und dorthin könnten die überlebenden Tiere flüchten – falls sie es schaffen, so Biologe Andrew Beattie. Wenn es genügend solcher unbehelligten "Inseln" gibt, kann sich die Tier-und Pflanzenwelt später schneller erholen.

Doch bei jenen Gebieten, die immer wieder von den Flammen verwüstet werden, kann es bis zu 40 Jahre dauern, bis das biologische Gleichgewicht wieder hergestellt ist, so Beattie. Und das auch nur dann, wenn Faktoren wie Regenfälle, Klima und Abholzung stimmen.

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Was die Politik dagegen tut:

Premierminister Scott Morrison gab bekannt, zusätzliche 20 Millionen australische Dollar in die Einsätze zu investieren. Außerdem wurden 3.000 ReservistInnen der Streitkräfte angefordert, die sich unter anderem auf Rettungsaktionen konzentrieren sollen.

Zudem steht der Premier unter starker Kritik. Ihm wird einerseits vorgeworfen, mit seinen Maßnahmen zu spät reagiert zu haben, andererseits setzt er sich weiterhin für Energiemaßnahmen ein, die den Klimawandel zusätzlich verstärken. Darum scheinen seine öffentlichen Auftritte in den letzten Wochen und Monaten nicht gerade gut angekommen zu sein. Dabei kursieren in den sozialen Medien mehrere Videos, in denen er Betroffene und Feuerwehrleute zum Händeschütteln genötigt haben soll:

Was wir tun können:

Auch von Österreich aus kann geholfen werden. Wer lokale Organisationen unterstützen möchte, erhält hier einen Überblick:

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