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Was ist Autophagie und wie hilft sie beim Abnehmen?

Unsere Zellen sind ihre eigenen kleinen Müllmänner! Und diesen Effekt können wir uns zu Nutze machen. Man muss nur wissen, wie Autophagie funktioniert!

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Was ist Autophagie und wie hilft sie beim Abnehmen?
© istockphoto.com/Jacob Ammentorp Lund

Unser Körper weiß nicht nur, was das Beste für ihn ist, sondern hat im Laufe der Evolution ganz eigene Wege entwickelt, um sich "sauber" zu halten. Der Reinigungsprozess, der auf der Ebene der Zellen passiert, nennt man Autophagie. Dieser Begriff leitet sich aus dem Griechischen ab: "auto" heißt selbst und "phagein" bedeutet fressen. Und genau das passiert auch im Körper: Zellen fressen sich selbst auf und produzieren dabei Energie.

Yoshinori Ohsumi hat die Forschung rund um den noch recht unbekannten Prozess geprägt. Der japanische Wissenschaftler erhielt 2016 den Medizin-Nobelpreis für seine Erkenntnisse im Bereich der körpereigenen Müllabfuhr. Seine Studien könnten bei der Heilung von Krankheiten helfen. Ohsumis Forschung begann mit einer einfachen Frage: Was macht der Körper, wenn auf zellulärer Ebene etwas hackt, also wenn unbrauchbare oder abgestorbene Zellen den Prozess der Erneuerung blockieren?

Diese Frage hatten schon Forscher vor Ohsumi beantwortet, aber sie konnten nicht genau sagen, warum die Zellen sich selbst fressen. Da schaffte er den Durchbruch! Der Forscher erkannte, dass geschädigte Zellen sich sehr schnell regenerieren können. Das passiert zum Beispiel nach einer Infektion. Zellen vertilgen Bakterien und Viren, die übrig geblieben sind. Und das macht aber nicht nur eine bestimmte Zelle, sondern eine Vielzahl von Akteuren.

Und was hat das mit Abnehmen zu tun?

Da sich der Körper ständig reinigt und kaputte Zellen aussortiert, ist Autophagie ganz wichtig, wenn es um die Vermeidung von Krankheiten wie Krebs, Demenz oder Parkinson geht. Doch auch zur Gewichtsreduktion kann die körpereigene Müllabfuhr beitragen. Und zwar, in dem man ihnen genug Zeit gibt, den Müll auch zu verwerten. Zum Beispiel hilft intermettierendes Fasten bei der Autophagie. Diese Technik setzt sich aus abwechselnden Phasen des Essens und des Fastens zusammen.

Auch die geringere Zufuhr von Kalorien kann die Zellen dazu motivieren, den Körper aufzuräumen und daraus Energie zu gewinnen. Laut Experten helfen besonders Lebensmittel, die Spermidin enthalten, den Zellen auf die Sprünge. Das wären Champignons, Äpfle, Grapefruit, Weintrauben, Reifer Käse, Sojabohnen und Kichererbsen. Spermidin findet man auch in männlicher Samenflüssigkeit. Es beschleunigt den Stoffwechsel und so auch die Zellerneuerung.