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Diese App kann Leben retten!

Stell dir vor dein Angehöriger stürzt und liegt hilflos in der Wohnung. Ein Wiener Startup hat mit b-cared einen Hausnotruf entwickelt, der über eine App am Smartphone läuft.

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b-cared: Notruf-App Österreich

b-cared will vor allem älteren, alleinlebenden Menschen helfen.

© istockphoto.com

Alleine in Deutschland, Österreich und der Schweiz leben mehr als 16 Millionen Menschen über 65 alleine. Diese leben beständig in der Gefahr, dass ein Notfall nicht oder viel zu spät von möglichen Helfern wahrgenommen wird. Oftmals sind sie nach einem Sturz aufgrund einer Verletzung oder eines Gebrechens nicht in der Lage, selbst Hilfe zu holen und bleiben nicht selten mehrere Stunden unentdeckt liegen („Long Lie“). So werden pro Jahr 3,2 Prozent der allein Lebenden über 65 Jahre bei Rettungseinsätzen tot oder hilflos in ihren Wohnungen aufgefunden. Das sind mehrere tausend Menschen in Deutschland und Österreich. Jedes Jahr!
"Meine Oma ist einmal in ihrer Wohnung gestürzt und lag 2 Tage lang am Boden, weil sie nicht mehr aufstehen konnte. Ihre Hilfeschreie hat auch keiner gehört... Durch Zufall hat sie am 2. Tag Besuch erwartet und der hörte sie dann winseln und hat die Rettung gerufen", erzählt Theresa, 28. Der Fall von Theresas Oma ist kein Einzelfall. Tagtäglich passieren älteren Menschen Unfälle. In- und außerhalb ihrer Wohnung. Viele fühlen sich mit einem handelsüblichen Hausnotruf-System aber in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, da dieses relativ kurze Reichweiten hat. Dies möchte b-cared nun ändern.

b-cared App für alte Menschen

"Meine Mutter ist 86. Ich kümmere mich um sie, doch sie lebt 80 km von mir entfernt. Ich habe oft Sorge gehabt, was bei einem Notfall geschieht. Sie findet das Tragen von Hausnotruf-Armbändern oder ähnlichen Alarmierungshilfen stigmatisierend. So brachte sie uns auf die Idee, b-cared zu entwickeln. Und dann haben wir gedacht: Wenn das meiner Mutter helfen kann, dann können wir damit auch vielen anderen alleinlebenden älteren Menschen helfen", erklärt Michael Bindlechner, der b-cared mitentwickelt hat.

Wie funktioniert b-cared?

b-cared setzt auf ein mobiles System ohne Reichweiteneinschränkung und die Verwendung von Smartphone und App. Der Anwender kann mit seinem Verwandten oder Nachbarn eine Zeit vereinbaren, an der jeden Tag der "OK-Button" gedrückt wird. Registriert das System keinerlei Reaktion des Benutzers innerhalb eines festgelegten Zeitfensters, löst die Anwendung automatisch Alarm aus und benachrichtigt die hinterlegten Kontakte. Eine Alarmierung soll somit auch gewährleistet sein, wenn der Benutzer nicht mehr dazu in der Lage ist.

Smartphone erkennt Sturz

In Zukunft soll es sogar eine integrierte Sturzerkennung geben. Durch die Beschleunigungssensoren des Smartphones können so beim Sturz bereits Kontakte alarmiert werden. Benachrichtigt werden die Kontakte per SMS oder automatisiertem Anruf. Und das Beste daran: Die Kontakte können sehen wo sich die in Not befindende Person gerade aufhält.

Unterstütze dieses Projekt

Finanziert wird die Fertigstellung des Systems über die Crowdfunding-Website "visionbakery". Das Ziel der Entwickler: 28.800 Euro. Mittlerweile hat das Projekt schon über 23.000 Euro erhalten. Ihr könnt das Projekt aber noch bis 20.8.2015 ab 10 Euro unterstützen und bekommt ein b-cared Sicherheitssystem. Wie viel das Hausnotruf-System kosten wird, ist noch nicht bekannt. Über die Crowdfunding-Kampagne kann man jetzt aber bereits 3 Monate für 24 Euro erwerben.

Vorerst wird die App nur für Android erhältlich sein. Laut dem Gründer ist das vor allem auf den großen Anteil von Android-Geräten unter Senioren zurückzuführen. Eine Version für iOS ist jedoch angedacht.

Hier kannst du die Crowdfunding-Kampagne von b-cared unterstützen: www.visionbakery.com/b-cared

Thema: Apps

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