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Dein Baby ist hässlich!

Kleinkinder haben süß, entzückend und schön zu sein - was aber, wenn das Neugeborene nicht diesen Vorgaben unserer Gesellschaft entspricht?

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Hässliches Baby
© Thinkstock

Kennt ihr diesen Moment, wenn ihr euch erwartungsvoll über einen Kinderwagen beugt und euch dann ein kleines Etwas, das mehr an Altpolitiker als an süße Babywindelwerbegesichter erinnert, entgegen blickt? Daneben stehen stolze Eltern, die sich ein Kompliment für ihr gelungenes Bündel Glück erwarten. Und man hofft inständig, dass einem die Lüge bei den Worten "Ohhh - ist der (wahlweise die) aber süß!" nicht ins Gesicht geschrieben steht.

Wir können jedoch euer Gewissen beruhigen. Denn sogar den Eltern selbst geht es bisweilen ähnlich, aber der soziale Druck, das eigene Kind für das Schönste, Beste und Überhauptste zu halten, erschwert es einem, dies auch sich selbst gegenüber zu zugeben. Dabei sollten wir doch mittlerweile wirklich wissen, dass es die inneren Werte sind, die zählen. Selbst wenn ein Kleinkind diese noch nicht so wirklich artikulieren kann.

Laut einer aktuellen britischen Studie ist jedes fünfte Elternteil vom Aussehen ihres neugeborenen Kindes nicht wirklich begeistert. Darüber wird allerdings nicht gesprochen und es entwickelt sich regelrecht zum Tabuthema, das junge Eltern auch belasten kann. Was aber nicht bedeutet, dass diese Kinder weniger geliebt werden. Bisweilen kommt dann sogar noch mehr Beschützerinstinkt zu Tage, da man es ja in unserer Gesellschaft als Anti-Schönheitskönigin oder -könig nicht unbedingt leicht hat.

Die gute Nachricht am eben nicht schönsten Baby der Welt ist jedoch, dass der Spruch "Der wachst sich noch zsam!" sicherlich ein Körnchen Wahrheit enthält.