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Ökologisch fahren: Grips statt Grip

Rollwiderstandsarme Reifen und andere Tricks helfen beim Spritsparen und schonen die Umwelt. Autofahren mit Köpfchen ist angesagt. Smarte Apps motivieren zu einem intelligenteren Fahrstil.


Ökologisch fahren: Grips statt Grip
© istockphoto.com

Umweltschutz ist weder das Randthema von Öko-Aktivisten und Esoterikern, noch der schicke New-Age-Lifestyle einer liberalen Elite. Umweltschutz betrifft uns alle. Jeder Einzelne ist gefordert und zwar in seinem täglichen Tun. Es ist eine Bewegung, die an unsere Vernunft appelliert und an unsere Routine adressiert ist. Denn die Schwierigkeit, schädliches Verhalten zu ändern, besteht oftmals weniger im Einschränken unserer Bedürfnisse, sondern vielmehr im Umkrempeln unserer Gewohnheiten. Wer sein Erspartes nicht in Solarmodule auf dem Hausdach oder in ein Elektroauto investieren kann oder will, hat noch viele andere Möglichkeiten, unserem Planeten etwas Gutes zu tun. Für alle, die regelmäßig ihr Auto anstarten, gibt es hier ein paar einfache Tricks, um ganz nebenbei Sprit, Geld und CO2-Emissionen einzusparen.

Spritsparen: Gleite statt Pleite!

Wie oft kommt es vor: Der Fahrer startet ein aggressives Überholmanöver und ein paar Meter weiter tritt er auf die Bremse, um die Abzweigung zu nehmen. Wie viel Zeit hat er gewonnen? Kaum – und die, die es ihm gebracht hat, verliert er locker beim nächsten Tankstopp, der mit dieser Fahrweise viel früher fällig wird. "Vorausschauendes Fahren" ist nach wie vor das wichtigste Credo für Spritsparer und Umweltfreunde. Wir gleiten also statt zu hetzen, ganz im Sinne des ÖAMTC-Gedankens. Ausreichend Abstand zum Vordermann ist dabei Voraussetzung, denn so können viele Beschleunigungs- und Bremsmanöver mit Leichtigkeit vermieden werden. Die Trägheitsverluste, die bei diesen Änderungen der Geschwindigkeit entstehen, beeinflussen den Gesamtverbrauch deutlich. Bei der Aggressivität der Fahrweise heißt es also einen Gang runterschalten, getriebetechnisch ist es aber besser einen Gang raufzuschalten. Hohe Drehzahlen kosten Sprit und erhöhen den Verschleiß.

Wer bei diesen Empfehlungen Richtung konstantes Fahren sofort an seinen Tempomat denkt, hat nicht unrecht. Das praktische Tool ist ein sinnvoller Helfer, um gleichmäßiger unterwegs zu sein. Bei Bergetappen allerdings ist Eigenregie gefragt, denn die steigenden und fallenden Höhenmeter bieten ordentlich Einspar-Potenzial. Das Auto bergab etwas zügiger "laufen" zu lassen als man es bergauf "jagt", ist nur logisch. Aber auch auf ebenen Straßen wollen wir die physikalischen Kräfte optimal nutzen. Rollphasen sind eine gute Gelegenheit dafür. Sie konsequent auszuschöpfen, spart einiges an Treibstoff ein und schont obendrein die Bremsen. Also früh genug den Fuß vom Gas und entspannt in die nächste Ortschaft gleiten.

Smarte Apps machen uns zu Eco-Drivern

Im Grunde bieten sich zwei Wege, den Treibstoffverbrauch zu minimieren. Der eine führt über das Auto, der andere über unser Fahrverhalten. Neben technischen Komponenten, die den Emissionsausstoß regeln und die es schon beim Kauf zu berücksichtigen gilt, lassen sich am Auto zum Beispiel Luft- und Rollwiderstand senken: Der nicht benötigte Dachgepäckträger beeinträchtigt die Aerodynamik, also runter damit. Zu niedriger Reifendruck – und das dann vielleicht auch noch bei voll beladenem Auto – ist ebenfalls ein Spritfresser. Also Lasten raus, Luft rein – und schon bleibt am Ende mehr Geld in der Börse.

Mit dem Thema Fahrverhalten haben wir uns vorhin schon beschäftigt. Aber die Sache ist die: Wissen ist nicht alles, Achtsamkeit und Disziplin es auch anzuwenden, sind ebenfalls gefragt. Zum Glück gibt es immer ausgefeiltere Gadgets, die uns hilfreich zur Seite stehen und uns zu intelligenteren Autofahrern machen. Smarte Tools analysieren anhand der gefahrenen Kilometer und der gemessenen Durchschnittsgeschwindigkeit unseren Fahrstil und bieten uns so einen nüchternen Blick auf unser Fahrverhalten. Selbstwahrnehmung kann ja bekanntlich trügen. Eine exakte Auswertung hilft, achtsamer zu werden und dazuzulernen.

Zum Schluss noch ein Fakt, der oft zu unrecht verleugnet wird: Macht es tatsächlich einen Unterschied, ob der Motor an der roten Ampel ausgeschaltet wird? Ja. Die Umwelt dankt.

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