Ressort
Du befindest dich hier:

Was ein gleichgeschlechtlicher Kuss im Sport auslösen kann

Zwei gegnerische Rugby-Spielerinnen küssten sich nach einem Spiel leidenschaftlich. So reagiert die australische Liga und das Netz.

von

rugby homosexualitaet
© instagram.com/browntown132

Als Queensland State of Origin auf New South Wales trafen, sahen in Australien mehr als eine Million ZuseherInnen zu. Die zwei Damen-Rugby-Teams gaben sich ein packendes Match, das New South Wales mit 16 zu 10 für sich entscheiden konnte. Doch der wahre Gewinner dieses Sportevents war die Liebe - wie kitschig das auch immer klingen mag. Denn nach dem Match küssten sich zwei gegnerische Spielerinnen leidenschaftlich: Karina Brown und Vanessa Foliaki.

Die National Rugby League (NRL) postete daraufhin das Kuss-Photo auf Facebook und Twitter. Letzteres mit den Worten: "Love always wins". Mit dem Posting zeigte die NRL, dass sie die australische "Pride in Sport" Auszeichnung verdient hat. Dieser Award wird an Sportvereine und Ligen vergeben, die sich aktiv für die Rechte und Toleranz gegenüber der LGBT-Community im Sport einsetzen.

Brown und Foliaki, die schon seit 2014 ein Paar sind, wurden im Netz mehrheitlich gefeiert, wobei sie natürlich auch Kritik einstecken mussten. Auf Twitter wurde ihnen vorgeworfen, das Spiel zu sexualisieren und sich unnötig in den Vordergrund zu drängen. "Solch private Gesten haben nichts auf dem Feld verloren." , schrieb ein Twitter User. Andere fügten hinzu, dass sie gewarnt werden wollen, bevor sie im Live-TV so etwas zu sehen bekommen. Manche nahmen die Hater sogar auf die Schippe und beschwerten sich darüber, wie eine "Queensländerin" eine Spielerin der Rivalin küssen kann.

"Liebe ist Liebe. Ich kanns kaum erwarten, zwei männliche Spieler so zu sehen. Dann wissen wir, dass wir wirklich weit gekommen sind." , schrieb ein anderer User und sprach vielen aus der Seele. Homosexualität im Sport ist immer noch ein Tabu-Thema. Vor allem bei sehr bekannt und männlich dominierten Sportarten, wie Fußball etwa, gibt es kaum Coming-Outs. Doch auch da überraschen immer wieder Athleten mit ihrem Mut. Bei den letzten Olympischen Winterspielen küsste Freestyle-Skifahrer Gus Kensworthy seinen Freund Matthew Wilkas vor laufenden Kameras. "Ich habe in dem Moment gar nicht bemerkt, dass wir gefilmt wurden, aber ich bin so glücklich, dass es passiert ist. In meiner Kindheit sah man in TV-Übertragungen von den olympischen Spielen keine Küsse zwischen Homosexuellen. Aber nun konnte ein Kind einen solchen Kuss sehen!" , so Kensworthy nach dem Kuss.

Themen: Report, Liebe